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Ölpreis: Vom Erdöl kaum mehr abhängig

Auf die energieintensiven Betriebe der Wirtschaft hat ein Irak-Krieg geringen Einfluss. Zur Kasse kommen Automobilisten und Transporteure.

VonOskar E. Aeberli
18.03.2003

Die in der Öffentlichkeit verbreitete Meinung, dass viele Schweizer Unternehmen wegen dem Ölpreis von einem Irak-Krieg betroffen würden, ist falsch. Der Grund: Für die rund 50 energieintensivsten Betriebe in der Schweiz spielt das Erdöl bzw. dessen Derivate Heizöl und Schweröl im Produktionsprozess nur eine marginale Rolle. «Unsere Betriebe benötigten im Jahre 2001 wohl noch 164 533 Tonnen Erdölprodukte. Gemessen am Gesamtenergieverbrauch der Schweiz machte dieser Anteil der Mitgliederfirmen aber nur bescheidene 3,1% aus», erläutert Martin Häberli von der Interessengemeinschaft Energieintensiver Branchen (IGEB) der Schweiz. Von den restlichen 96,9% der Mineralölprodukte entfallen gemäss Angaben der Erdöl-Vereinigung (EV) 56% auf die Haushalte (Heizöl), 24% auf den Dienstleistungssektor und 18% auf die Industrie.

Betrachtet man den Verbrauch an Brennstoffen (Heizöl, Schweröl) der energieintensiven Branchen im Detail, so steht die Zellstoff-, Papier- und Kartonindustrie mit 68000 Tonnen (t) klar an der Spitze, gefolgt von der Zementindustrie (46000 t), den Glasfabriken (25000 t) und den Ziegelfabriken (16000 t). Einen weitaus höheren Stellenwert bei der Energieversorgung dieser Branchen haben die Fernwärme (18%) und das Erdgas (10%). Einen Sonderfall stellen bei der Zementindustrie mit einem Verbrauch von 193000 t einerseits die Kohle und anderseits mit 4783 Tera-Joule die Energie aus der Abfallentsorgung (Altpneus, Klärschlamm, Tiermehl) dar. «Von den fossilen Energieträgern spielt für unsere Industrie heute nur noch die Kohle eine wesentliche Rolle. Die Abhängigkeit vom Erdöl hat dagegen in den vergangenen Jahren durch den forcierten Einsatz Alternativer Energien massiv an Bedeutung verloren», bestätigt Georg Spycher, Direktor von Cemsuisse, dem Verband der Schweizer Cementindustrie. «Unsere Wettbewerbsfähigkeit hängt auch nicht vom Erdölkonsum ab, weil wir diesbezüglich mit unseren internationalen Mitbewerbern im selben Boot sitzen.»

Die Verunsicherung auf den Energiemärkten zu spüren bekommen haben jene Firmen, deren Produktionsprozess stark vom Einsatz fossiler Brennstoffe abhängig ist. Eine davon ist die Keller Ziegeleien AG in Pfungen. Sie befeuert ihre beiden Werke vorwiegend mit Erdgas und Schweröl. «Die Preise für Schweröl haben in diesem Jahr stark angezogen und ein sehr hohes Niveau erreicht. Wir glauben daher nicht, dass die Preise im Falle eines Irak-Krieges noch erheblich weiter steigen werden», erklärt Juniorchef Christian Keller. Die Lagervorräte der Keller Ziegeleien reichen für rund vier Monate aus.

Von einem Irak-Krieg und dessen Folgen weit mehr betroffen dürften KMU und alle jene Unternehmen (Baufirmen, Taxigewerbe, Transporteure) sein, bei denen der Einsatz von Treibstoffen im Geschäft eine wesentliche Rolle spielt. Dieser Ansicht ist Rolf Hartl, Direktor der Erdöl-Vereinigung. «Beim Benzin sind massive Preisausschläge nach oben und nach unten durchaus denkbar in den nächsten Tagen.» Getrost zurücklehnen können sich dagegen die Heizölkonsumenten. Die Heizsaison neigt sich ja dem Ende zu.

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Die in der Öffentlichkeit verbreitete Meinung, dass viele Schweizer Unternehmen wegen dem Ölpreis von einem Irak-Krieg betroffen würden, ist falsch. Der Grund: Für die rund 50 energieintensivsten Betriebe in der Schweiz spielt das Erdöl bzw. dessen Derivate Heizöl und Schweröl im Produktionsprozess nur eine marginale Rolle. «Unsere Betriebe benötigten im Jahre 2001 wohl noch 164 533 Tonnen Erdölprodukte. Gemessen am Gesamtenergieverbrauch der Schweiz machte dieser Anteil der Mitgliederfirmen aber nur bescheidene 3,1% aus», erläutert Martin Häberli von der Interessengemeinschaft Energieintensiver Branchen (IGEB) der Schweiz. Von den restlichen 96,9% der Mineralölprodukte entfallen gemäss Angaben der Erdöl-Vereinigung (EV) 56% auf die Haushalte (Heizöl), 24% auf den Dienstleistungssektor und 18% auf die Industrie.
Betrachtet man den Verbrauch an Brennstoffen (Heizöl, Schweröl) der energieintensiven Branchen im Detail, so steht die Zellstoff-, Papier- und Kartonindustrie mit 68000 Tonnen (t) klar an der Spitze, gefolgt von der Zementindustrie (46000 t), den Glasfabriken (25000 t) und den Ziegelfabriken (16000 t). Einen weitaus höheren Stellenwert bei der Energieversorgung dieser Branchen haben die Fernwärme (18%) und das Erdgas (10%). Einen Sonderfall stellen bei der Zementindustrie mit einem Verbrauch von 193000 t einerseits die Kohle und anderseits mit 4783 Tera-Joule die Energie aus der Abfallentsorgung (Altpneus, Klärschlamm, Tiermehl) dar. «Von den fossilen Energieträgern spielt für unsere Industrie heute nur noch die Kohle eine wesentliche Rolle. Die Abhängigkeit vom Erdöl hat dagegen in den vergangenen Jahren durch den forcierten Einsatz Alternativer Energien massiv an Bedeutung verloren», bestätigt Georg Spycher, Direktor von Cemsuisse, dem Verband der Schweizer Cementindustrie. «Unsere Wettbewerbsfähigkeit hängt auch nicht vom Erdölkonsum ab, weil wir diesbezüglich mit unseren internationalen Mitbewerbern im selben Boot sitzen.»
Die Verunsicherung auf den Energiemärkten zu spüren bekommen haben jene Firmen, deren Produktionsprozess stark vom Einsatz fossiler Brennstoffe abhängig ist. Eine davon ist die Keller Ziegeleien AG in Pfungen. Sie befeuert ihre beiden Werke vorwiegend mit Erdgas und Schweröl. «Die Preise für Schweröl haben in diesem Jahr stark angezogen und ein sehr hohes Niveau erreicht. Wir glauben daher nicht, dass die Preise im Falle eines Irak-Krieges noch erheblich weiter steigen werden», erklärt Juniorchef Christian Keller. Die Lagervorräte der Keller Ziegeleien reichen für rund vier Monate aus.
Von einem Irak-Krieg und dessen Folgen weit mehr betroffen dürften KMU und alle jene Unternehmen (Baufirmen, Taxigewerbe, Transporteure) sein, bei denen der Einsatz von Treibstoffen im Geschäft eine wesentliche Rolle spielt. Dieser Ansicht ist Rolf Hartl, Direktor der Erdöl-Vereinigung. «Beim Benzin sind massive Preisausschläge nach oben und nach unten durchaus denkbar in den nächsten Tagen.» Getrost zurücklehnen können sich dagegen die Heizölkonsumenten. Die Heizsaison neigt sich ja dem Ende zu.

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