10.03.2010 | 05:30
SYSTEMRISIKEN
Von:
Synes Ernst
Foto:
Bild: Severin Nowacki
 

Parteien fordern von Merz mehr Tempo

Die Parteien wollen nicht bis im Herbst warten, bis der «too big to fail»-Bericht vorliegt und setzen beim Bundesrat zunehmend Druck auf.

Die ‹Abzocker›-Initiative hat in den Parteien viele Ressourcen gebunden. Das erklärt für SVP-Generalsekretär Martin Baltisser, warum in der Debatte über den Umgang mit systemrelevanten Risiken, die von den Grossbanken UBS und CS ausgehen, derzeit Flaute herrscht. Doch Baltisser ist überzeugt: «Die ‹too-big-to-fail›-Problematik wird wieder an Dynamik gewinnen.»

Mit seiner Prognose liegt der SVP-Generalsekretär richtig: Seine Partei verlangt nämlich gemeinsam mit der SP, dass das Parlament die Finanzmarktstrategie des Bundesrats behandelt, bevor es in der nächsten Sommersession das Abkommen mit den USA in Sachen UBS berät. Im Rahmen dieser Strategie muss der Bundesrat auch zeigen, wie er die «too big to fail»-Problematik einschätzt.

Schaulaufen der Parteien

Die Landesregierung steht unter Druck, nachdem die Parteien in den vergangenen Monaten ihre Positionen bereinigt haben: Auf den SVP-Strategen Christoph Blocher, der im September 2009 die Redimensionierung der beiden Grossbanken gefordert hatte, folgte Ende Dezember dann die CVP mit einem Positionspapier unter dem Titel «7 Gebote für einen zukunftsträchtigen Finanzplatz Schweiz». Ende Februar war die Reihe an der SP, die, genervt vom Terminplan des Bundesrats, bei Urs Birchler, Professor am Institut für Schweizerisches Bankenwesen, einen Strategiebericht in Auftrag gab. Anders die FDP (siehe auch Kasten): Sie hatte ursprünglich geplant, die «too big to fail»-Thematik im kommenden April an ihrer Delegiertenversammlung zu behandeln. Sie wartet vor der «finalen Meinungsbildung» auf den Bericht der Arbeitsgruppe Siegenthaler sowie die Vorschläge des Financial Board und des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht. Allerdings könne man heute schon sagen, dass sich die FDP dem allgemeinen Trend zur «besseren Absicherung» anschliessen werde, war von Parteipräsident Fulvio Pelli zusätzlich zu erfahren.

Der verstärkte politische Druck auf den Bundesrat manifestiert sich in mehreren parlamentarischen Vorstössen. Die SVP etwa, die weiter die Redimensionierung der Grossbanken fordert, drängt die Regierung, die Ergebnisse der Finanzmarkt-Arbeitsgruppe rascher als geplant vorzulegen. Zudem verlangt sie Auskunft darüber, wie sich die internationalen «too big to fail»-Entscheide auf die Schweiz auswirken könnten.

Begrenzung der Boni

Zur Verringerung des Systemrisikos durch grosse Finanzinstitute reicht die SP zwei Motionen ein: Die erste verlangt von den Banken im Sinne eines «Stabilisierungsbeitrags des Finanzplatzes» eine Abgabe an den Staat nach dem Vorbild der Obama-Steuer. Mit der zweiten fordert sie gesetzliche Bestimmungen, damit bei Banken, «die wegen ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung und Grösse bei finanziellen Schwierigkeiten durch den Bund gerettet werden müssten, variable Vergütungen an die Mitarbeitenden und an das Management von über 30% des fixen Salärs untersagt» werden könnten.

Auf den Expertenbericht Siegenthaler vertröstet wurde vom Bunderat die CVP, welche im Dezember eine Änderung des Insolvenzrechts gefordert hat. Danach sollen bei der Insolvenz eines systemrelevanten Unternehmens gewisse Kategorien von Fremdkapital in Eigenkapital umgewandelt werden, «damit für die Neukapitalisierung keine Mittel der Steuerzahler mehr nötig sind». Bei solchen Finanzunternehmen sollten nach Meinung der CVP Strukturen geschaffen werden, die es ermöglichen würden, «im Insolvenzfall systemrelevante Funktionen aus den Unternehmen herauszulösen».

Suite 150


Auf Initiative der «Handelszeitung» geben Traditions- unternehmen, die mindestens 150 Jahre alt sind, ihr Know-how an Jungunternehmer weiter. Hier erfahren Sie, welche Firmen zum Kreis «Suite 150» gehören.
Details erfahren

Top 2011

Die Listen der 1300 grössten Unternehmen in der Schweiz sind eine einzigartige Sammlung von Daten und Kennzahlen.
Zu den neuen Listen

SMI 5'817.9 -92.3 -1.6%
SPI 5'437.5 -84.8 -1.5%
SLI 874.2 -16.4 -1.8%
SMIM 1'118.6 -20.7 -1.8%
DAX 30 6'285.8 -149.9 -2.3%
EURO STOXX 215.2 -5.9 -2.7%
FTSE 100 5'266.4 -136.9 -2.5%
Dow Jones 30 Industrial 12'339.0 -163.9 -1.3%
NASDAQ 100 2'507.7 -31.5 -1.2%
S&P 500 1'316.6 0.6 0.1%
Nikkei 225 8'556.6 -172.7 -2.0%

Top und Flops

Name Kurs +/- +/- %
155.80 -0.60 -0.38
54.65 -0.30 -0.55
1'709.00 -16.00 -0.93
49.05 -0.53 -1.07
864.50 -9.50 -1.09
37.89 -1.03 -2.65
30.49 -0.83 -2.65
40.23 -1.14 -2.76
56.25 -2.45 -4.17
375.50 -18.90 -4.79
Name Kurs +/- +/- %
75.63 0.04 0.05
23.75 -0.08 -0.31
47.38 -0.43 -0.90
52.58 -0.50 -0.94
37.91 -0.45 -1.17
29.34 -1.16 -3.79
39.32 -1.64 -3.99
MAN
78.14 -3.30 -4.05
8.39 -0.37 -4.26
14.64 -0.77 -5.00
Name Kurs +/- +/- %
14.35 0.53 3.84
14.40 0.48 3.41
25.14 -0.12 -0.46
67.79 -0.61 -0.89
47.38 -0.43 -0.90
0.70 -0.04 -4.80
9.50 -0.49 -4.90
4.71 -0.26 -5.14
14.46 -0.80 -5.21
11.12 -0.73 -6.12

Aktuelle Ausgabe - Morgen am Kiosk!

Aktuelle Ausgabe der Handelszeitung

  • Deutsche Banken buhlen um Schweizer Schwarzgeld. Lesen
     
  • Affäre um griechischen Ex-Minister trifft Schweizer Banken. Lesen
     
  • Griechenland: Das grosse Pokern um den Euro. Lesen
     
  • Kioske sollen auch Poststellen sein. Lesen
     

 

 

Dieses und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Handelszeitung.
Zum Inhaltsverzeichnis
Abonnement bestellen

Top-Ten


Der schönste Strand, das meistgekaufte Auto oder die angesagteste Stadt? Unsere wöchentliche Top-Ten Liste gibt Aufschluss.
Zu den Top-Ten-Listen

finanzen.ch


Die aktuellen Börsenberichte aus aller Welt und weitere Infos für Anleger finden Sie laufend aktualisiert auf dem Schweizer Börsen- und Finanzportal finanzen.ch - einer Partner-Seite der Handelszeitung.
www.finanzen.ch

Kostenloses Probeabo


4 Wochen lang gratis am Puls der Wirtschaft.
Zur Bestellseite

Sesselwechsel


Gewerbeverband wählt Rime zum Präsidenten.
Zum aktuellen Sesselwechsel
Zur Übersichtsseite

Verlosung:

Gewinnen Sie ein edles Besteckset „duetto“, 24-teilig, von Casa Bugatti.

Mitmachen und gewinnen

Newsletter bestellen

Der Newsletter von Handelszeitung informiert Sie wöchentlich über die wichtigsten News der Schweizer WirtschaftAbonnieren Sie unseren Newsletter und Sie erhalten wöchentlich die wichtigsten News der Schweizer Wirtschaft per E-Mail.
Newsletter abonnieren

ANZEIGE

Dossiers

Die grosse Analyse - auch abseits des Spielfelds: «Handelszeitung Online»...
Alt und schön: Von klassischen Oldtimern geht eine ungewöhnliche Faszination...
Griechenland steckt in einer politischen Krise - die finanzielle Zukunft des...
Hollande oder Sarkozy? Alle Fakten und Hintergründe im Vorfeld der Stichwahl am...
Am Mittwoch hat die Schweizerische Nationalbank wieder eine komplette...
Verbissene Verhandlungen: In Deutschland herrscht keine Einigkeit, ob das...
Das 42. St. Gallen Symposium findet am 3. und 4. Mai 2012 statt.
Die «Handelszeitung» kürt die besten Nobelherbergen für Wellnessferien in der...

RSS abonnieren

ANZEIGE

Werden Sie angemessen bezahlt?

Unser Lohnvergleichs-Tool gibt Aufschluss darüber, ob Sie genügend entlöhnt werden
Das Lohnvergleichs-Tool gibt Aufschluss.
Zum Tool

ANZEIGE