30.10.2009 | 17:25
 

Novartis/Swissmedic lässt Grippe-Impfstoffe zu; Kampagnenstart im November (Zus)

Bern (awp/sda) - Ab Mitte November kann man sich in der Schweiz gegen die Schweinegrippe (H1N1) impfen lassen. Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic hat zwei Impfstoffe gegen das Grippevirus zugelassen. Die Impfung ist freiwillig und gratis.

Thomas Zeltner, Direktor des Bundesamts für Gesundheit (BAG), ist von der Sicherheit und vom Nutzen der Impfstoffe gegen die Schweinegrippe überzeugt. "Wir verfügen heute über sichere und getestete Impfstoffe", sagte er am Freitag in Bern vor den Medien.

Dass sechs Monate nach dem Erkennen des neuen Virus ein sicherer und getesteter Impfstoff vorliege, sei eine "Sensation", sagte er. Die Schweiz verfüge bereits für die erste Pandemiewelle über Impfstoffe. Im Pandemieplan sei man davon ausgegangen, dass man die erste Welle noch ohne Impfstoff bewältigen müsse.

13 Mio IMPFDOSEN

Die Eidgenössische Kommission für Impffragen (Ekif) empfiehlt, zuerst das Gesundheitspersonal sowie Kinder und Erwachsene mit chronischen Krankheiten und Schwangere (ab 4. Monat) zu impfen. Die rasche Impfung wird auch jenen nahegelegt, die mit Risikopersonen und mit Säuglingen (unter sechs Monate alt) Kontakt haben.

In einer zweiten Phase, die laut BAG etwa zwei Wochen nach Beginn der Kampagne beginnen dürfte, kann sich impfen lassen, wer es wünscht. "Das sind alle, die sich und ihre Umgebung vor der Schweinegrippe schützen wollen", sagte Zeltner dazu.

Die Impfung ist für alle Menschen freiwillig und gratis. Für die bestellten 13 Mio Dosen Impfstoff bezahlt der Bund 84 Mio CHF, wie BAG-Sprecher Jean-Louis Zurcher ausführte. Wie viel die Impfaktion schlussendlich koste, sei nicht absehbar. Noch wisse man nicht, wie viele Leute sich impfen lassen.

VON NOVARTIS UND GLAXOSMITHKLINE

Die beim Bund gelagerten Impfdosen werden ab Ende der kommenden Woche an die Kantone verteilt. Diese sind für die Feinverteilung und die Organisation der Impfungen zuständig.

Bei den zugelassen Impfstoffen handelt es sich laut Swissmedic um Focetria von Novartis und um Pandemrix von GlaxoSmithKline. Für Kinder ab 10 Jahren und Erwachsene ist eine Spritze nötig, für jüngere Kinder zwei.

Bei beiden Substanzen ist der Anwenderkreis eingeschränkt. Focetria wird für Erwachsene und Kinder ab sechs Monaten empfohlen. Bei Schwangeren und stillenden Müttern muss ein Arzt Vor- und Nachteile einer Impfung abwägen. Pandemrix ist nur für 18- und 60-Jährige zugelassen. Über 60-Jährige können aber gemäss Empfehlungen des BAG trotzdem mit dieser Substanz geimpft werden.

IMPFSTOFFE MIT ADJUVANS

Focetria und Pandemrix enthalten beide ein Adjuvans. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehle dies, damit weltweit mehr Impfstoff zur Verfügung stehe, führte Zeltner aus. Studien hätten zudem gezeigt, dass Impfungen ohne solche Hilfsstoffe einen weniger guten Schutz bieten würden.

Laut Angaben des BAG hat die Zahl der Schweinegrippe-Fälle in den letzten Wochen in der Schweiz deutlich zugenommen. Bisher sind 1550 Fälle im Labor bestätigt worden. Das BAG geht indessen von weit mehr Erkrankten aus, hat aber keine genauen Zahlen, weil nicht alle Fälle systematisch gemeldet werden müssen.

Die Zahl der Schweinegrippe-Todesfälle ist weltweit innerhalb einer Woche um 700 gestiegen. Seit dem Ausbruch der Krankheit im April seien damit nach WHO-Angaben mindestens 5'700 Menschen am H1N1-Virus gestorben. Die meisten Todesfälle dieser Woche - mehr als 600 - wurden aus Nord- und Südamerika gemeldet.

cc

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