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«SwissSkills 2014»
Die Jugend verschafft sich Respekt

Valerio Foiada: Automatiker aus Ascona TI. Bild: Peter Frommenwiler

Die ersten übergreifend ausgetragenen Berufsmeisterschaften in Bern bildeten den Höhepunkt des «Jahres der Berufsbildung».

Von Norman C. Bandi
am 03.12.2014

Normalerweise wirken Messehallen blutleer und emotionslos, besonders wenn in ihnen Fachveranstaltungen durchgeführt werden. An einzelnen Ständen mag zwar geschäftiges Treiben herrschen und die Vorträge sind gut besucht, trotzdem fehlt es solchen Branchentreffs an Leben.

Nicht so bei der Premiere der «SwissSkills», die vom 17. bis 21. September 2014 auf dem Gelände der Bernexpo stattfand. Die erstmals übergreifend ausgetragenen Berufsmeisterschaften vermochten zu begeistern und bildeten einen würdigen Höhepunkt des «Jahres der Berufsbildung», zu dem Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann 2014 ausgerufen hat. «Mit euren Leistungen seid ihr die besten ­Botschafter für die Berufslehre als Ausbildungsweg mit Zukunftsperspektiven», lobte der Bildungsminister die Jugend.

155 000 Besucher in fünf Tagen

Fünf Tage, 65 Berufsverbände, 70 Meisterschaften, 210 Medaillengewinner, 1000 Wettkämpfer und über 155 000 Besucher – mit den «SwissSkills 2014» erhielt die Berufslehre und mit ihr das oft gelobte duale Bildungssystem eine Präsentationsplattform in völlig neuer ­Dimension. «Die vielen positiven Feedbacks, die hohe mediale Präsenz, insbesondere auch via soziale Medien, sowie die Zahl der Besucher zeigen, dass das Konzept des Anlasses richtig ist», resümierte Christoph Erb, Präsident des Organisa­tionskomitees (OK). «Erstmals fanden alle Berufsmeisterschaften zentral und parallel statt. Das ermöglichte ein Bild der Schweizer Berufswelt in einer bisher noch nie dagewesenen Breite.»

Das Publikum hatte die Chance, junge Berufsfachleute aus allen Sprachregionen des Landes und aus 70 Berufen im Wettkampf am Werk zu erleben. Alles in allem 130 Berufe wurden vorgestellt und viele Aus- sowie Weiterbildungsangebote. Damit boten sie einen sehr kompakten Überblick über die Vielfalt an beruflichen Perspektiven, die die Berufslehre offeriert. ­«Jugendliche vor und im Berufswahlalter fanden bei uns ­einen reichen Fundus an Ideen und Ansätzen für ihren wichtigen Entscheid», erklärte Theo Ninck, OK-Vizepräsident der «SwissSkills 2014».

Bereit für eine zweite Auflage

Alle Wettkampftage auf dem Bernexpo-Areal verliefen trotz grossen Zuschauerfrequenzen ohne nennenswerte Probleme. «Die aufwendige, detailorientierte und langwierige Vorbereitung dieser Premiere hat sich damit gelohnt», so Erb. Es sei gelungen, aus dem für den Event aufgebauten Team und den über 250 ­ehrenamtlich für den Anlass arbeitenden Volunteers eine tolle Truppe mit einem hervorragenden Teamgeist zu formen.

Bei so viel aufgebautem Know-how und so viel positiver Resonanz erstaunt es nicht, dass das OK schon kurz nach der Schlussfeier an die Zukunft dachte: «Die gesammelten Erfahrungen sind für die Schweizer Berufswelt enorm wertvoll. Ihren wahren Wert aber erhalten sie, wenn wir den Anlass zum Beispiel 2016 erneut in Bern durchführen könnten», sagt Erb. «Wir hoffen, dass wir alle – unsere­ Partnern aus Trägerschaft und der Arbeitswelt, aber auch wir als OK – die Chance erhalten, uns der Herausforderung erneut zu stellen. Wir wären bereit.» Obwohl das Budget mit 15 Millionen Franken erst wieder gestemmt werden müsste.

Sonderschau: Nach der Lehre ist vor Weiterbildung

Perspektiven
Wie es nach der Lehre weitergeht, zeigte die Sonderschau «Höhere Berufsbildung und Weiterbildung macht Profis zu Experten», die während der «SwissSkills 2014» in der Bernexpo unter dem Patronat des Schweizerischen Verbandes für Weiterbildung SVEB stattfand. Die als Bildungsstadt aufgebaute Ausstellung zeigte die beruflichen Perspektiven auf, die die Höhere Berufsbildung bietet. Zudem informierten die Aussteller über die verschiedenen Bildungsabschlüsse. Rund 40 Branchenverbände und Bildungs­institutionen präsentierten auf 1500 Quadratmetern ihre Organisation und Angebote. Die Aussteller gestalteten ihren Auftritt interaktiv und machten die Besucher kreativ und praxisnah mit den einzelnen Berufen sowie Branchen bekannt. Mehr als 35 000 Personen aller Altersstufen besuchten gemäss SVEB die Bildungsstadt.

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