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Neue Werte: Weichen zur Führung stellen

369 Institute auf der Tertiärstufe mit 258 623 Studierenden, davon 127 653 weiblich respektive 59 037 ausländisch.

Wirtschaftshochschulen, Unternehmen und Studenten plädieren für mehr Glaubwürdigkeit sowie Verantwortung der heutigen und künftigen Vorgesetzten.

Von Mélanie Knüsel-Rietmann und Norman C. Bandi
am 05.12.2012

Die Welt steckt in der Krise – vor allem die Wirtschaft und ihre Treiber. Neue Führungsstile sowie junge Talente sind gefordert und müssen entsprechend ­geschult werden. Das weiss nicht nur die Praxis, sondern auch die Lehre.

Die CEMS-Vereinigung geht diese Herausforderung anwendungsbezogen an. Die sogenannte The Global Alliance in Management Education (ehemals Community of European Management Schools, kurz CEMS) ist ein Netzwerk von 28 führenden Wirtschaftshochschulen sowie mehr als 70 internationalen Konzernen und Nichtregierungs­organisationen. Gemeinsam führen die 20 europäischen Universi­täten und 8 Hochschulen aus Übersee den Master in International Mana­gement, der die Absolventen auf den Berufseinstieg vorbereiten soll.

Alle zwölf Monate treffen sich sowohl die Mitglieder als auch die Studenten zur CEMS-Jahreskonferenz. Ende November 2012 diskutierten rund 2000 Teilnehmer an der Universität St. Gallen zum Thema «Responsible Leadership». Höhepunkt der Veranstaltung war ein prominent besetztes Podium.

Credit-Suisse-Managerin Nannette Hechler-Fayd’herbe bezeichnete die Vorbildfunktion eines Vorgesetzten als entscheidend, insbesondere dessen Glaubwürdigkeit. «Tue selber, was du sagst – du musst authentisch sein», erklärte ABB-Personalchef Gary Steel. Osec-Präsidentin Ruth Metzler erachtete das Teambuilding als zentral. HSG-Professorin Heike Bruch malte dafür ein eingängiges Bild: «Man sollte Mitarbeiter dazu bringen, dass sie auf die Frage, welches ihre Funktion im Unternehmen ist, nicht antworten: ‹Ich behaue Steine›, sondern: ‹Ich baue an einer Kathedrale mit›.» HSG-Rektor sowie CEMS-Vorsitzender Thomas Bieger (siehe Interview auf Seite 56) registrierte bei den Absolventen einen Wandel, weil immer mehr bei der Wahl ihres Arbeitsorts nicht auf hohe Gehälter schielen, sondern auf Werte wie Transparenz, Nachhaltigkeit und Betriebsklima. Alle Vordenker appellierten an die heutigen und künftigen Führungskräfte, Betroffene in ihre Entscheidungen einzubeziehen sowie ihre Bedürfnisse zu berücksichtigen.

Und was halten die Betroffenen von ihrer Verantwortung als Hoffnungsträger? HSG-Student Dominik Baumann sagte stellvertretend: «Ich habe in den CEMS-Kursen, in denen Top-Shots referieren, etwas gelernt, das ich mitnehme: ‹Bleibe einfach dir selber treu. Heute zählt Aufgesetztes nicht mehr. Stehe zu deinen Überzeugungen und scheue dich nicht, sie auch einzubringen›.»

University of St. Gallen (annual events)

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