UBS: Erwartungen verfehlt - Aktie steigt steil

Die Grossbank UBS hat im ersten Quartal einen Reingewinn unter einer Milliarde Franken eingefahren und enttäuscht damit die Analysten. Doch im Vergleich mit Konkurrentin CS steht sie gut da. DIe Aktie

02.05.2012

Die Grossbank UBS hat im ersten Quartal einen Reingewinn von 827 Millionen Franken eingefahren. Analysten hatten im Schnitt einen Gewinn von über einer Milliarde Franken vorausgesagt. Allerdings schnitt die UBS besser ab als im vierten Quartal 2011, als sie angesichts der schwierigen Lage an den Finanzmärkten lediglich 319 Millionen Franken Gewinn erreichte.

Diverse Spezialeffekte haben das Ergebnis beeinflusst. So wurde etwa im Berichtsquartal ein Verlust von 1,164 Milliarden aus der Neubewertung von eigenen Verbindlichkeiten verbucht. Im Ergebnis berücksichtigt ist ausserdem ein Verlust von 53 Millionen Franken durch Bewertungsanpassungen der eigenen Kreditrisiken im Derivateportfolio, und ebenfalls enthalten sind eine Reduktion des Personalaufwands von 485 Millionen Franken im Zusammenhang mit Änderungen bei der Schweizer Pensionskasse sowie Restrukturierungskosten von 126 Millionen Franken.

Unter Ausklammerung dieser vier Sonderfaktoren lag der operative Vorsteuergewinn bei 2'162 Millionen Franken, wobei ein Teil der Ertragszunahme durch höhere operative Kosten teilweise neutralisiert wurde.

«Wir haben die operative Performance in allen Unternehmensbereichen gesteigert, unsere führenden Kapitalquoten weiter verstärkt, risikogewichtete Aktiven reduziert und die Kosten unter Kontrolle behalten», wird CEO Sergio Ermotti in der Mitteilung zitiert.

Weniger Ausgaben

Insgesamt hat sich das Umfeld im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal etwas verbessert. Die Einnahmen stiegen gegenüber dem Vorquartal um 11 Prozent auf 6,53 Milliarden Franken, bei den Ausgaben ergab sich ein Minus von 3 Prozent auf 5,38 Milliarden Franken.

Nach dem schwachen vierten Quartal mit einem Verlust von 256 Millionen blieb der Bereich Investment Bank mit -373 Millionen Franken erneut im Minus, unter Ausklammerung des Verlustes auf eigenen Verbindlichkeitens wäre allerdings ein Gewinn von 730 Millionen Franken erzielt worden. Deutlich im Plus haben der Bereich Wealth Management mit +803 Millionen Franken sowie der Bereich Retail & Corporate mit +575 Millionen Franken Vorsteuergewinn abgeschnitten.

Die Nettoneugelder im Bereich Wealth Management erreichten 6,7 Milliarden Franken.

Unter Erwartungen

Die von der UBS vorgelegten Resultate lagen bei Einnahmen und Konzernergebnis unter den Erwartungen der Analysten. Im Durchschnitt hatten diese für das erste Quartal Erträge von 7,24 Milliarden sowie ein Konzernergebnis von 1'129 Millionen Franken prognostiziert.

Die Kapitalisierung der Bank hat sich weiter verbessert. Sie weist per Ende März 2012 eine Tier-1-Ratio (Basel 2,5) von 18,7 Prozent verglichen mit 16,0 Prozent per Ende letzten Jahres aus.

Bezüglich des Geschäftsgangs im laufenden zweiten Quartal zeigt sich die Bank tendenziell zurückhaltend. Das Ausmass der Kundenaktivität werde vermutlich von den gleichen Faktoren beeinflusst, welche schon in den vergangenen Quartale massgeblich waren. Dazu gehören gemäss UBS die anhaltende und substanzielle Verbesserung der Schuldensituation in der Eurozone, die Bedenken betreffend das europäische Bankensystem, das US-Haushaltsdefizit sowie die fortbestehende Unsicherheit über die generelle künftige Entwicklung der Weltwirtschaft. Sollten in diesen Kernfragen keine Fortschritte erzielt werden, wäre eine weitere Erholung der herrschenden Marktsituation unwahrscheinlich, befürchtet die Grossbank. Damit würden auch das Ertragswachstum, die Nettozinsmargen und die Nettoneugelder potenziell unter Druck bleiben.

Höhenflug an der Börse

Das UBS-Management geht jedoch davon aus, dass die eigenen Wealth-Management-Einheiten insgesamt weiterhin Nettoneugeldzuflüsse generieren werden. Auch in den kommenden Quartalen würden sich weitere Chancen bieten, die eigene Position als eine der weltweit bestkapitalisierten Banken zu stärken. Die UBS werde sich weiterhin auf die Reduktion der risikogewichteten Aktiven gemäss Basel III und den Ausbau unserer Kapitalquoten konzentrieren. Für die Zukunft des eigenen Unternehmens gibt sich die Bankführung höchst zuversichtlich.

Die UBS hat am Morgen an der Börse kräftig zugelegt. Der Wert der Aktie stieg auf 11,91 Franken und lag ein paar Minuten nach der Eröffnung des Handels um 5,1 Prozent über dem Schlusskurs vom Montag.

Die Analysten zeigten sich zwar nicht durchwegs zufrieden mit den Ergebnissen für das erste Quartal, das die Grossbank am frühen Morgen vorgelegt hatte.

Sie verglichen die UBS aber mit Konkurrentin CS, die in den Monaten Januar bis März deutlich weniger Gewinn erwirtschaftet hatte. Auch laufe die Vermögensverwaltung der UBS derzeit wesentlich besser als jene der CS, hiess es.

(chb/laf/sda/awp)

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02.05.2012

Die Grossbank UBS hat im ersten Quartal einen Reingewinn von 827 Millionen Franken eingefahren. Analysten hatten im Schnitt einen Gewinn von über einer Milliarde Franken vorausgesagt. Allerdings schnitt die UBS besser ab als im vierten Quartal 2011, als sie angesichts der schwierigen Lage an den Finanzmärkten lediglich 319 Millionen Franken Gewinn erreichte.

Diverse Spezialeffekte haben das Ergebnis beeinflusst. So wurde etwa im Berichtsquartal ein Verlust von 1,164 Milliarden aus der Neubewertung von eigenen Verbindlichkeiten verbucht. Im Ergebnis berücksichtigt ist ausserdem ein Verlust von 53 Millionen Franken durch Bewertungsanpassungen der eigenen Kreditrisiken im Derivateportfolio, und ebenfalls enthalten sind eine Reduktion des Personalaufwands von 485 Millionen Franken im Zusammenhang mit Änderungen bei der Schweizer Pensionskasse sowie Restrukturierungskosten von 126 Millionen Franken.

Unter Ausklammerung dieser vier Sonderfaktoren lag der operative Vorsteuergewinn bei 2'162 Millionen Franken, wobei ein Teil der Ertragszunahme durch höhere operative Kosten teilweise neutralisiert wurde.

«Wir haben die operative Performance in allen Unternehmensbereichen gesteigert, unsere führenden Kapitalquoten weiter verstärkt, risikogewichtete Aktiven reduziert und die Kosten unter Kontrolle behalten», wird CEO Sergio Ermotti in der Mitteilung zitiert.

Weniger Ausgaben

Insgesamt hat sich das Umfeld im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal etwas verbessert. Die Einnahmen stiegen gegenüber dem Vorquartal um 11 Prozent auf 6,53 Milliarden Franken, bei den Ausgaben ergab sich ein Minus von 3 Prozent auf 5,38 Milliarden Franken.

Nach dem schwachen vierten Quartal mit einem Verlust von 256 Millionen blieb der Bereich Investment Bank mit -373 Millionen Franken erneut im Minus, unter Ausklammerung des Verlustes auf eigenen Verbindlichkeitens wäre allerdings ein Gewinn von 730 Millionen Franken erzielt worden. Deutlich im Plus haben der Bereich Wealth Management mit +803 Millionen Franken sowie der Bereich Retail & Corporate mit +575 Millionen Franken Vorsteuergewinn abgeschnitten.

Die Nettoneugelder im Bereich Wealth Management erreichten 6,7 Milliarden Franken.

Unter Erwartungen

Die von der UBS vorgelegten Resultate lagen bei Einnahmen und Konzernergebnis unter den Erwartungen der Analysten. Im Durchschnitt hatten diese für das erste Quartal Erträge von 7,24 Milliarden sowie ein Konzernergebnis von 1'129 Millionen Franken prognostiziert.

Die Kapitalisierung der Bank hat sich weiter verbessert. Sie weist per Ende März 2012 eine Tier-1-Ratio (Basel 2,5) von 18,7 Prozent verglichen mit 16,0 Prozent per Ende letzten Jahres aus.

Bezüglich des Geschäftsgangs im laufenden zweiten Quartal zeigt sich die Bank tendenziell zurückhaltend. Das Ausmass der Kundenaktivität werde vermutlich von den gleichen Faktoren beeinflusst, welche schon in den vergangenen Quartale massgeblich waren. Dazu gehören gemäss UBS die anhaltende und substanzielle Verbesserung der Schuldensituation in der Eurozone, die Bedenken betreffend das europäische Bankensystem, das US-Haushaltsdefizit sowie die fortbestehende Unsicherheit über die generelle künftige Entwicklung der Weltwirtschaft. Sollten in diesen Kernfragen keine Fortschritte erzielt werden, wäre eine weitere Erholung der herrschenden Marktsituation unwahrscheinlich, befürchtet die Grossbank. Damit würden auch das Ertragswachstum, die Nettozinsmargen und die Nettoneugelder potenziell unter Druck bleiben.

Höhenflug an der Börse

Das UBS-Management geht jedoch davon aus, dass die eigenen Wealth-Management-Einheiten insgesamt weiterhin Nettoneugeldzuflüsse generieren werden. Auch in den kommenden Quartalen würden sich weitere Chancen bieten, die eigene Position als eine der weltweit bestkapitalisierten Banken zu stärken. Die UBS werde sich weiterhin auf die Reduktion der risikogewichteten Aktiven gemäss Basel III und den Ausbau unserer Kapitalquoten konzentrieren. Für die Zukunft des eigenen Unternehmens gibt sich die Bankführung höchst zuversichtlich.

Die UBS hat am Morgen an der Börse kräftig zugelegt. Der Wert der Aktie stieg auf 11,91 Franken und lag ein paar Minuten nach der Eröffnung des Handels um 5,1 Prozent über dem Schlusskurs vom Montag.

Die Analysten zeigten sich zwar nicht durchwegs zufrieden mit den Ergebnissen für das erste Quartal, das die Grossbank am frühen Morgen vorgelegt hatte.

Sie verglichen die UBS aber mit Konkurrentin CS, die in den Monaten Januar bis März deutlich weniger Gewinn erwirtschaftet hatte. Auch laufe die Vermögensverwaltung der UBS derzeit wesentlich besser als jene der CS, hiess es.

(chb/laf/sda/awp)

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