Meistgelesen

Blutiges Ende der Geiselnahme in Istanbul
Stürmung

Die türkische Polizei hat die Geiselnahme in einem Istanbuler Gerichtsgebäude mit Gewalt beendet. Sowohl die Geisel, ein Staatsanwalt, als auch die beiden Angreifer wurden dabei getötet. Mehr...

06:41
Bester Aprilscherz? Pac-Man spielen auf Google Maps
Kreativ

Aprilscherze haben Tradition. Neben der SBB witzeln auch diverse Medien. Der US-Internetgigant Google hat sich für die Nutzer seinens Kartendienstes etwas Spezielles überlegt – und das ist kein Witz. Mehr...

10:43
Commerzbank kündigt Schwarzgeld-Verdächtigen
Säuberung

Die Luxemburg-Abteilung der Commerzbank hat rund 400 Kunden die Konti gekündigt, nachdem sie Aufforderungen der Bank ignorierten. Mehr...

31.03.2015
Dieses Rätsel lösen Kinder leichter als Erwachsene
Viral

Welche Nummer verdeckt das parkende Auto? Dieser Test ist eigentlich für Kinder an Primarschulen in Hongkong gedacht. Nun erobert das Bild die sozialen Netzwerke und Erwachsene um den Globus rätseln. Mehr...

30.03.2015
Diese Konzern-Chefs sahnten 2014 am meisten ab
Gehälter

Kein anderer Konzern-Chef verdiente 2014 so viel wie Steven Newman von Transocean. Insgesamt waren die Gehälter der Top-Manager aber nicht mehr exorbitant. Einige mussten gar Lohn-Kürzungen hinnehmen. Mehr...

10:19
Ranking

Die Lohnlücke zwischen Mann und Frau ist in der Schweiz zuletzt erneut gestiegen. Umso spannender die Frage: Wo verdient das weibliche Geschlecht besonders gut – und fast so viel wie die Männer? Mehr...

VonMathias Ohanian
31.03.2015
In diesen Kantonen sind die Steuern am tiefsten
Günstig

Für Unternehmen ist die Innerschweiz ein Paradies. Die Region kann es gar mit den Kanalinseln aufnehmen. Auch reiche Privatpersonen zahlen dort fast so wenig Steuern wie etwa in Ungarn oder Bulgarien. Mehr...

11:10

Anzeige

Nestlé: Kein Abbau in Kolumbien

Südamerika

Nestlé dementiert Gerüchte, wonach der Konzern sich in Kolumbien von Sparten trennen oder sich ganz aus dem Land zurückziehen will. Derweil macht dem Konzern ein Mordfall zu schaffen.

VonChristian Bütikofer
11.01.2013

Der Milliardendeal vom April 2012 zwischen Nestlé und Pfizer sorgt in einigen Ländern mit Nestlé-Töchtern für Spekulationen, ob der Mutterkonzern Sparten verkauft oder sich ganz verabschiedet. So auch in Kolumbien.

Nun gab der zuständige Manager Manuel Andrés im Interview mit «El Tiempo» für die Andenrepublik Entwarnung. Kolumbien sei von zentraler Bedeutung, auch die von Nestlé betriebenen Fabriken, so Andrés. Nestlé wolle weiterhin der Marktführer im Bereich Milchprodukte, Kaffee, Getränke, Cerealien und Schokolade bleiben.

Als weiteres Ziel gab Andrés an, die Geschäftsaktivitäten Nestlés in Kolumbien gar zu verdoppeln. Insgesamt besitzt der Schweizer Konzern unter anderem in Kolumbien fünf Fabriken und beschäftigt 2600 Personen - direkte Angestellte und Zulieferer inbegriffen.

Nicht ganz so rosig sieht es in einer anderen Angelegenheit aus, die mit Nestlés Engagement in Kolumbien zusammenhängt: Jahre nach der Ermordung des kolumbianischen Gewerkschafters Luciano Romero soll der Nahrungsmittelkonzern für die Tat von kolumbianischen Paramilitärs geradestehen. Diese hatten den Gewerkschafter verschleppt, unter Folter verhört und getötet. 

Staatsanwaltschaft Waadt am Zug

Die Anwaltsgruppe des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und die kolumbianische Lebensmittelgewerkschaft Sinaltrainal reichten im März 2012 bei der Zuger Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen Nestlé und mehrere damals führende Mitarbeiter ein: den Verwaltungsratspräsidenten und Ex-Konzernchef Peter Brabeck, den ehemaligen Verwaltungsratspräsident Rainer E. Gut sowie zwei weitere Schweizer und einen mexikanischen Nestlé-Kadermitarbeiter.

Der von der kolumbianischen Justiz bereits verurteilte Mord an Luciano Romero sei im Kontext eines über 50 Jahre andauernden bewaffneten Konflikts geschehen, schreibt ECCHR. Romero habe bereits vor seiner Ermordung während Jahren Todesdrohungen erhalten. Dabei hätten auch leitende Mitarbeiter der kolumbianischen Nestlé-Tochter Cicolac eine Rolle gespielt, werfen ECCHR und Sinaltrainal dem Konzern vor.

«Sie verleumdeten ihn und andere Gewerkschafter mehrfach als angeblichen Guerilla-Kämpfer», schreiben die Autoren der Strafanzeige. Romero sei grundlos beschuldigt worden, für einen Bombenanschlag auf das Werksgelände von Cicolac verantwortlich zu sein. Romero war bis im Oktober 2002 bei Cicolac angestellt. Als Gewerkschafter vertrat er die Arbeiter in Verhandlungen über einen Kollektivvertrag.

Inzwischen übernahm die Staatsanwaltschaft im Kanton Waadt die Anzeige. Dieses Jahr dürfte der Fall behandelt werden.

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema

Der Milliardendeal vom April 2012 zwischen Nestlé und Pfizer sorgt in einigen Ländern mit Nestlé-Töchtern für Spekulationen, ob der Mutterkonzern Sparten verkauft oder sich ganz verabschiedet. So auch in Kolumbien.

Nun gab der zuständige Manager Manuel Andrés im Interview mit «El Tiempo» für die Andenrepublik Entwarnung. Kolumbien sei von zentraler Bedeutung, auch die von Nestlé betriebenen Fabriken, so Andrés. Nestlé wolle weiterhin der Marktführer im Bereich Milchprodukte, Kaffee, Getränke, Cerealien und Schokolade bleiben.

Als weiteres Ziel gab Andrés an, die Geschäftsaktivitäten Nestlés in Kolumbien gar zu verdoppeln. Insgesamt besitzt der Schweizer Konzern unter anderem in Kolumbien fünf Fabriken und beschäftigt 2600 Personen - direkte Angestellte und Zulieferer inbegriffen.

Nicht ganz so rosig sieht es in einer anderen Angelegenheit aus, die mit Nestlés Engagement in Kolumbien zusammenhängt: Jahre nach der Ermordung des kolumbianischen Gewerkschafters Luciano Romero soll der Nahrungsmittelkonzern für die Tat von kolumbianischen Paramilitärs geradestehen. Diese hatten den Gewerkschafter verschleppt, unter Folter verhört und getötet. 

Staatsanwaltschaft Waadt am Zug

Die Anwaltsgruppe des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und die kolumbianische Lebensmittelgewerkschaft Sinaltrainal reichten im März 2012 bei der Zuger Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen Nestlé und mehrere damals führende Mitarbeiter ein: den Verwaltungsratspräsidenten und Ex-Konzernchef Peter Brabeck, den ehemaligen Verwaltungsratspräsident Rainer E. Gut sowie zwei weitere Schweizer und einen mexikanischen Nestlé-Kadermitarbeiter.

Der von der kolumbianischen Justiz bereits verurteilte Mord an Luciano Romero sei im Kontext eines über 50 Jahre andauernden bewaffneten Konflikts geschehen, schreibt ECCHR. Romero habe bereits vor seiner Ermordung während Jahren Todesdrohungen erhalten. Dabei hätten auch leitende Mitarbeiter der kolumbianischen Nestlé-Tochter Cicolac eine Rolle gespielt, werfen ECCHR und Sinaltrainal dem Konzern vor.

«Sie verleumdeten ihn und andere Gewerkschafter mehrfach als angeblichen Guerilla-Kämpfer», schreiben die Autoren der Strafanzeige. Romero sei grundlos beschuldigt worden, für einen Bombenanschlag auf das Werksgelände von Cicolac verantwortlich zu sein. Romero war bis im Oktober 2002 bei Cicolac angestellt. Als Gewerkschafter vertrat er die Arbeiter in Verhandlungen über einen Kollektivvertrag.

Inzwischen übernahm die Staatsanwaltschaft im Kanton Waadt die Anzeige. Dieses Jahr dürfte der Fall behandelt werden.

Die aktuelle Ausgabe der Handelszeitung
 

Cover der aktuellen Ausgabe

 

Unsere Partner      
 

UBS, CS und Bär in Petrobras-Skandal involviert. Mehr

Novartis, Zurich und ABB machen Druck auf Bundesrat. Mehr

Sulzer senkt Kaderlöhne, Stellenabbau möglich. Mehr

SV Group will Ikea-Hotel Moxy in die Schweiz bringen. Mehr

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung.

Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die Handelszeitung jede Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis.

Abonnemente

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Die Handelszeitung ist Gründerin und Mitglied von Suite 150 – dem Klub der ältesten Unternehmen der Schweiz.
Zur Übersicht...