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Bauern fordern wegen Trockenheit Taten vom Bund

Landwirtschaft
Die aktuelle Lage ist für viele Bauern besorgniserregend, denn es sieht nicht nach einem schnellen Ende der Hitzewelle und der damit verbundenen Trockenheit aus.Quelle: Keystone

Zu heiss und zu trocken: Bauern fordern Sofortmassnahmen und die Senkung von Importzöllen auf Heu.

Veröffentlicht am 04.08.2018

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) reagiert auf die Hitzewelle mit einem Forderungskatalog an den Bund. Als erste Sofortmassnahme verlangt er die Senkung der Importzölle auf Heu.

Der SBV will den Massnahmenkatalog nächsten Dienstag einreichen, wie Direktor Jacques Bourgeois am Samstag auf Anfrage von Keystone-SDA einen Bericht in der Zeitung «Le Temps» bestätigte. Auch der «Schweizer Bauer» berichtete über die Forderung, die Zölle auf Heu zu senken.

Die aktuelle Lage sei für viele Bauern besorgniserregend, denn es sehe nicht nach einem schnellen Ende der Hitzewelle und der damit verbundenen Trockenheit aus, sagte Bourgeois. Von den Folgen seien viele Bereiche betroffen.

Die Viehzüchter müssten in dieser Jahresperiode eigentlich das Futter für den kommenden Winter einbringen können. Im Ackerbau leiden vor allem die Produzenten von Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais unter der anhaltenden Dürre. Sie rechnen mit grossen Ernteausfällen.

Als erste Sofortmassnahme fordert der SBV laut Bourgeois die Aufhebung der Zölle auf Importheu von drei Franken pro 100 Kilo auf null. In einem zweiten Schritt könnte laut Bourgeois die gleiche Forderung für den Import von Futter-Mais aktuell werden.

Appell an die Konsumenten

Weiter kann sich der SBV-Direktor vorstellen, dass den Bauern die Rückzahlungsfristen für Investitionskredite verlängert werden, um den finanziellen Spielraum zu erhöhen.

Auch die Produkte-Preise müssten den extremen Verhältnissen angepasst werden können. Bourgeois zählt dabei auf die Solidarität der Konsumenten und deren Bereitschaft, zum Beispiel für die Milch etwas mehr zu bezahlen im Laden.

Mittelfristig befürwortet er die Anpassung der Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft im Zusammenhang mit extremen Wetterlagen.

Wegen der anhaltenden Trockenheit müssen verschiedene Bauern das Trinkwasser für ihr Vieh derzeit per Helikopter auf die Alpen fliegen lassen. Und weiterhin ist weder eine Abkühlung in Sicht, noch sind anhaltende Niederschläge angesagt.

Erst am Freitag hatten die Behörden hatten die Hitzewarnungen bis Mittwoch verlängert, für das Genferseebecken und das Wallis wurde die Warnstufe sogar erhöht. Der Höhepunkt der Hitzewelle wird ab nächstem Dienstag erwartet.

(sda/bsh)

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