08.02.2012 | 14:02
 

Kahlschlag bei Nokia: 4000 Mitarbeiter verlieren ihre Stelle

Ein Streichkonzert von Mexiko bis Ungarn: Weil beim kriselnden Handyhersteller Nokia die Verkäufe einbrechen, wollen die Verantwortlichen die Produktion beinahe vollständig nach Asien verlagern. Dieser Massnahme fallen gegen 4000 Mitarbeiter zum Opfer.

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Der kriselnde Handy-Marktführer Nokia zieht in einem radikalen Schnitt die Reissleine in Europa: Die Smartphone-Produktion wird nach Asien verlagert, mehrere tausend Arbeitsplätze fallen weg. Insgesamt sind in Ungarn, Finnland und Mexiko 4000 der zusammen 6900 Mitarbeiter betroffen. Die Verbliebenen sollen die Telefone an lokale Märkte anpassen, dabei geht es zum Beispiel um die Installation zusätzlicher Software oder eine Umverpackung. Das erklärt ein Nokia-Sprecher. 

Der Umzug in die Nähe der asiatischen Zulieferer solle für ein höheres Innovationstempo und eine bessere Verzahnung mit den Bauteile-Herstellern sorgen, erklärte Nokia. Den betroffenen Mitarbeitern solle bei der Suche nach neuen Jobs geholfen werden. Nokia ist einer der wenigen Elektronik-Anbieter, die noch selbst ihre Geräte bauen. Konkurrenten wie Apple setzen auf asiatische Auftragsfertiger. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, Nokia könnte die eigene Produktionsstruktur auf den Prüfstand stellen. Offiziell heisst es jedoch stets, man habe damit enorme logistische Vorteile.

Aderlass in Budapest

Beim nun angekündigten Umbau verlieren die meisten Nokia-Mitarbeiter ihre Arbeit im ungarischen Komarom: In dem Werk 100 Kilometer westlich von Budapest müssen nach Nokia-Angaben 2300 von 4200 Beschäftigten gehen. In Salo in der finnischen Nokia-Heimat fallen 1000 von 1700 Arbeitsplätzen weg. In Mexiko müssen sich im Werk Reynosa 700 von 1000 Arbeitern einen neuen Job suchen. Der Stellenabbau soll bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Das ungarische Wirtschaftsministerium bedauerte Nokias Schritt. Man werde «alles unternehmen, um den in eine schwierige Lage geratenen Betroffenen zu neuen Arbeitsplätzen zu verhelfen», hiess es in Budapest. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hatte Nokia erst am Dienstag in seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation zusammen mit anderen Industrie-Investoren wie Mercedes, Audi und Bosch als positives Beispiel für ausländisches Wirtschaftsengagement in Ungarn hervorgehoben. Nokia hatte vor kurzem bereits die Produktion einfacher Handys aus dem rumänischen Cluj nach Asien verlagert. Auch das hatte für Aufregung gesorgt: Das Werk war erst 2008 von Bochum aus nach Rumänien gezogen. In Deutschland baute Nokia stattdessen einen Schwerpunkt für Software-Entwicklung auf, unter anderem bei Navigationsdiensten.

Sparen soll Nokia wieder auf Kurs bringen

Nokia kämpft mit sinkenden Verkäufen und hohen Verlusten. Zuletzt gab es allein im Schlussquartal 2011 ein Minus von 1,1 Milliarden Euro. Die Kostenersparnisse durch die günstigere Produktion in Asien stünden bei der Verlagerung aber nicht im Vordergrund, betonte ein Sprecher. Im boomenden Smartphone-Markt steckt Nokia gerade in einer schwierigen Übergangsphase. Im November kamen die ersten Lumia-Telefone mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone auf den Markt, davon wurde bis Ende 2011 rund eine Million Geräte abgesetzt. Das konnte die Rückgänge bei Nokias alter Plattform Symbian allerdings bei weitem nicht ausgleichen.

(muv/vst/sda/awp)

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