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UBS 2012: Ein Milliardenverlust als Nebensache

Mit Spannung werden die UBS-Geschäftszahlen erwartet: Dabei steht nicht primär der erwartete Quartalsverlust von über 2 Milliarden Franken im Rampenlicht - noch viel wichtiger sind die Aussagen zum Um

04.02.2013

Die Grossbank UBS publiziert am Dienstag das Geschäftsergebnis für das vierte Quartal 2012. Seit die UBS Ende Oktober letzten Jahres den (beschleunigten) Umbau der Bank kommuniziert hat, interessiert Marktteilnehmer vor allem, wieweit sie auf dem Weg dorthin schon fortgeschritten ist.

Die Bank will bekanntlich den Fokus mehr auf das Wealth Management und weg vom Investment Banking legen. Bei letzterem konzentriere man sich auf die «traditionellen Stärken» in den Bereichen Aktien, Devisen und Edelmetalle, hiess es vor drei Monaten. Dagegen soll ein Rückzug aus gewissen Sparten im Fixed Income Bereich, die unrentabel geworden sind, erfolgen.

Positive Tendenz in den Kommentaren

Grundsätzlich waren die meisten Analystenkommentare im Nachgang zur Ankündigung des Umbaus in der Tendenz positiv bis sehr positiv und sind es auch jetzt noch. Die ZKB etwa meinte jüngst in einer Studie, dass die UBS eine Vorreiterrolle eingenommen habe. Die Staatsbank schätzt die Strategie als erfolgversprechender ein als diejenige der Konkurrentin CS, auch wenn die jüngst zurückgekehrte Risikobereitschaft der Investoren kurzfristig eher der Geschäftsausrichtung der CS diene.

Allerdings gibt es auch skeptischere Stimmen. Die Analysten der französischen Exane BNP Paribas etwa bezeichnen die Unsicherheit im Hinblick auf die Umsetzung der Strategie als signifikant. Am Ende könnte ein «mittelgrosses europäisches Wertschriftenhaus» herauskommen, und ein solches Geschäftsmodell würde vermutlich kaum die Kapitalkosten erwirtschaften, befürchten sie.

Wo steht der Umbau?

Im Fokus am kommenden Dienstag dürfte also vor allem der Stand des Transformationsprozesses sein. Dabei geht es etwa um den Stellenabbau und die damit zusammenhängenden Kosteneinsparungen, oder auch um den Abbau der Risiken beziehungsweise der sogenannten risikogewichteten Aktiven. Die Quartalszahlen werden hingegen weniger Interesse finden, zumal die Eckdaten schon bekannt sind. Der Q4-Abschluss werde so etwas wie ein Non-Event sein, meint denn auch der Broker Helvea.

Die Bank hat sich zusammen mit der Ankündigung des grossen Umbaus neue Ziele gesetzt. Unter anderem will die UBS nach abgeschlossenem Konzernumbau ab dem Jahr 2015 eine Eigenkapitalrendite von mindestens 15 Prozent erreichen. In den Zwischenjahren 2013 und 2014 rechnet das Management mit einer Eigenkapital-Rendite im mittleren einstelligen Bereich. Das Aufwand-Ertrags-Verhältnis im Gesamtkonzern soll ab 2015 noch 60 bis 70 Prozent betragen.

Zahlen weitgehend bekannt

Im Zusammenhang mit der Mitteilung zur Libor-Busse machte die Bank auch erste Angaben zum Ergebnis im Geschäftsjahr 2012. Demnach rechnet sie (Stand Mitte Dezember) für das vierte Quartal mit einem Reinverlust von 2,0 bis 2,5 Milliarden Franken. Gründe dafür seien Rückstellungen für Rechtsfälle von rund 2,1 Milliarden Franken, Restrukturierungskosten von 0,5 Milliarden sowie ein Verlust von zirka 0,4 Milliarden aus der Neubewertung.

Auf bereinigter Basis wird ein Vorsteuergewinn in der Grössenordnung von 2,5 bis 3,0 Milliarden Franken erwartet. Für das Gesamtjahr 2012 ergäbe sich ein Reinverlust zwischen etwa 2,9 und 3,4 Milliarden Franken.

Personalabbau im Gang

Laut den Angaben vom Oktober sollen in den nächsten drei Jahren rund 10'000 Stellen wegfallen, davon 2'500 in der Schweiz, wobei per Ende September 63'745 Personen bei der Bank beschäftigt waren. Zudem versprach die Bank im Oktober zusätzliche Kosteneinsparungen von 3,4 Milliarden Franken, womit bis 2015 insgesamt 5,4 Milliarden pro Jahr eingespart werden sollen.

Für das Geschäftsjahr 2011 war nach drei Jahren ohne Dividende eine solche von 10 Rappen ausbezahlt worden, für das vergangene Jahr 2012 erwarten Analysten nun ähnlich viel oder etwas mehr. 

Aktie erholt

Die UBS-Aktie hat im Nachgang zur Bekanntgabe des Umbaus stark zugelegt und das Jahr 2012 mit einem Plus von knapp 28 Prozent beendet. Dies im Gegensatz zum Papier der Konkurrentin Credit Suisse (CS), das sich per Saldo praktisch nicht bewegt hat. Seit Anfang Jahr hat die CS-Aktie mit einem Plus von deutlich über 20 Prozent dank der wieder verbesserten Börsenstimmung aber deutlich mehr gewonnen als die UBS-Aktie (+10 Prozent).

Die Analysten der ZKB meinen in einer Studie zu den beiden Grossbanken allerdings, dass die Bewertung der UBS-Aktien dank der Neuausrichtung weiter steigen und sich der Bewertungsunterschied zur CS erhöhen sollte.

(vst/aho/awp)

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Die Bank will bekanntlich den Fokus mehr auf das Wealth Management und weg vom Investment Banking legen. Bei letzterem konzentriere man sich auf die «traditionellen Stärken» in den Bereichen Aktien, Devisen und Edelmetalle, hiess es vor drei Monaten. Dagegen soll ein Rückzug aus gewissen Sparten im Fixed Income Bereich, die unrentabel geworden sind, erfolgen.

Positive Tendenz in den Kommentaren

Grundsätzlich waren die meisten Analystenkommentare im Nachgang zur Ankündigung des Umbaus in der Tendenz positiv bis sehr positiv und sind es auch jetzt noch. Die ZKB etwa meinte jüngst in einer Studie, dass die UBS eine Vorreiterrolle eingenommen habe. Die Staatsbank schätzt die Strategie als erfolgversprechender ein als diejenige der Konkurrentin CS, auch wenn die jüngst zurückgekehrte Risikobereitschaft der Investoren kurzfristig eher der Geschäftsausrichtung der CS diene.

Allerdings gibt es auch skeptischere Stimmen. Die Analysten der französischen Exane BNP Paribas etwa bezeichnen die Unsicherheit im Hinblick auf die Umsetzung der Strategie als signifikant. Am Ende könnte ein «mittelgrosses europäisches Wertschriftenhaus» herauskommen, und ein solches Geschäftsmodell würde vermutlich kaum die Kapitalkosten erwirtschaften, befürchten sie.

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Zahlen weitgehend bekannt

Im Zusammenhang mit der Mitteilung zur Libor-Busse machte die Bank auch erste Angaben zum Ergebnis im Geschäftsjahr 2012. Demnach rechnet sie (Stand Mitte Dezember) für das vierte Quartal mit einem Reinverlust von 2,0 bis 2,5 Milliarden Franken. Gründe dafür seien Rückstellungen für Rechtsfälle von rund 2,1 Milliarden Franken, Restrukturierungskosten von 0,5 Milliarden sowie ein Verlust von zirka 0,4 Milliarden aus der Neubewertung.

Auf bereinigter Basis wird ein Vorsteuergewinn in der Grössenordnung von 2,5 bis 3,0 Milliarden Franken erwartet. Für das Gesamtjahr 2012 ergäbe sich ein Reinverlust zwischen etwa 2,9 und 3,4 Milliarden Franken.

Personalabbau im Gang

Laut den Angaben vom Oktober sollen in den nächsten drei Jahren rund 10'000 Stellen wegfallen, davon 2'500 in der Schweiz, wobei per Ende September 63'745 Personen bei der Bank beschäftigt waren. Zudem versprach die Bank im Oktober zusätzliche Kosteneinsparungen von 3,4 Milliarden Franken, womit bis 2015 insgesamt 5,4 Milliarden pro Jahr eingespart werden sollen.

Für das Geschäftsjahr 2011 war nach drei Jahren ohne Dividende eine solche von 10 Rappen ausbezahlt worden, für das vergangene Jahr 2012 erwarten Analysten nun ähnlich viel oder etwas mehr. 

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Die UBS-Aktie hat im Nachgang zur Bekanntgabe des Umbaus stark zugelegt und das Jahr 2012 mit einem Plus von knapp 28 Prozent beendet. Dies im Gegensatz zum Papier der Konkurrentin Credit Suisse (CS), das sich per Saldo praktisch nicht bewegt hat. Seit Anfang Jahr hat die CS-Aktie mit einem Plus von deutlich über 20 Prozent dank der wieder verbesserten Börsenstimmung aber deutlich mehr gewonnen als die UBS-Aktie (+10 Prozent).

Die Analysten der ZKB meinen in einer Studie zu den beiden Grossbanken allerdings, dass die Bewertung der UBS-Aktien dank der Neuausrichtung weiter steigen und sich der Bewertungsunterschied zur CS erhöhen sollte.

(vst/aho/awp)

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