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SKO: Wenn der Chef zum Coach wird

Januar 2008: Auf der Grundlage des Aussprachepapiers entscheidet der Bundesrat, dass eine Situationsanalyse nötig ist.

Die Schweizer Kader ­Organisation begleitet ihre 12'000 Mitglieder mittels ­spezifischer Weiterbildung.

Von Robert Wildi
am 29.08.2012

Führen ist keine Routinesache, sondern harte Arbeit. Man kann sie ­lernen, hat aber niemals ausgelernt. Denn Führungsarbeit, wie man sie in Unternehmen noch vor 20 Jahren praktizierte,­ ist in der heutigen, modernen Wirtschaft oft nicht mehr tauglich. Messerscharf definierte Hierarchiestufen, konsequent eingehaltene Dienstwege sowie das keine ­Widerrede duldende Befehle-Ausführen haben in vielen Betrieben ausgedient.

Die Folge: Wer heute führt, kann selten einfach der Hierarchieleiter entlang nach unten delegieren, sondern muss überall im Betrieb als Ansprechpartner präsent sein. Das erfordert neben den fachlichen auch emotionale Kompetenzen, menschliches Gespür, ein flexibleres Denken und gleichwohl Durchsetzungsvermögen.

Keinesfalls eine Alibiübung

Täglich direkt mit diesen gestiegenen und sich immer wieder verändernden ­Anforderungen konfrontiert sind auch die über 12 000 Schweizer Führungskräfte, die als Mitglieder der Schweizer Kader Organisation (SKO) angeschlossen sind. Für sie gilt: Wer nicht zeitgemäss führt, hat als ­Kaderperson wenig Zukunft. Es erstaunt deshalb wenig, dass das Thema Weiterbildung in der SKO allgegenwärtig ist. «Sie hat bei uns einen zentralen Stellenwert», bestätigt Geschäftsleiter Urs Meier. Die persönliche Weiterbildung sei für Kaderleute enorm wichtig und dürfe auf keinen Fall als Alibiübung betrachtet werden.

Um dieser Botschaft Nachdruck zu ­verleihen, hat die SKO einen ihrer zehn Leitbildpunkte wie folgt formuliert: «Die SKO begleitet die Mitglieder in ihrer Laufbahn durch kaderspezifische Weiterbildung.» Die Organisation hat über die letzten Jahre hinweg ein breites und vielfäl­tiges Kursangebot entwickelt, welches die ­Bedürfnisse der Mitglieder abdecken soll.

«Unsere Bildungsprogramme sind auch öffentlich zugänglich und werden im Schnitt von 30 Prozent Nichtmitgliedern genutzt», ergänzt Meier. Das Kernangebot sind die sogenannten SKO-Trendshops. Es handelt sich dabei um jährlich rund 60 Vorabendseminare, die dezentral in der ganzen Schweiz durchgeführt werden. Im vergangenen Jahr wurden sie von mehr als 1000 Teilnehmern besucht. Nächstes Jahr wird dieses Angebot um neue, halbtägige SKO-Trendshops plus erweitert.

In den meisten SKO-Trendshops stehen Führungsthemen zuoberst auf der Agenda, was gemäss Geschäftsleiter Urs Meier mit der starken Nachfrage zusammenhängt. «In den letzten Jahren haben rund um den Begriff Leadership diverse neue Entwicklungen eingesetzt, die Weiterbildung schlicht erfordern.» So würden sich vor allem in KMU-Betrieben immer mehr Führungskräfte als Coaches ihrer Mitarbeitenden positionieren.

«Um dies erfolgreich zu tun, müssen sie sich die Grundkenntnisse zu sinnvollen­ Coaching-Werkzeugen aneignen. Dazu gehören etwa Soft Skills wie Kommuni­kationskompetenz oder Konfliktbearbeitung.» Meier ist handkehrum auch der Meinung, dass teilweise wieder vermehrt Klarheit bezüglich der Führungskompetenzen zu schaffen ist. «Wer führt, muss auch sein Durchsetzungsvermögen trainieren und weiterbilden», sagt er.

Kooperationen mit Schulen

Neben ihren eigenen Trendshops und Kursen offeriert die SKO zahlreiche Weiterbildungsangebote, die von angeschlossenen Basisgruppen entwickelt wurden. Dazu gehört etwa die Reihe «impulse­4you» des Ausbilderverbandes (avch), die sich speziell an Ausbildungsfachleute richtet. Auch die Schweizer Bauleiter ­Organisation (SBO) organisiert via die SKO Seminare, die sich spezifisch an Personen aus der Baubranche richten. Ferner werden von Vertretern der regionalen SKO-Gruppen (SKO-Regios) zahlreiche Veranstaltungen mit Weiterbildungs­cha­rakter organisiert.

Auf Stufe der eidgenössisch anerkannten Bildungsabschlüsse tritt die SKO nicht als eigenständiger Anbieter auf, sondern kann auf die Programme von langjährigen Partnerinstituten zurückgreifen. Ein Beispiel ist der Lehrgang zum Eidg. Fachausweis Führungsfachmann/-frau, für den die SKO in der Deutschschweiz einen ­Exklusivvertrag mit der Klubschule Migros abgeschlossen hat. Partnerschaften pflegt der Berufsverband auch mit dem Schweizerischen Institut für Betriebsökonomie (SIB), der Kalaidos Fachhochschule, der Journalistenschule MAZ und weiteren ­Anbietern in den Bereichen Wirtschaft, Sprachen, Informatik oder Medien.

Den mehr als 12 000 Mitgliedern der Schweizer Kader Organisation (SKO) liegt ein umfangreiches sowie vielfältiges Aus- und Weiterbildungsangebot also quasi zu Füssen. Nichts davon gewusst zu haben, gilt als Alibi für eine allfällige Bildungs­verdrossenheit deshalb nicht. Davon kann auch keine Rede sein. «Die hervorragende Nachfrage für unsere Angebote sind ein Beleg, dass wir den Geschmack der Mitglieder gut treffen», sagt Urs Meier. Den «Chef aus Routine» werde man in hiesigen ­Firmen künftig immer seltener sehen, so seine damit verknüpfte Hoffnung.

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