23.09.2008 | 21:00
RETTUNGSAKTION
Von:
interview: Pascal Ihle
Foto:
|
 

Muss die Schweiz an US-Plan mitzahlen?

Privatbankier Konrad Hummler ist überzeugt, dass sich die Schweiz Annährungen der US-Regierung, die «energisch» Hilfe an ihrer 700-Milliarden-Dollar-Aktion fordert, nicht entziehen kann.

Muss sich die Schweiz an der US-Rettungsaktion beteiligen?

Konrad Hummler: Die Frage ist: Was ist unvermeidlich. Zunächst sollte man wissen, was die US-Regierung unter Mithilfe konkret versteht und warum die Schweiz mitmachen sollte. Vieles am Rettungsplan ist noch unklar.

Sie lehnen die US-Aktion ab?

Hummler: Nein, überhaupt nicht, sonst würden wir jetzt die beiden ehemaligen US-Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs liquidieren und möglicherweise noch ein paar andere Finanzhäuser. Die US-Regierung hatte keine andere Wahl. Aber da es sich um etwas Neuartiges handelt, müssen die Bedingungen der US-Rettungsaktion genauer unter die Lupe genommen werden.

Muss die Schweiz mitmachen?

Hummler: Ich persönlich glaube nicht, dass sich die Schweiz allfälligen Annährungen der US-Regierung wird entziehen können.

Warum nicht?

Hummler: Es wäre blauäugig zu glauben, dass das Handeln der beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse in den USA keine Auswirkungen auf die Schweiz haben könnte.

Letztlich handelt es sich aber um ein US-Problem?

Hummler: Es ist schon ein US-Problem ? doch die beiden Grossbanken haben bei den Hypothekargeschäften fleissig mitgemacht und von den Notenbankgeldern mitprofitiert. Zudem qualifizieren sich die beiden Grossbanken für die US-Rettungsaktion. Die Schweiz kann sich daher nicht einfach davonstehlen. Kommt hinzu, dass Liquiditätshilfen zum ureigensten Zweck der Notenbanktätigkeit gehören. Was bisher getan wurde, war keine Wohltätigkeit, sondern reine Notwendigkeit.

Sollte die US-Regierung Druck auf die Schweiz ausüben, dann hätte die Schweiz keine andere Wahl?

Hummler: Grundsätzlich muss man nie Müssen, wenn man bereit ist, die Konsequenzen zu tragen.

Und die wären?

Hummler: Eine Konsequenz könnte der Entzug von Banklizenzen in den USA oder die Aufkündigung von bilateralen Verträgen sein. Ausserdem könnte ein Abseitsstehen der Schweiz einen Reputationsschaden zur Folge haben. Deshalb darf sich die Schweiz Gesprächen nicht verschliessen. Allerdings muss sie sich bewusst sein, dass es um sehr viel Geld geht und man mit harten Bandagen kämpft. Die Schweiz muss sich vor naiven und vorschnellen Geschäftsabschlüssen hüten.

Ist das Gröbste für den Finanzplatz Schweiz nun überstanden?

Hummler: Wenn der US-Rettungsplan über die Bühne geht, dann dürfte das Gröbste tatsächlich hinter uns liegen. Allerdings lauern schon noch Gefahren, die zurzeit etwas in den Hintergrund geraten sind: Das sind die Automobilindustrie und das US-Kreditwesen. Und das Bankensystem ist nach wie vor in einer angespannten Situation aufgrund der nicht grandiosen Eigenkapitalausstattung.

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Top und Flops

NameKurs+/-+/- %
25,230,230,92
162,301,300,81
36,100,280,78
13,100,080,61
230,400,900,39
46,50-0,55-1,17
394,20-4,10-1,03
53,40-0,50-0,93
291,80-2,10-0,71
51,30-0,35-0,68
NameKurs+/-+/- %
2,100,157,58
22,840,441,96
34,470,521,53
29,850,210,71
32,520,160,48
7,51-0,11-1,47
56,71-0,84-1,46
77,03-1,02-1,31
54,25-0,67-1,22
17,00-0,20-1,13
NameKurs+/-+/- %
3,320,206,56
1,620,053,33
17,250,553,29
34,660,982,89
37,911,052,83
55,65-0,81-1,44
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54,45-0,55-1,00
123,94-1,23-0,98
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