Nachdem die Marke durch den Abgasskandal ganz schön in Mitleidenschaft gezogen wurde, will sich Volkswagen nun neu erfinden. Eine gute Gelegenheit dafür sind die Auto- und Elektronikmessen, die gleich zum Jahresauftakt in den USA startfinden. Während die «Detroit Motorshow» erst am 11. Januar startet, ist die «Consumer Electronic Show» in Las Vegas bereits in vollem Gange — und Volkswagen ist mittendrin.

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VW-Vorstand Herbert Diess nutzt die Messe, um das angeschlagene Image des Autobauers wieder etwas aufzupolieren, und stellte dort am Dienstagabend das «neue Volkswagen» vor.

Elektromobilität im Fokus

Der Autokonzern wolle sich künftig auf Elektromobilität sowie vernetzte Fahrzeuge konzentrieren und ein neues Fahrerlebnis schaffen, so Diess. Der VW-Vorstand hatte auch gleich zwei neue Fahrzeuge im Gepäck, bei denen dieses Ziel bereits umgesetzt worden sei: Den e-Golf Touch und die Konzeptstudie BUDD-e, eine Elektroversion des guten alten VW-Bus.

Der VW BUDD-e lässt in seinem Design teilweise den klassischen VW Minibus wieder aufleben, der in den 1960ern und 1970ern das Lebensgefühl einer ganzen Generation verkörperte. Der Minibus war über Jahrzehnte hinweg eines der beliebtesten Fahrzeuge aus der Volkswagen-Flotte und hatte schon viele Design-Updates erhalten.

Dank neuer Technologien intuitiver

Die neueste Version sieht nicht nur deutlich moderner aus, sondern hat auch einige Neuerungen unter der Haube: Erstmals soll der VW-Bus ein Elektrofahrzeug werden, das keinerlei Abgase mehr verursacht — und das kommt nach dem Abgasskandal um Volkswagen auch gerade recht. Die Reichweite mit einer Batterieladung soll laut Volkswagen bei bis zu 600 Kilometern liegen.

Auch bei der Software steht ein Update an. Wie einige andere Tech-Firmen und Autobauer, will auch Volkswagen in Zukunft verstärkt auf die Vernetzung der Fahrzeuge setzen und entwickelt dazu aktuell neue Technologien. Diese sollen die geplanten Autos dann noch intuitiver machen.

Gestensteuerung und längere Reichweite

In der Konzeptstudie des VW BUDD-e finden sich beispielsweise bereits Bedienelemente, die über einfache Gesten gesteuert werden können. Außerdem lässt sich das Auto mit anderen smarten Geräten vernetzen.

Der Elektroantrieb des BUDD-e basiert auf einer neuen, modularen Architektur mit dem Namen Meb. Dieser «Elektrifizierungsbaukasten», wie ihn Volkswagen selbst nennt, wurde exklusiv für die Elektrofahrzeuge des Konzerns entwickelt. Laut Volkswagen soll diese modulare Architektur dafür sorgen, dass die Elektrofahrzeuge in wenigen Jahren bei der Reichweite der heutigen Benziner mithalten können.

Lösung des Abgasskandals hat Priorität

Damit will Volkswagen eines der Hauptprobleme der Elektroautos angehen. Denn bislang sind diese eher nicht für lange Strecken geeignet. Das dürfte, neben fehlenden Ladestationen, einer der Hauptgründe sein, warum sich Elektroautos am Markt noch nicht durchsetzen konnten.

Mit seinen neuen Fahrzeugen will Volkswagen nun endlich einen Schlussstrich unter den Abgasskandal ziehen, der seit Monaten die Nachrichten dominiert. Weltweit musst der Konzern wegen falscher Abgaswerte mehrere Millionen Fahrzeuge überprüfen lassen. Aber so ganz kommt VW-Vorstand Diess auf der CES dann doch nicht von diesem Thema los: Er versicherte, dass es auch 2016 das wichtigste Ziel des Konzerns sein werde, den Abgasskandal und die damit verbundenen Klagen vor allem in den USA zu lösen.