Der UBS-Milliarden-Skandal Der Milliardenverlust der UBS Investment Bank in London beschert der Schweizer Grossbank nicht nur einen finanziellen, sondern vorallem imagemässigen Schaden. Zum Dossier...

UBS erwartet nun doch Gewinn

Die UBS erwartet für das dritte Quartal einen «moderaten» Reingewinn - dies trotz des durch einen Händler in London verursachten Milliarden-Verlustes.

04.10.2011

Die Grossbank UBS erwartet für das dritte Quartal 2011 einen den Aktionären zurechenbaren «moderaten Reingewinn». Darin enthalten sei der Verlust von 2,3 Milliarden Dollar durch die nicht autorisierten Geschäfte eines Händlers sowie Restrukturierungsaufwendungen von 0,4 Milliarden Franken in Verbindung mit dem Kostensenkungsprogramm der Bank, teilte die UBS am Dienstag mit. Für die Vermögensverwaltung wird ein Nettoneugeldzufluss in etwa auf Höhe des zweiten Quartals erwartet.

In dem erwarteten Gewinn seien der Verlust von 2,3 Milliarden Dollar durch die nicht autorisierten Geschäfte des Händlers enthalten wie auch Restrukturierungsaufwendungen von 0,4 Milliarden Franken in Verbindung mit dem bereits angekündigten Kostensenkungsprogramm der Bank, teilte die UBS am Dienstag mit. Dagegen beläuft sich der Gewinn aus der Fair-Value-Bewertung eigener finanzieller Verbindlichkeiten auf 1,5 Milliarden Franken. Diese werden durch die Ausweitung der Kreditspreads der UBS im Verlauf des dritten Quartals hervorgerufen.

Dazu kommt ein Gewinn aus dem Verkauf von Treasury-bezogenen Anlagen von ungefähr 0,7 Milliarden Franken bei der Division Wealth Management & Swiss Bank. Bei den Anlagen handle es sich um Positionen zur Absicherung des tiefen Zinsniveaus, insbesondere um US-Treasuries und britischen Gilts, präzisierte eine UBS-Sprecherin auf Anfrage.

UBS solide kapitalisiert

Bezüglich der Nettoneugeldzuflüsse in den Wealth Management-Einheiten geht die Bank davon aus, dass sich diese im dritten Quartal «auf dem Niveau des 2. Quartals 2011» bewegen. Damals waren der Vermögensverwaltung rund 5,6 Milliarden Franken zugeflossen. Dagegen wird für das Global Asset Management mit «geringfügigen Nettoneugeldabflüssen» gerechnet, nachdem im Q2 noch ein Zufluss von 1,1 Milliarden Franken verzeichnet worden war.

Die UBS sei weiterhin solide kapitalisiert, betont die Bank weiter. Unter Berücksichtigung der Verluste aus dem unautorisierten Handel werde die Kapitalbasis per Ende drittes Quartal 2011 ungefähr dem Stand Ende des Vorquartals entsprechen. Allerdings dürfte die BIZ-Kernkapitalquote (Tier 1) gemäss Basel II gegenüber dem zweiten Quartal wegen der Auswirkungen leicht zurückgehen, da sich der von dem Händler verursachte Milliardenverlust auf die risikogewichteten Aktiven auswirke.

Kostensenkungsprogramm verläuft planmässig

Das bereits früher angekündigte Kostensenkungsprogramm verläuft laut der Mitteilung planmässig. Der Grossteil der betroffenen Mitarbeitenden sei bereits informiert worden, und die Umsetzung der Abbaumassnahmen dauere noch bis 2012. Im August hatte die UBS mitgeteilt, dass sie bis Ende 2013 ihre jährliche Kostenbasis um rund 2 Milliarden Franken senken wolle. Dabei sei der Abbau von rund 3'500 Stellen geplant. Die Restrukturierungsaufwendungen waren damals mit 550 Millionen Franken beziffert worden, von denen rund 450 Millionen in der zweiten Jahreshälfte 2011 anfallen würden.

Weiterhin will die UBS aber in Wachstumsregionen wie den Raum Asien/Pazifik, Nord- und Lateinamerika und die Emerging Markets sowie in ihr globales Wealth-Management-Geschäft investieren, wie sie in der Mitteilung vom Dienstag betont. Neuigkeiten zur Konzernstrategie würden am 17. November am Investorentag mitgeteilt, sagte die UBS-Sprecherin. Nach dem Milliardenverlust des Händlers in London wird erwartet, dass die UBS ihre Investment Bank verkleinern und risikoärmer machen wird.

Die am Dienstag vorgelegten Angaben zum dritten Quartal beruhten auf «vorläufigen Schätzungen in einer frühen Phase der Abschlussarbeiten», schreibt die Bank. Vor der Präsentation der definitiven Drittquartalsergebnisse am 25. Oktober seien aber keine weiteren Updates geplant, schreibt die Bank.

(rcv/kgh/sda/awp)

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema

Die Grossbank UBS erwartet für das dritte Quartal 2011 einen den Aktionären zurechenbaren «moderaten Reingewinn». Darin enthalten sei der Verlust von 2,3 Milliarden Dollar durch die nicht autorisierten Geschäfte eines Händlers sowie Restrukturierungsaufwendungen von 0,4 Milliarden Franken in Verbindung mit dem Kostensenkungsprogramm der Bank, teilte die UBS am Dienstag mit. Für die Vermögensverwaltung wird ein Nettoneugeldzufluss in etwa auf Höhe des zweiten Quartals erwartet.

In dem erwarteten Gewinn seien der Verlust von 2,3 Milliarden Dollar durch die nicht autorisierten Geschäfte des Händlers enthalten wie auch Restrukturierungsaufwendungen von 0,4 Milliarden Franken in Verbindung mit dem bereits angekündigten Kostensenkungsprogramm der Bank, teilte die UBS am Dienstag mit. Dagegen beläuft sich der Gewinn aus der Fair-Value-Bewertung eigener finanzieller Verbindlichkeiten auf 1,5 Milliarden Franken. Diese werden durch die Ausweitung der Kreditspreads der UBS im Verlauf des dritten Quartals hervorgerufen.

Dazu kommt ein Gewinn aus dem Verkauf von Treasury-bezogenen Anlagen von ungefähr 0,7 Milliarden Franken bei der Division Wealth Management & Swiss Bank. Bei den Anlagen handle es sich um Positionen zur Absicherung des tiefen Zinsniveaus, insbesondere um US-Treasuries und britischen Gilts, präzisierte eine UBS-Sprecherin auf Anfrage.

UBS solide kapitalisiert

Bezüglich der Nettoneugeldzuflüsse in den Wealth Management-Einheiten geht die Bank davon aus, dass sich diese im dritten Quartal «auf dem Niveau des 2. Quartals 2011» bewegen. Damals waren der Vermögensverwaltung rund 5,6 Milliarden Franken zugeflossen. Dagegen wird für das Global Asset Management mit «geringfügigen Nettoneugeldabflüssen» gerechnet, nachdem im Q2 noch ein Zufluss von 1,1 Milliarden Franken verzeichnet worden war.

Die UBS sei weiterhin solide kapitalisiert, betont die Bank weiter. Unter Berücksichtigung der Verluste aus dem unautorisierten Handel werde die Kapitalbasis per Ende drittes Quartal 2011 ungefähr dem Stand Ende des Vorquartals entsprechen. Allerdings dürfte die BIZ-Kernkapitalquote (Tier 1) gemäss Basel II gegenüber dem zweiten Quartal wegen der Auswirkungen leicht zurückgehen, da sich der von dem Händler verursachte Milliardenverlust auf die risikogewichteten Aktiven auswirke.

Kostensenkungsprogramm verläuft planmässig

Das bereits früher angekündigte Kostensenkungsprogramm verläuft laut der Mitteilung planmässig. Der Grossteil der betroffenen Mitarbeitenden sei bereits informiert worden, und die Umsetzung der Abbaumassnahmen dauere noch bis 2012. Im August hatte die UBS mitgeteilt, dass sie bis Ende 2013 ihre jährliche Kostenbasis um rund 2 Milliarden Franken senken wolle. Dabei sei der Abbau von rund 3'500 Stellen geplant. Die Restrukturierungsaufwendungen waren damals mit 550 Millionen Franken beziffert worden, von denen rund 450 Millionen in der zweiten Jahreshälfte 2011 anfallen würden.

Weiterhin will die UBS aber in Wachstumsregionen wie den Raum Asien/Pazifik, Nord- und Lateinamerika und die Emerging Markets sowie in ihr globales Wealth-Management-Geschäft investieren, wie sie in der Mitteilung vom Dienstag betont. Neuigkeiten zur Konzernstrategie würden am 17. November am Investorentag mitgeteilt, sagte die UBS-Sprecherin. Nach dem Milliardenverlust des Händlers in London wird erwartet, dass die UBS ihre Investment Bank verkleinern und risikoärmer machen wird.

Die am Dienstag vorgelegten Angaben zum dritten Quartal beruhten auf «vorläufigen Schätzungen in einer frühen Phase der Abschlussarbeiten», schreibt die Bank. Vor der Präsentation der definitiven Drittquartalsergebnisse am 25. Oktober seien aber keine weiteren Updates geplant, schreibt die Bank.

(rcv/kgh/sda/awp)

Meistgelesen

Umstrittener Internet-Millionär greift sich Gewerkschafts-Villa
Immobilien

Der deutsche Tauschbörsen-Millionär Christian Alexander Schmid der Rapidshare AG kauft eine weitere Villa in der Schweiz. Der Deal steht im Schatten eines Strohmann-Geschäfts. Mehr...

VonChristian Bütikofer
03.04.2013
Schwarzgeld

Die deutsche Regierung kritisiert seit Jahren Steueroasen im Ausland. Doch bei genauer Betrachtung ist Deutschland für Ausländer sogar selbst ein Hort für unversteuerte Gelder. Mehr...

VonMichael Houben (ARD)
16.05.2013
Gold droht der Fall unter die 1000 Dollar
Szenario

Die Erholung nach dem Crash scheint nur von kurzer Dauer gewesen zu sein. Ein Rohstoffexperte der Credit Suisse sieht das Edelmetall nun vor einem noch drastischeren Preissturz. Mehr...

17.05.2013
Raubkopien

Interne Dokumente zeigen: Der Verband der Musikindustrie Ifpi ist trotz Erfolgen vor Gericht weitgehend machtlos gegen den Dateispeicherdienst Rapidshare. Die Gründe dafür liegen in der Schweiz. Mehr...

VonChristian Bütikofer
05.02.2012
Immobilienboom: Der Leichtsinn der Hausfrauen*
Kommentar

Es herrscht Leichtsinn im Land. Doch an der Schweizer Betonfront wächst die Beunruhigung, denn zwei von fünf neuen Hausbesitzern droht bei höheren Zinsen die Pleite. Mehr...

15.05.2013
Hedgfonds

Die Papiere des Techkonzerns brachen im ersten Quartal massiv ein. Hedgefonds stiessen den Titel im grossen Stil ab. Nun ist bekannt, wer wie viel ver- und welcher Kritiker kräftig dazukaufte. Mehr...

VonReto Vasella
16.05.2013
Abercrombie & Fitch: Die extravaganten Wünsche des Chefs
Modemarke

Die Stewards von Abercrombie-&-Fitch-Chef Michael Jeffries müssen in Boxershorts arbeiten, das Silberbesteck nur mit schwarzen Handschuhen anfassen und ihn mit einem Phil-Collins-Song begrüssen. Mehr...

22.10.2012

Die Handelszeitung – jetzt am Kiosk

 

 

Unsere Partner    

Immobilienboom: Der Leichtsinn der Hausfrauen* Lesen

Stadler-Rail-Chef zieht Klage gegen Alstom zurück. Lesen

Mövenpick eröffnet neues Restaurant in Zürich. Lesen

Aebi Schmidt schielt nach Weissrussland. Lesen

«EU darf Schweiz nicht wie Malaysia behandeln». Lesen

Orell Füssli: Neue Banknoten an der Grenze des Machbaren. Lesen

Die besten Online-Shops der Schweiz. Lesen

 

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Handelszeitung.
Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die Handelszeitung jede Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis.

Abonnemente

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Die Handelszeitung ist Gründerin und Mitglied von Suite 150 – dem Klub der ältesten Unternehmen der Schweiz.
Zur Übersicht...