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QS TOPMBA CONNECT 1-2-1: Kampf um Kandidaten

Curriculum: Der Lehrplan umfasst alle funktionalen Managementfunktionen.

Um die besten Interessenten für ihre MBA-Programme zu finden, greifen globale Institute tief in die Tasche – so auch in Zürich.

Von Denise Weisflog
am 29.02.2012

Draussen liegen die Temperaturen noch unter null, im Millennium-Ballsaal des «Marriott» in Zürich aber dampfen die Köpfe. Das britische ­Beratungsunternehmen Quacquarelli Symonds (QS) hat Anfang Februar zu einem seiner Connect-1-2-1-Events eingeladen. Nun sitzen sich 91 potenzielle MBA-Kandidaten aus 21 Ländern sowie Vertreter von 14 Universitäten gegenüber und evaluieren, wer zu wem passen könnte.

Wie Lizz Fitt, Product Manager International Events bei QS, erklärt, wurden die Roadshows vor drei Jahren ins Leben gerufen und finden jährlich in rund 30 Städten in Europa und dem Rest der Welt statt. Zürich steht 2012 gleich zweimal auf dem Tourneeplan; das nächste Mal wird die Veranstaltung Ende Oktober durchgeführt, und zwar zeitgleich mit der QS World MBA Tour, einer offenen Informa­tions­messe (siehe News auf Seite 56).

Schulen zahlen 3000 Euro pro Abend

«1-2-1 soll interessierten MBA-Kan­didaten helfen, sich in der Flut von Ange­bo­ten zurechtzufinden. Während vier Stunden haben sie Gelegenheit, persönliche Gespräche mit Repräsentanten verschiedener Schulen zu führen und sich ein Bild über ihre Programme und Anforderungen zu machen», so Fitt. «1-2-1 bildet die Vorstufe zum Besuch der World MBA Tour.»

Um sich an einem 1-2-1 präsentieren zu dürfen, zahlen Anbieter von MBA-­Prog­rammen rund 3000 Euro. Zugelassen werden nur diejenigen Schulen, die sich gemäss QS-Ranking unter den Top 100 befinden.

Isabelle Chappuis, Administrative ­Director EMBA der HEC in Lausanne, sieht den Event in Zürich als Chance, mit Deutschschweizern in Kontakt zu treten und die aktuellen MBA-Programme der Universität Lausanne zu promoten. «Zusätzlich zu unserem EMBA mit Fokus auf Management & Corporate Finance bieten wir eine neue Spezialisierung im Bereich Health Care Management, die hierzulande einzigartig ist», sagt Chappuis. Die Angebote der HEC seien jedoch so ausgerichtet, dass die Kurse jedes zweite Wochenende stattfinden würden. Da man dadurch eher lokale Kandidaten anspreche, beschränke man die Teilnahme am 1-2-1 auf die Städte Zürich und Genf. Chappuis schätzt es, dass QS eine Vorevaluation der CV macht und die teilnehmenden Schulen mit den passenden Leuten zusammenführt. Dadurch sei es möglich, für ­jeden Gesprächspartner die passende ­Lösung zu finden.

Auch Petra Spanka, Senior Recruiting Manager MBA bei der HHL in Leipzig, will die Veranstaltung in Zürich nutzen, um ein neues Programm vorzustellen: Einen globalen EMBA, den Leipzig zusammen mit der EADA Business School in Barce­lona anbietet. Die HHL, die sich erstmals in ­Zürich präsentiert, hat gleich die gesamte Connect-1-2-1-Tour gebucht. Spanka möchte einerseits interessierte Schweizer für ihre Schule gewinnen; anderseits ist sie daran, hierzulande ein Alumni Chapter aufzubauen. Man habe einige Absolventen aus der Schweiz, die nun sehr erfolgreich seien. Darunter ein Augenarzt, der ein florierendes Unternehmen auf­gebaut habe. Die HHL in Leipzig werde demnächst auch Wochenprogramme anbieten, was für MBA-Kandidaten aus der Schweiz interessant sein könnte.

Hört man sich bei den 91 Frauen und Männern um, die sich für das 1-2-1 im «Marriott» registriert haben, stehen jedoch vor allem Schweizer Universitäten hoch im Kurs. Als Favorit wird immer wieder die HSG genannt, deren Vertreter im Viertelstundentakt mit neuen Gesprächspartnern zusammengeführt werden.

Nur vier Schweizer Institute in Zürich

Stefan aus Baden, Product Manager bei einem Maschinenbau-Unternehmen, ist HSG-Absolvent und will sich an der Roadshow über die Möglichkeiten eines EMBA informieren und sich ein besseres Bild von den in Frage kommenden Schulen machen. Die Zürcherin Andrea, die im Consulting arbeitet, plant ihre im BWL-Studium erworbenen Kenntnisse mit einem MBA zu vertiefen. Zudem will sie eine gute Basis für die nächste Karrierestufe legen.

Teilweise wird bemängelt, dass nur vier Schweizer Schulen für Gespräche zur Verfügung stehen: HEC Lausanne, Universität St.Gallen, Rochester-Bern und Thunderbird Genf. Die übrigen Institute haben ihren Standort in Grossbritannien, Deutschland, Spanien oder Dänemark. Oder wie es ein Kandidat ausdrückt: «Ich arbeite und lebe in der Innerschweiz. Um berufsbegleitend einen MBA zu machen, will ich hier nicht alle meine Zelte abbrechen.»

Auffallend ist, dass sich in Zürich fast ebenso viele Frauen wie Männer für die MBA-Angebote interessieren. Dies ist eher die Ausnahme, so Lizz Fitt, obwohl QS Wert darauf lege, gezielt auch Frauen anzu­sprechen. Wie viele Schulen und Kandidaten sich aufgrund eines 1-2-1 tatsächlich finden, ist ihrer Meinung nach schwer festzustellen. Aufgrund von Feedback-Formularen, die am Ende jeder QS-Veranstaltung verteilt werden, weiss sie aber, dass durchschnittlich 98 Prozent der ­Kandidaten zumindest vorhaben, sich bei ­denjenigen Schulen, mit denen sie gesprochen haben, für einen MBA zu bewerben.

 

Quacquarelli Symonds: Britischer Karriere- und MBA-Spezialist

Organisation
Quacquarelli Symonds (QS) mit Hauptsitz in London wurde 1990 gegründet und gehört zu den führenden internationalen Beratungsunternehmen für Karriere­lösungen und höhere Bildung. Die Organisation verfügt über Büros in New York, Paris, Singapur, Stuttgart sowie Alicante und beschäftigtweltweit 200 Mitarbeitende mit40 verschiedenen Muttersprachen.

Programme
QS ist in mehr als 50 Ländern aktiv und zählt rund 2000 der führenden Institutionen für höhere Bildung sowie 12000 Arbeitgeber zu ihren Partnern. Ihre Dienstleistungen richten sich an Personen, die ­einen Hochschulabschluss, einen Master, ein Doktorat, einen MBA oder andere Nachdiplomstudien planen.

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