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Nestlé: Kein Abbau in Kolumbien

Südamerika

Nestlé dementiert Gerüchte, wonach der Konzern sich in Kolumbien von Sparten trennen oder sich ganz aus dem Land zurückziehen will. Derweil macht dem Konzern ein Mordfall zu schaffen.

VonChristian Bütikofer
11.01.2013

Der Milliardendeal vom April 2012 zwischen Nestlé und Pfizer sorgt in einigen Ländern mit Nestlé-Töchtern für Spekulationen, ob der Mutterkonzern Sparten verkauft oder sich ganz verabschiedet. So auch in Kolumbien.

Nun gab der zuständige Manager Manuel Andrés im Interview mit «El Tiempo» für die Andenrepublik Entwarnung. Kolumbien sei von zentraler Bedeutung, auch die von Nestlé betriebenen Fabriken, so Andrés. Nestlé wolle weiterhin der Marktführer im Bereich Milchprodukte, Kaffee, Getränke, Cerealien und Schokolade bleiben.

Als weiteres Ziel gab Andrés an, die Geschäftsaktivitäten Nestlés in Kolumbien gar zu verdoppeln. Insgesamt besitzt der Schweizer Konzern unter anderem in Kolumbien fünf Fabriken und beschäftigt 2600 Personen - direkte Angestellte und Zulieferer inbegriffen.

Nicht ganz so rosig sieht es in einer anderen Angelegenheit aus, die mit Nestlés Engagement in Kolumbien zusammenhängt: Jahre nach der Ermordung des kolumbianischen Gewerkschafters Luciano Romero soll der Nahrungsmittelkonzern für die Tat von kolumbianischen Paramilitärs geradestehen. Diese hatten den Gewerkschafter verschleppt, unter Folter verhört und getötet. 

Staatsanwaltschaft Waadt am Zug

Die Anwaltsgruppe des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und die kolumbianische Lebensmittelgewerkschaft Sinaltrainal reichten im März 2012 bei der Zuger Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen Nestlé und mehrere damals führende Mitarbeiter ein: den Verwaltungsratspräsidenten und Ex-Konzernchef Peter Brabeck, den ehemaligen Verwaltungsratspräsident Rainer E. Gut sowie zwei weitere Schweizer und einen mexikanischen Nestlé-Kadermitarbeiter.

Der von der kolumbianischen Justiz bereits verurteilte Mord an Luciano Romero sei im Kontext eines über 50 Jahre andauernden bewaffneten Konflikts geschehen, schreibt ECCHR. Romero habe bereits vor seiner Ermordung während Jahren Todesdrohungen erhalten. Dabei hätten auch leitende Mitarbeiter der kolumbianischen Nestlé-Tochter Cicolac eine Rolle gespielt, werfen ECCHR und Sinaltrainal dem Konzern vor.

«Sie verleumdeten ihn und andere Gewerkschafter mehrfach als angeblichen Guerilla-Kämpfer», schreiben die Autoren der Strafanzeige. Romero sei grundlos beschuldigt worden, für einen Bombenanschlag auf das Werksgelände von Cicolac verantwortlich zu sein. Romero war bis im Oktober 2002 bei Cicolac angestellt. Als Gewerkschafter vertrat er die Arbeiter in Verhandlungen über einen Kollektivvertrag.

Inzwischen übernahm die Staatsanwaltschaft im Kanton Waadt die Anzeige. Dieses Jahr dürfte der Fall behandelt werden.

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Der Milliardendeal vom April 2012 zwischen Nestlé und Pfizer sorgt in einigen Ländern mit Nestlé-Töchtern für Spekulationen, ob der Mutterkonzern Sparten verkauft oder sich ganz verabschiedet. So auch in Kolumbien.

Nun gab der zuständige Manager Manuel Andrés im Interview mit «El Tiempo» für die Andenrepublik Entwarnung. Kolumbien sei von zentraler Bedeutung, auch die von Nestlé betriebenen Fabriken, so Andrés. Nestlé wolle weiterhin der Marktführer im Bereich Milchprodukte, Kaffee, Getränke, Cerealien und Schokolade bleiben.

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Nicht ganz so rosig sieht es in einer anderen Angelegenheit aus, die mit Nestlés Engagement in Kolumbien zusammenhängt: Jahre nach der Ermordung des kolumbianischen Gewerkschafters Luciano Romero soll der Nahrungsmittelkonzern für die Tat von kolumbianischen Paramilitärs geradestehen. Diese hatten den Gewerkschafter verschleppt, unter Folter verhört und getötet. 

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