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Sepp Blatter unter Beobachtung des IOC

Nach seinem Geständnis, von den Schmiergeldzahlungen an Fifa-Exponenten gewusst zu haben, ohne etwas dagegen zu unternehmen, steht Fifa-Präsident Joseph «Sepp» Blatter nun unter Beobachtung des Intern

VonJean François Tanda
13.07.2012

Eine IOC-Sprecherin sagt der «Handelszeitung»: «In erster Linie ist dies eine Sache der Fifa und wir schauen, welche Schritte sie unternimmt.» Derweil wolle sich das IOC mit den einschlägigen Dokumenten vertraut machen.

Als IOC-Mitglied ist Blatter der Sanktionsgewalt des Internationalen Olympischen Komitees unterstellt. Erst Ende letzten Jahres hatte das IOC zwei seiner Mitglieder gerügt, weil sie Schmiergelder kassiert hatten. Bezahlt hatte die heute konkursite Sportvermarktungsfirma ISL, die nun auch zum Problem für Blatter wird.
 
Am Mittwoch hatte das Bundesgericht auf Antrag der «Handelszeitung» die sogenannte ISL-Einstellungsverfügung öffentlich zugänglich gemacht. Im Justizdokument steht beschrieben, wie Ex-Fifa-Präsident Joao Havelange und Ex-Fifa-Vorstandsmitglied Ricardo Teixeira während Jahren rund 22 Millionen Franken Schmiergeld kassiert haben. Im Dokument wird ebenfalls beschrieben, dass Blatter – obwohl er von diesen Zahlungen wusste – nichts dagegen dagegen unternommen hatte.

Das Schmiergeld stammte von der ISL, die im Gegenzug von der Fifa lukrative Fernseh- und Marketingverträge für Fussballweltmeisterschaften zugeschanzt erhielt. Noch am Mittwoch behauptete die Fifa in einer Medienmitteilung: «In seinem Urteil bestätigt das Bundesgericht (...), dass der Fifa-Präsident nicht in den Fall verwickelt ist.»

«Vergangenheit nicht mit heutigen Massstäben messen»

Doch bereits am Donnerstag musste Blatter zurückkrebsen und einräumen, dass er von der Schmiergeldpraxis wusste. Sein Zuschauen statt einzugreifen begründete er folgendermassen: «Damals konnte man solche Zahlungen als Geschäftsaufwand sogar von den Steuern abziehen. Heute wäre dies strafbar. Man kann die Vergangenheit nicht mit den Massstäben von heute messen. Sonst endet man bei der Moraljustiz. Ich kann also nicht von einem Delikt gewusst haben, welches keines war.»
 
Allerdings war es bereits damals strafbar, eine Organisation finanziell zu schädigen, für die man verantwortlich war. Das erfüllte bereits damals den Straftatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung. Genau das war denn auch der Vorwurf des Staatsanwaltes gegen die Fifa. Seit 1998 ist Blatter Fifa-Präsident. Als sogenannter Exekutivpräsident führt er das Tagesgeschäft und besitzt Einzelunterschrift. Davor war er als Generalsekretär und CEO für das Tagesgeschäft verantwortlich – ebenfalls mit Einzelunterschrift.

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Eine IOC-Sprecherin sagt der «Handelszeitung»: «In erster Linie ist dies eine Sache der Fifa und wir schauen, welche Schritte sie unternimmt.» Derweil wolle sich das IOC mit den einschlägigen Dokumenten vertraut machen.

Als IOC-Mitglied ist Blatter der Sanktionsgewalt des Internationalen Olympischen Komitees unterstellt. Erst Ende letzten Jahres hatte das IOC zwei seiner Mitglieder gerügt, weil sie Schmiergelder kassiert hatten. Bezahlt hatte die heute konkursite Sportvermarktungsfirma ISL, die nun auch zum Problem für Blatter wird.
 
Am Mittwoch hatte das Bundesgericht auf Antrag der «Handelszeitung» die sogenannte ISL-Einstellungsverfügung öffentlich zugänglich gemacht. Im Justizdokument steht beschrieben, wie Ex-Fifa-Präsident Joao Havelange und Ex-Fifa-Vorstandsmitglied Ricardo Teixeira während Jahren rund 22 Millionen Franken Schmiergeld kassiert haben. Im Dokument wird ebenfalls beschrieben, dass Blatter – obwohl er von diesen Zahlungen wusste – nichts dagegen dagegen unternommen hatte.

Das Schmiergeld stammte von der ISL, die im Gegenzug von der Fifa lukrative Fernseh- und Marketingverträge für Fussballweltmeisterschaften zugeschanzt erhielt. Noch am Mittwoch behauptete die Fifa in einer Medienmitteilung: «In seinem Urteil bestätigt das Bundesgericht (...), dass der Fifa-Präsident nicht in den Fall verwickelt ist.»

«Vergangenheit nicht mit heutigen Massstäben messen»

Doch bereits am Donnerstag musste Blatter zurückkrebsen und einräumen, dass er von der Schmiergeldpraxis wusste. Sein Zuschauen statt einzugreifen begründete er folgendermassen: «Damals konnte man solche Zahlungen als Geschäftsaufwand sogar von den Steuern abziehen. Heute wäre dies strafbar. Man kann die Vergangenheit nicht mit den Massstäben von heute messen. Sonst endet man bei der Moraljustiz. Ich kann also nicht von einem Delikt gewusst haben, welches keines war.»
 
Allerdings war es bereits damals strafbar, eine Organisation finanziell zu schädigen, für die man verantwortlich war. Das erfüllte bereits damals den Straftatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung. Genau das war denn auch der Vorwurf des Staatsanwaltes gegen die Fifa. Seit 1998 ist Blatter Fifa-Präsident. Als sogenannter Exekutivpräsident führt er das Tagesgeschäft und besitzt Einzelunterschrift. Davor war er als Generalsekretär und CEO für das Tagesgeschäft verantwortlich – ebenfalls mit Einzelunterschrift.

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