1. Home
  2. Management
  3. Zürich knallt im Welttheater

Ranglisten
Zürich knallt im Welttheater

Von Theorie zur Praxis: Knalleffekte zu Risiken der Energieversorgung bot die Chemie-Show.

Die Schweizer Wirtschaftskapitale gehört im globalen Vergleich neu zu den fünf bestenStudentenstädten – ihre ETH gilt als bedeutendste nichtenglischsprachige Hochschule überhaupt.

Von Norman C. Bandi
am 04.12.2013

Auf der nationalen Bühne sorgt die Schweizer Hochschulhochburg Zürich praktisch nur wegen ihrer «Affäre Mörgeli» für Gesprächsstoff. Kaum eine Woche vergeht, in der nicht ein neuer Akt in der Tragikomödie um die Universität Zürich ans Licht kommt. 15 Monate dauert dieses lokale Schauspiel bereits an.

Das höchste Gut einer Hochschule sei ihre Reputation, sagte laut der SDA die Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli kürzlich im Kantonsparlament, als sie erstmals zu den jüngsten Entwicklungen im Fall um den als Medizinhistoriker entlassenen SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli Stellung nahm.

Wie Balsam für die Seele müssen nun die neuen Resultate von Quacquarelli Symonds (QS) in London sein. Laut dem global führenden Beratungsunternehmen für Bildungsvergleiche spielt die Schweizer Hochschulhochburg im Welttheater zwei Hauptrollen.

Im «QS Best Student Cities Ranking 2013», das Mitte November publiziert wurde, gehört Zürich zu den besten fünf Studentenstädten der Welt, ex aequo mit Melbourne. Während die australische Grossstadt im Vergleich zur ersten Er­hebung vor zwei Jahren einen Platz ­verliert, verbessert sich ihr Schweizer Pendant um zwei Ränge. Die beiden Orte müssen sich lediglich von vier ­Metropolen geschlagen geben: Paris (weiter auf 1), London (weiter auf 2), Singapur (von 12 auf 3) und Sydney (von 6 auf 4). Dass Zürich als einziger Schweizer Kandidat auf dieser Bestenliste mit 50 Orten figuriert, liegt daran, dass bloss solche ab 250 000 Einwohnern untersucht worden sind.

Weshalb die Schweizer Wirtschaftskapitale unter den Studentenstädten so weit vorne ist, hat laut Ben Sowter, Forschungsleiter bei QS, verschiedene Gründe: «Zürich erreicht 99 von 100 möglichen Punkten im Bereich Lebensqualität, 84 Punkte für Arbeitgeberaktivität und 81 für den Mix der Studenten. Somit ist die Stadt ein äusserst attrak­tiver Studienort. Dank der lokal ansäs­sigen ETH Zürich und der Universität ­Zürich erreicht sie dazu noch 78 Punkte im Indikator Universitätsranglisten. Mit 64 Punkten ist jedoch die Bezahlbarkeit niedriger als die anderen Faktoren.»

Wie gut die Zürcher Hochschulen selber sind, belegt das «QS World University Ranking 2013», das Mitte September publiziert wurde. In dieser Bestenliste klettert die ETH Zürich vom13. auf den 12. Rang und ist somit die bedeutendste nichtenglischsprachige Hochschule überhaupt. Die vermeintlich rufgeschädigte Universität Zürich verbessert sich sogar um 12 Positionen und landet auf dem 78. Rang. National muss sie sich nur von der EPFL in Lausanne (von 29 auf 19) und der Universität Genf (von 74 auf 71) geschlagen geben.

Anzeige