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Peugeot-Chef will Vertrauen – und piesackt die Schweiz

Fahrzeuge

Europas zweitgrösster Autobauer will an der Konkurrenz vorbeiziehen. Konzernchef Carlos Tavares über den neuen Wachstumsplan, die Chancen für Peugeot Citroën und seinen aussergewöhnlichen Spitznamen.

VonMathias Ohanian
23.03.2016
Diskussion
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Peugeot S.A. (PSA Peugeot Citroën)
OneYear
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Nach Jahren der Konsolidierung fühlt sich Europas zweitgrösster Autobauer wieder stark genug für den Angriff. Anfang April gibt PSA Peugeot Citroën die globale Wachstumsstrategie bekannt, mit der das Unternehmen an der Konkurrenz vorbeiziehen will. «Mit dem neuen Plan wollen wir unser bestehendes Potenzial entfesseln», sagt Konzernchef Carlos Tavares im Interview.

Gleichzeitig warnt der PSA-Chef vor den Auswirkungen zunehmender Regulierungsambitionen. Diese seien vor allem in Ländern ohne eigene Automobilbranche zu beobachten – offenbar also auch in der Schweiz: Die zunehmende Regulierung in Europa seit heute das grösste Risiko für die Industrie. Dabei zieht er den Vergleich zum Geldsektor und den Banken, die seit der Finanzkrise von den Regierungen stärker reguliert werden. «Die Einschränkung von Autos oder höhere Kosten für ihre Nutzung haben das Potenzial, die Industrie zu zerrütten», so Tavares.

«Volkswagen-Gate hat der gesamten Branche geschadet»

Um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen geht PSA seit Neuestem einen ungewöhnlichen Weg: Man spannt mit einer Nichtregierungsorganisation zusammen, die unabhängig von PSA den Treibstoffverbrauch auf der Strasse messen und veröffentlichen soll.  Man sei ernsthaft besorgt gewesen um die Reputation aller Hersteller, sagt der Portugiese, der in seiner Freizeit Rallye fährt. «Der Volkswagen-Gate hat der Glaubwürdigkeit der gesamten Branche geschadet.»

Während die Deutschen mit dem Rücken zur Wand stehen, sind die Franzosen wieder in Lauerstellung. Und der Portugiese Tavares ist Hauptverantwortlicher für das vielleicht grösste Comeback der Branche: Erstmals seit drei Jahren vermeldete PSA jüngst wieder einen positiven Jahresabschluss. Auf 1,2 Milliarden Euro summierte sich der Nettogewinn 2015. Deutlich früher als ursprünglich geplant erreichte man das anvisierte Margenziel von 5 Prozent. «Der Turnaround ist erfolgreich abgeschlossen», sagt Tavares.

Paris darf sich freuen

Nun sollen die Aktionäre profitieren: Erstmals will Peugeot im kommenden Jahr basierend auf dem Resultat von 2016 wieder eine Dividende ausschütten. Für ein Unternehmen wie PSA sei eine Dividende normal, sagt der gebürtige Portugiese. Diese soll dann im Schnitt der Industrie liegen. Freuen dürfte das nicht zuletzt Frankreichs Präsident François Hollande.

Vor zwei Jahren stand PSA vor dem Kollaps und überlebte wohl nur dank fremder Hilfe: Die französische Regierung und der halbstaatliche chinesische Autobauer Dongfeng beteiligten sich vor zwei Jahren mit jeweils 14 Prozent an Peugeot. Mit scharfen Spareinschnitten führte Tavares Frankreichs Traditionsmarke wieder in die Spur: Über 15'000 Stellen wurden laut Arbeitnehmervertretern gestrichen, die Modellpalette ausgedünnt.

«Kostenkiller» oder «Car Guy»

In Frankreich war Tavares bereits vor seinem PSA-Engagement als «Kostenkiller» berüchtigt, den Spitznamen erwarb er sich während seiner Zeit bei Renault. Der Beinamen sei richtig, sagt der Portugiese, findet ihn aber zu restriktiv. Tavares sieht sich als «Car Guy». «Ich weiss nicht, ob du heute CEO eines globalen Autoherstellers sein kann, wenn du kein Kostenkiller bist», sagt der PSA-Chef. Der Kunde verlange nach mehr Leistungen bei kleineren Preisen. Hinzu kämen die steigenden regulatorischen Kosten.

Die Weichenstellung für die Zukunft will Tavares am 5. April verkünden. Die neue Wachstumsstrategie mit dem Namen «Push to Pass» unterstreicht die Ambitionen, der Begriff hat Symbolkraft: Im Cockpit eines Rallye-Autos zapft der Fahrer mit dem Push-to-Pass-Knopf Kraftreserven an, um die Konkurrenz zu überholen. Man wolle in strategischen Bereichen langfristig und  organisch wachsen, sagt Tavares. Man stelle sicher, dass der Plan mit eigenen Mitteln erreicht werden könne.

Drei Millionen Peugeots auf iranischen Strassen

Mit Blick auf das globale Wachstum gibt sich Tavares zurückhaltend. «Die Welt heute ist chaotisch», sagt er und nennt als Beispiel Lateinamerika. PSA habe dort noch Wachstumspotenzial und arbeite profitabel, klar sei aber: Die schwachen Währungen der Schwellenländer verursachten Probleme für die Industrie. Indem man lokal operiere und so die Kostenstruktur in lokalen Währungen habe, könne PSA dieses Risiko zu einem gewissen Grad verkleinern.

Wo also sieht Tavares Potenzial? Als wichtigen Wachstumsmarkt für Peugeot nennt er den Iran. Dort waren die Franzosen bis zum Rückzug im Jahr 2012 gross im Geschäft. «Wir hatten 30 Prozent Marktanteil und auf den iranischen Strassen fahren mehr als drei Millionen Peugeots», so Tavares. Kürzlich wurde ein Abkommen mit einem lokalen Hersteller geschlossen. Der PSA-Chef ist optimistisch: Das Potenzial in dem Land liege in den kommenden Jahren bei bis zu 2 Millionen Fahrzeugen.

* Carlos Tavares ist seit 2014 Vorstandsvorsitzender von PSA Peugeot Citroën. Zuvor war er Chief Operating Officer bei Renault. Der geborene Portugiese studierte in Lissabon und an der École Centrale Paris. In seiner Freizeit fährt er selbst Rennen, nahm an der Rallye Monte Carlo und sammelt Oldtimer.

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