Peugeot ächzt unter der Eurokrise

13 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft als im Vorjahreszeitraum - damit können die Franzosen nicht zufrieden sein. In Europa humpelt Peugeot am meisten.

06.07.2012

Beim französischen Autokonzern PSA Peugeot Citroen sind die Verkäufe im ersten Halbjahr wegen der Konjunkturkrise in Südeuropa eingebrochen.

Mit 1,62 Millionen Autos und leichten Lastwagen setzten die Franzosen knapp 13 Prozent weniger Fahrzeuge ab als im Vorjahreszeitraum, wie der Konzern am Freitag in Paris mitteilte.

Allein in Europa sackten die Verkäufe um gut 15 Prozent auf 980'000 Fahrzeuge ab. Der Konzern leidet besonders unter der Konjunkturschwäche in Folge der Euroschuldenkrise in Südeuropa, wo er traditionell einen Grossteil seiner Geschäfte macht. Die Aktien von Peugeot knickten am Freitag um 6,25 Prozent ein.

In Italien verkauften die Händler der Franzosen in den ersten sechs Monaten 21,5 Prozent weniger Wagen, und auch in Frankreich und Spanien war das Minus zweistellig. Ausnahmen bildeten Deutschland und Grossbritannien, wo das Unternehmen etwas zulegte. Auch in Lateinamerika lief es nicht rund, hier wurden die Franzosen mehr als ein Fünftel weniger Fahrzeuge los.

In den Zahlen von Peugeot spiegelt sich die Misere der europäischen Autoindustrie: Die Kapazitäten der Hersteller sind für den konjunkturbedingt rückläufigen Markt zu hoch, die Autos müssen mit Rabatten angeboten werden. Der US-Autobauer Ford und die deutsche GM-Tochter Opel fahren in Europa genauso Verluste ein wie die Italiener von Fiat .

Die deutschen Oberklassehersteller Audi , BMW und Daimler können sich der Flaute in Europa durch ihr gutes Geschäft auf anderen Kontinenten entziehen. Auch Volkswagen (VW) machte als Branchenprimus zuletzt glänzende Geschäfte.

Erst kürzlich hatten Gewerkschaften einen Plan Peugeots veröffentlicht, mehr Stellen als geplant streichen zu wollen. Nun könnten bis zu 10'000 Stellen in diesem Jahr wegfallen. Auch andere Autobauer sehen sich zum Handeln gezwungen: Fiat-Chef Sergio Marchionne denkt über die Schliessung eines weiteren Werkes im Heimatland Italien nach, wenn die dort produzierten Autos nicht auf boomenden Märkten wie etwa den USA verkauft werden können. Im Kölner Hauptwerk von Ford standen in den vergangenen Monaten tageweise die Bänder still.

(chb/muv/awp)

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Beim französischen Autokonzern PSA Peugeot Citroen sind die Verkäufe im ersten Halbjahr wegen der Konjunkturkrise in Südeuropa eingebrochen.

Mit 1,62 Millionen Autos und leichten Lastwagen setzten die Franzosen knapp 13 Prozent weniger Fahrzeuge ab als im Vorjahreszeitraum, wie der Konzern am Freitag in Paris mitteilte.

Allein in Europa sackten die Verkäufe um gut 15 Prozent auf 980'000 Fahrzeuge ab. Der Konzern leidet besonders unter der Konjunkturschwäche in Folge der Euroschuldenkrise in Südeuropa, wo er traditionell einen Grossteil seiner Geschäfte macht. Die Aktien von Peugeot knickten am Freitag um 6,25 Prozent ein.

In Italien verkauften die Händler der Franzosen in den ersten sechs Monaten 21,5 Prozent weniger Wagen, und auch in Frankreich und Spanien war das Minus zweistellig. Ausnahmen bildeten Deutschland und Grossbritannien, wo das Unternehmen etwas zulegte. Auch in Lateinamerika lief es nicht rund, hier wurden die Franzosen mehr als ein Fünftel weniger Fahrzeuge los.

In den Zahlen von Peugeot spiegelt sich die Misere der europäischen Autoindustrie: Die Kapazitäten der Hersteller sind für den konjunkturbedingt rückläufigen Markt zu hoch, die Autos müssen mit Rabatten angeboten werden. Der US-Autobauer Ford und die deutsche GM-Tochter Opel fahren in Europa genauso Verluste ein wie die Italiener von Fiat .

Die deutschen Oberklassehersteller Audi , BMW und Daimler können sich der Flaute in Europa durch ihr gutes Geschäft auf anderen Kontinenten entziehen. Auch Volkswagen (VW) machte als Branchenprimus zuletzt glänzende Geschäfte.

Erst kürzlich hatten Gewerkschaften einen Plan Peugeots veröffentlicht, mehr Stellen als geplant streichen zu wollen. Nun könnten bis zu 10'000 Stellen in diesem Jahr wegfallen. Auch andere Autobauer sehen sich zum Handeln gezwungen: Fiat-Chef Sergio Marchionne denkt über die Schliessung eines weiteren Werkes im Heimatland Italien nach, wenn die dort produzierten Autos nicht auf boomenden Märkten wie etwa den USA verkauft werden können. Im Kölner Hauptwerk von Ford standen in den vergangenen Monaten tageweise die Bänder still.

(chb/muv/awp)

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