Facebooks letzte Abstimmung - Resultat ungültig

Auch bei der letzten Nutzer-Abstimmung des sozialen Netzwerks Facebook wurde die notwendige Teilnehmerzahl nicht erreicht. Jetzt wird das Unternehmen von Mark Zuckerberg wieder zu einer «Diktatur».

10.12.2012

Ein Hauch demokratischen Frühlings bei Facebook hat sein Ende gefunden: Das soziale Netzwerk darf künftig wieder seine Benutzerregeln nach Belieben ändern, nachdem zu wenige Personen an einer Abstimmung über Mitspracherechte teilgenommen haben.

Dieses Resultat war erwartet worden: Noch in keiner der seit 2009 durchgeführten Abstimmungen war das nötige Quorum von 30 Prozent erreicht worden. Dies war ein Grund, wieso Facebook die Befragungen absetzen wollte.

An der aktuellen Abstimmung hatten sich bis zum Nachmittag erst 650'000 Mitglieder - also nur 0,06 Prozent der Netzwerk-Community - beteiligt. 567'000 von ihnen hatten sich dabei für den Erhalt der Mitspracherechte ausgesprochen. Damit das Resultat verbindlich gewesen wäre, hätten rund 300 Millionen Mitglieder teilnehmen müssen.

An der letzten Abstimmung im Juni hatte die Wahlbeteiligung sogar nur 0,04 Prozent betragen. Facebook beschloss daraufhin, die Abstimmungen abzuschaffen. Stattdessen soll es zusätzliche Möglichkeiten geben, den Verantwortlichen für Datenschutz Fragen zu stellen.

Kritiker: Abstimmungen stets eine Farce

Das Online-Netzwerk, das oft von Datenschützern kritisiert wird, hatte die Abstimmungen immer wieder als einzigartiges Beispiel für Demokratie im Verhältnis zwischen einem Unternehmen und seinen Kunden hervorgehoben. Das Verfahren war eingeführt worden, als Facebook noch rund 200 Millionen Nutzer hatte.

Kritiker hielten Facebook vor, die Abstimmungen seien angesichts der unrealistisch hohen Hürde stets eine Farce gewesen. Facebook hatte diesmal jeden Nutzer per E-Mail auf die Möglichkeit zur Meinungsäusserung hingewiesen.

(jev/tno/sda)

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema

Ein Hauch demokratischen Frühlings bei Facebook hat sein Ende gefunden: Das soziale Netzwerk darf künftig wieder seine Benutzerregeln nach Belieben ändern, nachdem zu wenige Personen an einer Abstimmung über Mitspracherechte teilgenommen haben.

Dieses Resultat war erwartet worden: Noch in keiner der seit 2009 durchgeführten Abstimmungen war das nötige Quorum von 30 Prozent erreicht worden. Dies war ein Grund, wieso Facebook die Befragungen absetzen wollte.

An der aktuellen Abstimmung hatten sich bis zum Nachmittag erst 650'000 Mitglieder - also nur 0,06 Prozent der Netzwerk-Community - beteiligt. 567'000 von ihnen hatten sich dabei für den Erhalt der Mitspracherechte ausgesprochen. Damit das Resultat verbindlich gewesen wäre, hätten rund 300 Millionen Mitglieder teilnehmen müssen.

An der letzten Abstimmung im Juni hatte die Wahlbeteiligung sogar nur 0,04 Prozent betragen. Facebook beschloss daraufhin, die Abstimmungen abzuschaffen. Stattdessen soll es zusätzliche Möglichkeiten geben, den Verantwortlichen für Datenschutz Fragen zu stellen.

Kritiker: Abstimmungen stets eine Farce

Das Online-Netzwerk, das oft von Datenschützern kritisiert wird, hatte die Abstimmungen immer wieder als einzigartiges Beispiel für Demokratie im Verhältnis zwischen einem Unternehmen und seinen Kunden hervorgehoben. Das Verfahren war eingeführt worden, als Facebook noch rund 200 Millionen Nutzer hatte.

Kritiker hielten Facebook vor, die Abstimmungen seien angesichts der unrealistisch hohen Hürde stets eine Farce gewesen. Facebook hatte diesmal jeden Nutzer per E-Mail auf die Möglichkeit zur Meinungsäusserung hingewiesen.

(jev/tno/sda)

Meistgelesen

Die Gold-Initiative könnte die Nachfrage nach dem Metall deutlich erhöhen.
Rohstoffe

Nach dem Fed-Entscheid kam Gold unter Druck. Die Chancen auf eine Erholung stehen aber nicht schlecht. Technisch notiert Gold an seiner Unterstützung, die Gold-Initiative könnte Rückenwind bringen. Mehr...

VonGeorg Pröbstl
09:28
Goldinitiative macht Mindestkurs unglaubwürdig
Bedrohung

Die Märkte haben Respekt vor einer Annahme der Goldinitiative. Diese dürfte den Euro/Franken-Kurs und den Goldpreis beeinflussen. Das ist bereits jetzt sichtbar. Mehr...

VonAndrea Marthaler
09:19
Straftäter «Carlos» sitzt erneut im Gefängnis
Haft

«Carlos» kann es nicht sein lassen: Der verurteilte Straftäter ist nach einer Auseinandersetzung im Zürcher Langstrassenquartier verhaftet worden. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft. Mehr...

10:40
Die Brüder Freitag machen jetzt Hosen, die verschwinden
Mode

Das Taschenlabel Freitag verkauft ab heute kompostierbare Kleidung. Ein Gespräch mit Gründer Daniel Freitag über widerspenstigen Bindfaden und Neuorientierung nach 21 Jahren Arbeit mit LKW-Planen. Mehr...

Interview vonKaren Merkel
15:19
Arbeitslosigkeit: Musterschüler tauschen Plätze
Arbeitslosigkeit

In den Euroländern ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor hoch. Bei den Ländern mit einer tiefen Quote gibt es hingegen eine Überraschung. Mehr...

11:56
Eric Sarasin tritt zurück
Untersuchung

Der Basler Bankier Eric Sarasin steht in Deutschland wegen Beihilfe zum Steuerbetrug im Visier der Staatsanwaltschaft. Nun tritt er von seinem Posten bei der Bank Safra Sarasin zurück. Mehr...

VonStefan Eiselin und Christian Bütikofer
17:41
Argentinien droht nach Staatspleite akuter Zahlungsengpass
Bankrott

Argentinien schlittert in die Krise. Auslöser für die Verschärfung der Zahlungsprobleme ist der Ablauf einer Frist für die Überweisung eines Anleihezinses. Mehr...

18:14

Die aktuelle Ausgabe der Handelszeitung
 

Cover der aktuellen Ausgabe

 

Unsere Partner      
 

UBS in New York wegen Raubkunst angeklagt. Mehr

Swissness-Gesetz gefährdet Schweizer Biermarken. Mehr

Personenfreizügigkeit: Hilfe aus Luxemburg fehlt. Mehr

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung.

Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die Handelszeitung jede Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis.

Abonnemente

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Die Handelszeitung ist Gründerin und Mitglied von Suite 150 – dem Klub der ältesten Unternehmen der Schweiz.
Zur Übersicht...