Meistgelesen

Videointerview

Der Schweizer Börsenprophet erwartet eine «ernsthafte und schmerzhafte» Korrektur. Hierzulande könnte es bald negative Zinsen geben – «das wäre Enteignung von Privateigentum», so Marc Faber im Video. Mehr...

VonAndrea Marthaler
17.12.2014
54 Soldaten in Nigeria zum Tode verurteilt
Urteil

Ein Militärgericht in Nigeria hat Dutzende Soldaten zum Tode verurteilt. Sie sollen sich geweigert haben, sich dem Kampf gegen die Islamistengruppe Boko Haram anzuschliessen. Mehr...

06:44
Ausblick: Ölpreissturz sorgt 2015 für riesige Umverteilung
Ausblick

Der Ölpreisverfall treibt Länder wie Russland oder Venezuela an den Rand des Ruins. Andere Volkswirtschaften – wie die Schweiz – profitieren jedoch. Die Weltkonjunktur erhält einen Schub. Mehr...

VonMathias Ohanian
17.12.2014
Schlafende Polizisten lassen sich Radarfalle klauen
Kriminalität

Eigentlich wollten zwei italienische Polizisten nur eine Geschwindigkeitskontrolle durchführen, doch aus der Routinekontrolle wurde ein handfester Kriminalfall. Mehr...

16.12.2014
Unerwartet

Ein geldpolitischer Paukenschlag: Die Nationalbank reagiert mit Strafzinsen auf den starken Franken. Zuvor intervenierte sie offenbar bereits massiv, um die Frankengrenze zu verteidigen. Mehr...

Aktualisiert vor 46 Minuten
Rubel-Absturz: Russen zeichnen Preise nun in Euro aus
Verweifelt

Die Währungspanik um den Rubel erfasst die Händler. In Moskau beginnen Geschäftsbesitzer damit, Preise in Dollar und Euro auszuzeichnen. Das weckt böse Erinnerungen an die schwere Krise in den 90ern. Mehr...

VonJan Vollmer
16.12.2014
Schwarzgeld-Rekord: Schweiz als Fluchtburg
Zahlungen

Aus den Entwicklungsländern der Welt fliesst elfmal so viel Schwarzgeld ab, wie Entwicklungshilfe gezahlt wird. Das ist neuer Rekord. Die Schweiz profitiert vom Boom. Mehr...

16.12.2014

Anzeige

Rapidshare wie UBS: Hunderttausende Dollar für US-Lobbying

Datenspeicher

Im Gegensatz zur verhafteten Crew des Dateienhosters Megaupload werben die Eigner der Schweizer Firma Rapidshare geschickt für ihre Anliegen. Allein 2011 waren es 500'000 Dollar.

VonChristian Bütikofer
03.02.2012

Der Firma Rapidshare des Deutschen Christian-Alexander Schmid (31) stehen stürmische Zeiten bevor: Der Filehoster aus dem Zuger Vorort Baar ist nach der Razzia des FBI und weiterer Justizbehörden gegen Megaupload.com neben Mediafire.com der mit Abstand grösste Dienstleister fürs Speichern grosser Dateien im Internet.

Konkurrent Megaupload von Kim Schmitz alias Kim Dotcom war in Hong Kong und Neuseeland stationiert – die Behörden werfen Megaupload bekanntlich Urheberrechtsverletzungen im dreistelligen Millionenbereich vor.

Schweizer Internauten lieben Rapidshare

Rapidshare belegt laut dem Analysedienst Alexa weltweit Rang 201 aller gemessenen Webseiten. Nach den Polizeiaktionen gegen den Konkurrenten Megaupload schossen die Zugriffszahlen in den vergangenen Tagen in die Höhe: Alexa meldete ein Plus von bis zu 23 Prozent.

Damit ist Rapidshare auf gutem Wege, sich wieder der Bestmarke vom September 2008 zu nähern: Damals belegte die Firma im Alexa-Ranking weltweit Rang 12, geschlagen nur von Grössen wie Google, Wikipedia oder Yahoo. In Europa nutzen heute nach Griechenland, Belgien und Spanien die Schweizer Rapidshare am häufigsten.

Nach eigenen Angaben war Rapidshare im September 2008 der weltweit grösste Filehoster mit einer Speicherkapazität von zirka 4,5 Petabyte (4,7 Millionen Gigabyte). In den seither verstrichenen drei Jahren dürfte der Speicherplatz nicht rückläufig gewesen sein - im Gegenteil.

Lobbyarbeit begann früh

Damit Rapidshare nicht dasselbe Schicksal ereilt wie Megaupload, begann die Firma schon bald nach der Übersiedlung 2006 vom deutschen Kenzingen in die Schweiz mit aktiver Lobbyarbeit, wie Recherchen von «Handelszeitung Online» zeigen.

Laut der amerikanischen Lobby-Datenbank Opensecrets gab die Rapidshare AG in den Jahren 2010 und 2011 insgesamt 650'000 US-Dollar aus. Der Löwenanteil floss 2011 - damals wandte die Filehosting-Firma  von Christian-Alexander Schmid 500'000 Dollar auf. Damit befand sie sich auf Augenhöhe mit der Grossbank UBS, die im gleichen Jahr 600'000 Dollar für Lobbying ausgab.

Die von Rapidshare mehrheitlich engagierte Firma Dutko Worldwide sorgte im US-Parlament dafür, dass den Interessen der Zuger Gehör verschafft wurde. Doch das US-Lobbying ist nur ein Teil der PR-Strategie von Rapidshare: Bereits 2008 engagierte die Zuger IT-Firma einen Schweizer PR-Berater, der jetzt im gleichen Verband mit Dutko arbeitet.

«Informationsgespräch» auf Tonband

Dieser PR-Mann ist nicht irgendwer. Er steuerte auch seinen Anteil am erfolgreichen Lobbying für den umstrittenen neuen schwedischen Kampfjet «Gripen» der Schweizer Armee bei. Die Schweizer PR-Firma überliess nichts dem Zufall: Als der Autor zu einem «Informationsgespräch» nach einem Artikel zu Rapidshare eingeladen wurde, wollte jener PR-Berater das Gespräch gleich auf Tonband aufnehmen – ein überaus unübliches Vorgehen in der Branche.

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema

Der Firma Rapidshare des Deutschen Christian-Alexander Schmid (31) stehen stürmische Zeiten bevor: Der Filehoster aus dem Zuger Vorort Baar ist nach der Razzia des FBI und weiterer Justizbehörden gegen Megaupload.com neben Mediafire.com der mit Abstand grösste Dienstleister fürs Speichern grosser Dateien im Internet.

Konkurrent Megaupload von Kim Schmitz alias Kim Dotcom war in Hong Kong und Neuseeland stationiert – die Behörden werfen Megaupload bekanntlich Urheberrechtsverletzungen im dreistelligen Millionenbereich vor.

Schweizer Internauten lieben Rapidshare

Rapidshare belegt laut dem Analysedienst Alexa weltweit Rang 201 aller gemessenen Webseiten. Nach den Polizeiaktionen gegen den Konkurrenten Megaupload schossen die Zugriffszahlen in den vergangenen Tagen in die Höhe: Alexa meldete ein Plus von bis zu 23 Prozent.

Damit ist Rapidshare auf gutem Wege, sich wieder der Bestmarke vom September 2008 zu nähern: Damals belegte die Firma im Alexa-Ranking weltweit Rang 12, geschlagen nur von Grössen wie Google, Wikipedia oder Yahoo. In Europa nutzen heute nach Griechenland, Belgien und Spanien die Schweizer Rapidshare am häufigsten.

Nach eigenen Angaben war Rapidshare im September 2008 der weltweit grösste Filehoster mit einer Speicherkapazität von zirka 4,5 Petabyte (4,7 Millionen Gigabyte). In den seither verstrichenen drei Jahren dürfte der Speicherplatz nicht rückläufig gewesen sein - im Gegenteil.

Lobbyarbeit begann früh

Damit Rapidshare nicht dasselbe Schicksal ereilt wie Megaupload, begann die Firma schon bald nach der Übersiedlung 2006 vom deutschen Kenzingen in die Schweiz mit aktiver Lobbyarbeit, wie Recherchen von «Handelszeitung Online» zeigen.

Laut der amerikanischen Lobby-Datenbank Opensecrets gab die Rapidshare AG in den Jahren 2010 und 2011 insgesamt 650'000 US-Dollar aus. Der Löwenanteil floss 2011 - damals wandte die Filehosting-Firma  von Christian-Alexander Schmid 500'000 Dollar auf. Damit befand sie sich auf Augenhöhe mit der Grossbank UBS, die im gleichen Jahr 600'000 Dollar für Lobbying ausgab.

Die von Rapidshare mehrheitlich engagierte Firma Dutko Worldwide sorgte im US-Parlament dafür, dass den Interessen der Zuger Gehör verschafft wurde. Doch das US-Lobbying ist nur ein Teil der PR-Strategie von Rapidshare: Bereits 2008 engagierte die Zuger IT-Firma einen Schweizer PR-Berater, der jetzt im gleichen Verband mit Dutko arbeitet.

«Informationsgespräch» auf Tonband

Dieser PR-Mann ist nicht irgendwer. Er steuerte auch seinen Anteil am erfolgreichen Lobbying für den umstrittenen neuen schwedischen Kampfjet «Gripen» der Schweizer Armee bei. Die Schweizer PR-Firma überliess nichts dem Zufall: Als der Autor zu einem «Informationsgespräch» nach einem Artikel zu Rapidshare eingeladen wurde, wollte jener PR-Berater das Gespräch gleich auf Tonband aufnehmen – ein überaus unübliches Vorgehen in der Branche.

Die aktuelle Ausgabe der Handelszeitung
 

Cover der aktuellen Ausgabe

 

Unsere Partner      
 

Börsenexperte Marc Faber: «Kurssturz um 30 Prozent». Mehr

Peter Spuhler ist Unternehmer des Jahres 2014. Mehr

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung.

Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die Handelszeitung jede Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis.

Abonnemente

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Die Handelszeitung ist Gründerin und Mitglied von Suite 150 – dem Klub der ältesten Unternehmen der Schweiz.
Zur Übersicht...