31.08.2010 | 13:43
 

VP Bank im H1 mit deutlichem Gewinnrückgang; neue Führungsstruktur (Zus)

Zürich (awp) - Die VP Bank ist auch im ersten Semester 2010 nicht auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. So flossen dem Institut in den ersten sechs Monaten weiter Neugelder ab und das Konzernergebnis blieb weit hinter den Markterwartungen zurück. Im Vergleich zum Vorjahr verdiente die Gruppe 40% weniger. Nun gibt die Gruppe Gegensteuer und bereinigt ihre Konzernstruktur.

Der seit April amtende CEO, Roger Hartmann, will mit der neuen Führungsstruktur die Bank wieder auf Wachstum trimmen. Die VP Bank müsse schlanker und flexibler werden und sich stärker an den Bedürfnissen der Kunden ausrichten, erklärte Hartmann am Dienstag vor Medienvertretern in Zürich. Die Organisation sei bisher zu wenig kunden- und vertriebsorientiert gewesen und die internen Abläufe oft zu kompliziert. Mit der Implementierung der neuen Konzernstruktur sei nun ein erster Schritt in die richtige Richtung getan, aber es warte noch viel Arbeit.

TRENDWENDE BEIM NEUGELD ZUOBERST AUF PRIORITÄTENLISTE

Erste Priorität besitzt gemäss Hartmann das Neugeld. Schnellstmöglich müsse hier die Trendwende geschafft und wieder Neugeld akquiriert werden, so der Bankchef. Dazu will er nicht nur neue Kundenberater rekrutieren, sondern auch die bestehenden Berater stärker in die Verantwortung nehmen und enger kontrollieren. Wer längerfristig keine Performance zeige, habe keinen Platz mehr in der Bank, gab er sich resolut.

Prinzipiell kann er sich auch Wachstum über Akquisitionen vorstellen. Es sei aber schwierig etwas passendes zu finden und ein konkretes Ziel sei bisher nicht auf dem Radar. Die Bank halte aber weiter nach Übernahmemöglichkeiten Ausschau.

Die Neugeldentwicklung im ersten Semester bezeichnete er als "zu schwach". Die Abflüsse von insgesamt 0,3 Mrd CHF seien vor allem im ersten Quartal angefallen, während im Mai und Juni eine Trendwende einsetzte, erklärte Hartmann. Für das Gesamtjahr zeigte er sich dennoch vorsichtig: "Klar wäre es toll, wenn wir per Ende Jahr einen positiven Neugeldzufluss präsentieren könnten, aber eine Trendwende in der kurzen Zeit ist schwierig."

Zurückgebunden wurde die Vermögensbasis der VP Bank neben dem Neugeldabfluss auch durch eine negative Marktwertentwicklung, die sich auf 0,8 Mrd CHF summierte. Damit verwaltete das Institut per Mitte Jahr 28,4 Mrd CHF nach 29,5 Mrd CHF per Ende 2009.

STÄRKUNG DER KOSTENDISZIPLIN - NEUE MITTELFRISTZIELE FÜR VIERTES QUARTAL IN AUSSICHT GESTELLT

Der Fokus der Bank liegt aber nicht nur auf der Neugeldentwicklung. Die Bank müsse auch effizienter werden und ein neues Kostenbewusstsein implementieren, erklärte Hartmann. So sei das Kostenniveau weiter zu hoch, hier sei künftig mehr Disziplin gefragt. Die Bankführung werde daher in den kommenden Wochen die Kostenbasis prüfen und den Leistungskatalog straffen. Gleichzeitig überprüft die Bank ihre bisherigen mittelfristigen Zielsetzungen.

Das Ergebnis dieser Überprüfung will die Bank im vierten Quartal der Öffentlichkeit präsentieren. Dann würden auch die neuen mittelfristigen Zielsetzungen kommuniziert, hiess es. Der Transformationsprozess sei damit aber nicht abgeschlossen und auch dann warte noch viel harte Arbeit. Die VP Bank werde aber wieder zum Erfolg zurückfinden, gab sich der Bankchef überzeugt. Dazu gibt sich die Gruppe drei Jahre Zeit.

OPERATIV "UNBEFRIEDIGENDES" ERGEBNIS

Mit dem Erreichten im ersten Semester zeigte sich Hartmann nicht zufrieden. Das Ergebnis sei "unbefriedigend", kommentierte er. Auf der Ertragsseite belastete vor allem das tiefe Zinsniveau das Geschäft. So sanken die Erträge im ersten Semester im Vergleich zur Vorjahresperiode um 6,5% auf 135,6 Mio CHF. Die Kosten sanken hingegen nur um 3,2% auf 90,2 Mio CHF, was eine Verschlechterung der Cost/Income-Ratio auf 66,5% nach 64,2% zur Folge hatte. Die Tier 1 Ratio betrug per Jahresmitte 18,7% und die Eigenkapitalrendite 3,2%.

Unter dem Strich verdiente die Bank gegenüber dem Vorjahr mit 16,1 Mio CHF 40% weniger als im Vorjahr. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn belief sich auf 14,5 Mio CHF.

MARKT STRAFT PAPIERE AB

Die Botschaft des Wandels scheint bei den Investoren nicht angekommen zu sein. Die Aktie ist nach den präsentierten Zahlen abgerutscht und notiert am Dienstag gegen 12.30 Uhr mit einem Minus von 13,4% auf 110,80 CHF. Auch die Marktbeobachter zeigten sich vom Zahlenset wenig angetan, das deutlich hinter den Prognosen zurückblieb und stellten eine Reduktion ihrer Schätzungen in Aussicht. Der Gesamtmarkt (SPI) steht derweil mit 0,83% im Minus.

pf/cc

Suite 150


Auf Initiative der «Handelszeitung» geben Traditions- unternehmen, die mindestens 150 Jahre alt sind, ihr Know-how an Jungunternehmer weiter. Hier erfahren Sie, welche Firmen zum Kreis «Suite 150» gehören.
Details erfahren

Top 2011

Die Listen der 1300 grössten Unternehmen in der Schweiz sind eine einzigartige Sammlung von Daten und Kennzahlen.
Zu den neuen Listen

SMI 5'910.2 95.6 1.6%
SPI 5'522.3 84.6 1.6%
SLI 890.6 14.0 1.6%
SMIM 1'139.3 12.7 1.1%
DAX 30 6'435.6 104.6 1.7%
EURO STOXX 221.1 4.3 2.0%
FTSE 100 5'403.3 98.8 1.9%
Dow Jones 30 Industrial 12'502.8 -1.7 0.0%
NASDAQ 100 2'539.2 -6.2 -0.2%
S&P 500 1'316.0 20.8 1.6%
Nikkei 225 8'569.9 -159.4 -1.8%

Top und Flops

Name Kurs +/- +/- %
19.47 0.73 3.90
11.16 0.35 3.24
38.92 1.10 2.91
41.37 1.13 2.81
15.75 0.35 2.27
31.32 0.32 1.03
308.00 2.70 0.88
353.00 1.00 0.28
37.78 0.03 0.08
156.40 0.00 0.00
Name Kurs +/- +/- %
36.87 1.67 4.73
38.36 1.17 3.15
6.52 0.19 3.03
63.43 1.66 2.69
30.50 0.77 2.57
53.08 0.09 0.17
34.48 -0.02 -0.04
40.96 -0.02 -0.05
75.59 -0.15 -0.20
23.83 -0.18 -0.73
Name Kurs +/- +/- %
4.97 0.34 7.24
2.62 0.14 5.73
16.64 0.75 4.69
1.07 0.05 4.59
14.35 0.53 3.84
51.79 -0.11 -0.21
25.26 -0.06 -0.24
13.21 -0.06 -0.41
91.39 -0.55 -0.60
2.26 -0.02 -0.96

Aktuelle Ausgabe - Jetzt am Kiosk!

Aktuelle Ausgabe der Handelszeitung

  • EFTA-Gerichtshof- präsident: «Ein EWR-Beitritt wäre sinnvoll». Lesen
     
  • St. Galler KB forciert Geschäft in Deutschland. Lesen
     
  • Philippe Gaydoul verliert Navyboot-Chefdesigner. Lesen
     
  • Kommentar von Beat Balzli: CDS = Chemie der Sorglosigkeit. Lesen

 

Dieses und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Handelszeitung.
Zum Inhaltsverzeichnis
Abonnement bestellen

Top-Ten


Der schönste Strand, das meistgekaufte Auto oder die angesagteste Stadt? Unsere wöchentliche Top-Ten Liste gibt Aufschluss.
Zu den Top-Ten-Listen

finanzen.ch


Die aktuellen Börsenberichte aus aller Welt und weitere Infos für Anleger finden Sie laufend aktualisiert auf dem Schweizer Börsen- und Finanzportal finanzen.ch - einer Partner-Seite der Handelszeitung.
www.finanzen.ch

Kostenloses Probeabo


4 Wochen lang gratis am Puls der Wirtschaft.
Zur Bestellseite

Sesselwechsel


Wechsel der Woche: Martina Bigliardi Barclays Bank.
Zum aktuellen Sesselwechsel
Zur Übersichtsseite

Verlosung:

Gewinnen Sie ein edles Besteckset „duetto“, 24-teilig, von Casa Bugatti.

Mitmachen und gewinnen

Newsletter bestellen

Der Newsletter von Handelszeitung informiert Sie wöchentlich über die wichtigsten News der Schweizer WirtschaftAbonnieren Sie unseren Newsletter und Sie erhalten wöchentlich die wichtigsten News der Schweizer Wirtschaft per E-Mail.
Newsletter abonnieren

ANZEIGE

Dossiers

Die grosse Analyse - auch abseits des Spielfelds: «Handelszeitung Online»...
Alt und schön: Von klassischen Oldtimern geht eine ungewöhnliche Faszination...
Griechenland steckt in einer politischen Krise - die finanzielle Zukunft des...
Hollande oder Sarkozy? Alle Fakten und Hintergründe im Vorfeld der Stichwahl am...
Am Mittwoch hat die Schweizerische Nationalbank wieder eine komplette...
Verbissene Verhandlungen: In Deutschland herrscht keine Einigkeit, ob das...
Das 42. St. Gallen Symposium findet am 3. und 4. Mai 2012 statt.
Die «Handelszeitung» kürt die besten Nobelherbergen für Wellnessferien in der...

RSS abonnieren

ANZEIGE

Werden Sie angemessen bezahlt?

Unser Lohnvergleichs-Tool gibt Aufschluss darüber, ob Sie genügend entlöhnt werden
Das Lohnvergleichs-Tool gibt Aufschluss.
Zum Tool

ANZEIGE