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Zug-Angriff: Ein Opfer und der Beschuldigte sterben

Zugangriff: Grosseinsatz der Kantonspolizei.  Keystone

Eine Frau ist nach dem Zug-Angriff im Kanton St. Gallen ihren schweren Verletzungen erlegen. Und auch der mutmassliche Angreifer hat nicht überlebt. Weitere Verletzte befinden sich in Spitalpflege.

Veröffentlicht am 13.08.2016

Der Angriff auf Zugreisende im St. Galler Rheintal hat zwei Todesopfer gefordert. Nach einer 34-jährigen Frau, die bei dem Vorfall am Samstag verletzt worden war, verstarb am Sonntagnachmittag auch der mutmassliche Täter.

Am Tag nach der Attacke auf Passagiere eines Zugs tappt die Polizei über das Motiv des mutmasslichen Täters weiter im Dunkeln. Sie geht von der Tat eines Einzelnen aus. Anzeichen für ein terroristisches oder politisches Motiv gibt es bislang nicht.

Mit brennbarer Flüssigkeit und Messer

Die Attacke ereignete sich am Samstag gegen 14.20 Uhr kurz vor dem Bahnhof Salez-Sennwald in einem Regionalzug der Südostbahn (SOB) auf der Strecke zwischen Buchs und Sennwald. Die Tat wurde im Zug auf Video aufgenommen.

Der 27-Jährige habe im Zug eine brennbare Flüssigkeit ausgeschüttet, welche in Brand geriet, teilte die Kantonspolizei St. Gallen am Sonntag in einem Communiqué mit. Gemäss Angaben der Polizei war der Mann mit «mindestens» einem Messer bewaffnet.

Schwerverletzte Opfer

Mehrere Verletzte mussten mit zum Teil schweren Brandverletzungen in Spezialkliniken geflogen werden. Verletzt wurden bei der Attacke ein sechsjähriges Kind, zwei Frauen im Alter von 17 und 43 Jahren sowie ein 17-Jähriger und ein 50-jähriger Mann.

Zurzeit befinden sich immer noch mehrere Personen im Spital. Nach Angaben der Ärzte wurden auch die 17-jährige Frau sowie das Kind schwer verletzt.

Mann zog brennenden Täter aus Zug

Nachdem im brennenden Zug der Rauchmelder losgegangen war, brachte der Lokführer den Zug im nächsten Bahnhof zum Stehen. «Das war ein guter Entscheid des Lokführers», sagte Metzger. Die Rettungskräfte hätten so ungehindert zu den Opfern gelangen können.

Ein Mann, der auf dem Perron stand, als der Zug im Bahnhof einfuhr, eilte zur Hilfe und zog den brennenden Täter aus dem Zug, bestätigte der Polizeisprecher verschiedene Medienberichte. Der Helfer erlitt eine Rauchgasvergiftung.

Hausdurchsuchung durchgeführt

Der Täter wurde von der Polizei noch am Bahnhof Salez-Sennwald verhaftet. Er wurde wegen der schweren Brandverletzungen und Schnittwunden noch am Samstagabend operiert. Der Mann, der inzwischen verstorben ist, habe nicht befragt werden können. Aufgrund des Videomaterials aus dem Zug geht die Polizei im Moment von einem Einzeltäter aus. 

Noch am Samstag wurde beim Täter, der in einem Nachbarkanton von St. Gallen wohnt, eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Das Motiv sei nach wie vor unklar, heisst es in der Mitteilung weiter. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Der Beschuldigte ist bei der Kantonspolizei St. Gallen sowie in seinem Wohnkanton kriminalpolizeilich nicht verzeichnet. Im Schweizerischen Strafregister bestehe kein Eintrag über ihn.

Mediales Aufsehen im Ausland

Die Attacke habe international in den Medien grosses Aufsehen erregt, sagte Metzger. Die Hintergründe der Tat will die Polizei nicht weiter kommentieren. Es gebe bislang keine Anzeichen für eine terroristisch oder politisch motivierte Tat.

Der Sachschaden am Zug beträgt über 100'000 Franken. Der Bahnhof Salez-Sennwald war lange für den Bahnverkehr nur eingeschränkt befahrbar und wurde am Samstag erst gegen 21 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben.

(sda/jfr)

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