21.10.2008 | 21:00
NACHGEFRAGT
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«Wir bezahlen indirekt alle die Zeche»

Kurt Streit ist CEO der Berner Regionalbank Valiant Holding AG.

Während die Credit Suisse (CS) sich frisches Kapital bei privaten Investoren holt, benötigt die UBS staatliche Unterstützung. Welche Reaktion hat die Intervention des Bundes bei Ihnen ausgelöst?

Kurt Streit: Im ersten Moment dachte ich: Also doch! Ich bin sehr überrascht. Und vor allem erstaunt mich der Umfang. Damit wird indirekt bestätigt, dass noch weit mehr Negatives dahinter- steckt, als bislang angenommen.

Schädigt die eingeleitete Staatshilfe dem Image des Finanzplatzes Schweiz?

Streit: Ja, ich denke schon. Denn es gilt ganz klar zu beachten, dass wir im globalen Vergleich keine Ausnahme mehr sind. Auch bei uns besteht nun keine Trennung mehr zwischen der Wirtschaft und dem Staat.

Was müssen der Bund und die UBS im Umgang mit der Öffentlichkeit unbedingt beachten?

Streit: Aufgrund des Umfanges und der plötzlichen Bekanntgabe ist es umso wichtiger, dass nun die involvierten Parteien klar und verständlich kommunizieren. Es muss für das Volk nachvollziehbar sein. Nur so wird das Vertrauen gestützt und nicht weiter belastet.

Haben Ihrer Meinung nach die Schweizer Grossbanken das Schlimmste überstanden?

Streit: Ich hoffe es. Denn ich denke, dass die Möglichkeiten des Bundes, bezogen auf die UBS, nun ausgeschöpft sind. Allerdings wurde beiden Grossbanken Unterstützung angeboten. Zwar verzichtet die CS derzeit noch auf eine Intervention. Aber ich glaube, dass der Bundesrat einen möglichen Hilferuf in seiner Überlegung berücksichtig hat.

Kommt es möglicherweise zu einer Fusion zwischen CS und UBS?

Streit: Nein, das denke ich nicht. Das Klumpenrisiko wäre zu gross. Die beiden Grossbanken besitzen derzeit einen Marktanteil von rund 40 bis 45% in der Schweiz. Das ist weltweit einzigartig. Ich denke, das hat sich auch der Bundesrat überlegt und daher die Massnahmen entsprechend verabschiedet.

Wie hätte Ihrer Meinung nach die aktuelle Situation vermieden werden können?

Streit: Im Nachhinein muss man feststellen, dass wohl selbst die Emittenten den Überblick über die Grundlagen und Mechanismen der Produkte und somit über die Risiken nicht mehr hatten. Entsprechend bin ich der Meinung, dass man nur in Produkte investieren soll, die man versteht und die transparent sind.

Die Grossbanken traten in der Vergangenheit gegenüber Klein- und Regionalbanken oftmals arrogant auf. Lacht man sich als rentable Regionalbank jetzt ins Fäustchen?

Streit: Freude kann man in dieser Zeit ganz und gar nicht haben. Im Gegenteil: Das wäre naiv und kurzfristig. Für uns alle sind die Bedingungen am Markt wesentlich härter geworden. Entsprechend bezahlen wir alle indirekt die Zeche der Intervention.

Aber dennoch sind die Banken in Ihrem Segment die klaren Gewinner der Finanzkrise?

Streit: Wir profitieren durchaus von der gegenwärtigen Krise. So bestätigt sich jetzt die Vertrauensbasis zu Klein- und Regionalbanken. Längerfristig stellt sich aber auch in unserem Segment die Frage nach der Refinanzierung. Entsprechend dürfte die Konsolidierungswelle trotz erfreulichem Kundenzufluss weiter anhalten.

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EUR/CHF1,21040,0plus0,1%
USD/CHF0,91290,0plus0,1%
Ölpreis (WTI)98,70,6plus0,6%
Goldpreis1.731,3-14,0minus-0,8%

Top und Flops

NameKurs+/-+/- %
25,230,230,92
162,301,300,81
36,100,280,78
13,100,080,61
230,400,900,39
46,50-0,55-1,17
394,20-4,10-1,03
53,40-0,50-0,93
291,80-2,10-0,71
51,30-0,35-0,68
NameKurs+/-+/- %
2,100,157,58
22,840,441,96
34,470,521,53
29,850,210,71
32,520,160,48
7,51-0,11-1,47
56,71-0,84-1,46
77,03-1,02-1,31
54,25-0,67-1,22
17,00-0,20-1,13
NameKurs+/-+/- %
3,320,206,56
1,620,053,33
17,250,553,29
34,660,982,89
37,911,052,83
55,65-0,81-1,44
7,28-0,09-1,18
54,45-0,55-1,00
123,94-1,23-0,98
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