Bevor man einen Master of Business Administration (MBA) in Angriff nimmt, sollte man sich eine der wichtigsten Fragen stellen: Bei welchem Arbeitgeber möchte ich die Karriere damit fortsetzen? Sie erübrigt sich in Fällen, in denen der Betrieb das Studium sponsert und eine Rückkehr vertraglich vereinbart ist. In allen anderen Fällen sollte gut überlegt sein, zu welchem Unternehmen der MBA-Abschluss die Türe öffnen soll und ob die gewünschte Firma Absolventen mit offenen Armen empfängt.

Da einige Arbeitgeber eine Shortlist von Business Schools haben, von denen die Betriebe bevorzugt Leute mit einem MBA rekrutieren, ist man gut beraten, vor Auswahl der Kaderschmiede bei den angestrebten Unternehmen nachzufragen, ob vom entsprechenden Bildungsinstitut MBA-Absolventen angestellt werden. So haben etwa einige Beratungsfirmen Prä­ferenzen für gewisse Business Schools.

Netzwerke über Schule hinaus

Eine Analyse der Struktur der 3000 Mitglieder bei SAMBAplus, dem schweizweit grössten schulübergreifenden Netzwerk von MBA-Alumni führender internationaler Anbieter, überrascht nicht. In der Regel sind die grössten Schweizer Unternehmen auch die grössten Arbeitgeber für MBA-Absolventen (siehe Tabelle). Doch Ausnahmen gibt es. So finden sich nur wenige Leute mit MBA in den stark national ausgerichteten Konzernen wie Migros und Coop. Also je grösser und globaler die ­Firma, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass MBA-Absolventen rekrutiert werden.

Selbst bei KMU finden sich Leute mit MBA. Auch hier gilt: Je internationaler das KMU ausgerichtet, desto häufiger finden sich MBA-Absolventen in ihren Reihen. Ein weiteres Indiz für die Offenheit ihnen gegenüber ergibt oft ein Blick auf die Lebens­läufe der Unternehmensspitze. Hat der Chef an der London Business School studiert, ist mit grosser Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Firma Absolventen von dort gerne prüft.

Nicht selten wechseln Leute mit MBA nach einer erfolgreichen Karriere bei ­einem Konzern oder KMU in die Selbstständigkeit. Dabei können sie nicht nur auf das eigene berufliche Netzwerk zurückgreifen, sondern auch auf die Alumni-Organisation ihrer Business School respektive auf Dienstleister wie SAMBAplus.

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Diese Ehemaligen-Netzwerke bieten nicht nur wertvolle Kontaktmöglichkeiten, sondern auch Zugang zu relevanter Weiter­bildung. Besonders wenn Unternehmen die Ausgaben dafür kürzen oder durch den Wechsel in die Selbstständigkeit das Angebot an interner Weiterbildung wegfällt, stiften Alumni-Organisa­tionen wertvollen Nutzen. So bietet zum Beispiel SAMBAplus ihren Mitgliedern in jährlich rund 60 Events und Luncheons die Chance, sich neues Wissen anzu­eignen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Weiterbildung nach dem MBA

Nicht wenige MBA-Absolventen kehren nach ein paar Jahren im Berufsleben zurück an die Business School – jedoch nicht an die ursprüngliche Kaderschmiede,­ sondern bewusst an ein neues Bildungs­institut. Dies ebenfalls mit der Absicht, Zugang zu einem weiteren Ehemaligen-Netzwerk und eine zusätzliche Perspektive­ zu erhalten. Die Bandbreite reicht von kürzeren Weiterbildungsseminaren bis hin zu längeren berufsbegleitenden Programmen wie das Advanced Management Program (AMP). Darüber hinaus bieten diese Alumni-Organisationen neue Kar­rieremöglichkeiten sowie Unterstützung in der beruflichen Entwicklung.

Viel wichtiger ist aber die Aktivierung von sogenannten passiven Kandidaten, die nicht auf Stellensuche sind, jedoch nicht abgeneigt sind, attraktive Joban­gebote zu prüfen. Auch aus diesem Grund sind die wichtigsten Executive-Search-Unternehmen bei Alumni-Netzwerken wie SAMBAplus stark vertreten.

Bei der Auswahl des MBA-Programms und dem beruflichen Werdegang danach gilt für einmal nicht unbedingt, dass der Weg das Ziel ist – vielmehr bestimmt das Ziel den Weg. Dabei sollte immer zwei Schritte vorausgedacht werden: Bei welchem Arbeitgeber möchte ich nach der Weiterbildung arbeiten? Was möchte ich mittelfristig geschäftlich erreichen? Wie bilde ich mich kontinuierlich weiter? Wie erweitere ich mein berufliches Netzwerk? Wie bereite ich mich auf unerwartete ­beruflichen Herausforderungen wie Job­verlust oder Stellenverlagerung vor?

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Ein MBA kann Anfang und Fundament einer spannenden Karriere sein. Doch wie auf jeder Reise ist die entsprechende Vorbereitung das A und O.

Benno Marbach, Gründer und Präsident, Swiss ­Association of MBAs (SAMBAplus), Horw LU.

Firmen in der Schweiz mit den meisten MBA-Absolventen