Schwere Zeiten bei den Superreichen: Die 400 reichsten Menschen der Welt sind seit der vergangenen Börsenwoche über 182 Milliarden Dollar ärmer. Grund waren die schlechten Produktionsdaten aus China, die zu Preisrutschen bei den Rohstoffen führten.

Laut Milliardärsindex der Nachrichtenagentur Bloomberg war es der grösste Verlust binnen einer Woche seit Beginn der Aufzeichnung im September 2014. Allein am Freitag, als der weltweit wichtigstenAktienindex S&P 500 seine schlechteste Börsenwoche seit 2011 beschloss, verlor der wohlhabende Club 76 Milliarden Dollar.

Warren Buffett als grösster Verlierer

Zu den Mitgliedern im Club der Milliardäre gehört unter anderem US-Investorenlegende Warren Buffett, der den grössten Rückschlag in der Woche verkraften musste. Stolze 3,6 Milliarden Dollar verlor der 84-Jährige. Wenngleich es sich damit für Buffett, den mit 63,4 Milliarden Dollar drittreichsten Menschen der Welt, lediglich um Peanuts handelt, dürfte es den Börsenguru dennoch ärgern. Seine Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway verlor an der Börse mehr als 5 Prozent an Wert.

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Infolge der grossen Fördermengen gewann der Preissturz auch beim Öl an Fahrt – zum Leidwesen der Öl-Milliardäre. Laut Bloomberg war es die grösste Verlustwoche seit 1986, die den Öl-Baronen 15,2 Milliarden Dollar ihres Vermögens kostete. Allein der Vorsitzende der US-Ölfirma Continental Resources, Harold Hamm, sah vergangene Woche 895 Millionen Dollar oder 9 Prozent seines Nettovermögens schwinden.

Glencore-Titel fielen auf Rekordtief

Und auch Ivan Glasenberg bekam die Turbulenzen an den Finanzmärkten deutlich zu spüren: Als die Rohstoffpreise vergangene Woche ihren tiefsten Stand seit 13 Jahren erreichten, büsste der Glencore-Chef 237 Millionen Dollar ein. Die Titel von Glencore fielen in London auf Wochensicht um mehr als 8 Prozent. Das war Rekordtief. Zuvor hatte der Rohstoffriese mit Sitz in Baar einen Gewinneinbruch von 54 Prozent bekannt gegeben. Doch damit nicht genug: Insgesamt haben die Turbulenzen der letzten Jahre drei von sechs Glencore-Managern viel Geld gekostet und sie aus dem Club der Milliardäre katapultiert, berichtet Bloomberg.

Dabei fing alles so gut an: Der Börsengang von Glencore war 2011 der grösste an der Londoner Stock Exchange – der dem sechsköpfigen Management einen Milliardengewinn bescherte. So hatten die Aktienpakete von Glasenberg und seinen fünf Managern seinerzeit einen Wert von 24 Milliarden Dollar.

Glencore-Manager büssen an Vermögen ein

Doch belief sich Glasenbergs Beteiligungen damals noch auf einen Wert von 9,4 Milliarden Dollar, sind es heute nur noch 2,8 Milliarden Dollar. Auch seine Kollegen Daniel Mate und Telis Mistakidis, die Leiter der Sparten Zink und Kupfer, haben laut Bloomberg an Vermögen eingebüsst. Besassen sie einst Anteile im Wert von 3,6 Milliarden Dollar, sind sie heute nur noch 1,04 beziehungsweise 1,03 Milliarden Dollar wert. Damit zählen sie aber immer noch zum exklusiven Club der Milliardäre.

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Besonders mies lief es bei Tor Peterson und Alex Beard, die Leiter der Sparten Kohle und Öl: Der Wertverfall ihrer Anteile unter die Milliardengrenze besiegelte zugleich ihren Rauswurf aus dem Milliardärs-Club.

Clever, wer seine Anteile verkauft hat

Als clever bewies sich hingegen der Schachzug von Gary Fegel, dem ehemaligen Chef der Aluminiumsparte bei Glencore. Fegel hat das Unternehmen 2013 verlassen und alle seine Anteile verkauft. Hätte er es nicht getan, wären laut Bloomberg seine Aktien heute statt 1,8 Milliarden Dollar nur noch 385 Millionen Dollar wert.

Mittlerweile dürften den handelnden Akteuren also Zweifel kommen, ob der Börsengang – Glencore hatte sich bis 2011 in Privatbesitz befunden – die richtige Entscheidung war. So haben die Aktien in den vergangenen vier Jahren 70 Prozent ihres Wertes verloren.

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