Elvis starb am 16. August 1977. Seine damalige Verlobte fand den Sänger leblos im Badezimmer seines Anwesens Graceland in Memphis. Todesursache: Herzversagen. Die Musikwelt stand unter Schock. Der «King» wurde 42 Jahre alt.

Für seine Fans ist Elvis unsterblich – vor allem heute. Denn Elvis-Anhänger rund um den Globus feiern am 8. Januar den 80. Geburtstag ihres Idols. Tausende Fans werden in Memphis erwartet. Reiseveranstalter bieten Spezial-Reisen an. Alle wollen am ungebrochenen Kultstatus des «King of Rock 'n' Roll» mitverdienen. Kein Wunder, dass das Geschäft mit Elvis boomt. Er gehört zu den am bestverdienensten toten Superstars.

Erfolgreichster Solo-Künstler aller Zeiten

Diverse Lizenzgeschäfte, die Pilgerstätte Graceland, eine Las Vegas Cirque du Soleil Show und Merchandising-Artikel wie Poster, Tassen, T-Shirts oder Elvis-Puppen werfen jedes Jahr Millionen ab. Auch der Verkauf seiner Songs lässt den Geldberg mächtig anschwellen. Der Star sang mehr als 700 Lieder ein und verkaufte rund eine Milliarde Tonträger. Damit ist Elvis der erfolgreichste Solo-Künstler aller Zeiten.

Auch über 37 Jahr nach seinem Tod macht Elvis noch mehr Umsatz als die meisten lebenden Popstars. Das Wirtschaftsmagazin «Forbes» setzt den King seit Jahren auf die vordersten Plätze der Liste mit den Künstlern, die nach ihrem Tod am meisten verdienen. 2014 belegte der King mit einem Verdienst von 55 Millionen Dollar den zweiten Platz – gleich hinter Michael Jackson, der im gleichen Jahr 140 Millionen Dollar einheimste.

Elvis war ein schlechter Geschäftsmann

Vom Millionen-Geschäft profitieren vor allem die Besitzer der Lizenzen und Elvis-Erben. So kümmert sich die Elvis Presley Enterprises um den Nachlass des Superstars, die Lizenzgeschäfte und überhaupt um das ganze Elvis-Imperium. Die einzige Tochter des Kings, Lisa Marie Presley, hält 15 Prozent der Firma. 2005 verkaufte sie die restlichen Anteile an das Medienunternehmen CKX, das der Private-Equity-Gesellschaft Apollo gehört.

Aber auch der Musikriese Sony verdient sich mit Elvis eine goldene Nase. Dafür gesorgt hatte Elvis selbst, der alles andere als ein guter Geschäftsmann war. 1973 verscherbelte Elvis ziemlich kurzsichtig die Rechte für mehr als 1000 Lieder, darunter Mega-Hits wie «Hound Dog», «Jailhouse Rock» und «Heartbreak Hotel», an sein Plattenlabel RCA Records für den Spottpreis von 5,4 Millionen Dollar. Das Label heisst heute Arista Music und gehört inzwischen zu Sony.

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Streit zwischen Sony und Elvis-Erben

Elvis blieb vom Deal wenig übrig. Die Hälfte des Erlöses sahnte sein Manager ab. Letztlich erhielt der Musiker nach Abzug von Steuern nur noch 1,35 Millionen Dollar. Dabei sind die Songs heute eine Goldgrube. Experten schätzen deren Branchenwert auf mindestens 130 Millionen Dollar. Die verpassten Millionen ärgerten vor allem die Elvis-Nachkommen.

Daher zerrte die Elvis Presley Enterprises das Plattenlabel 2011 in Deutschland vor Gericht. Die Kläger fordern Nachzahlungen in Millionenhöhe. Die Begründung: Das Label hätte Elvis zu Lebzeiten über den Tisch gezogen. Die Erben hätten noch heute das Nachsehen. Der Künstler selbst hatte über eine Pauschal-Lizenz pro Song und Jahr etwas mehr als 10 Dollar verdient. Der Streit ist bis heute nicht beigelegt.

Graceland als Goldgrube

Ebenfalls eine Goldgrube ist Elvis' ehemaliges Anwesen in Memphis, das samt mehr als einer Millionen Gegenständen der Tochter Lisa Marie gehört. In Graceland lebte der Sänger über 20 Jahre lang bis zu seinem Tod. Es war Elvis' Ehefrau Priscilla Presley, die das Grundstück 1982 der Öffentlichkeit zugänglich machte und den Rubel ins Rollen brachte. Die Einnahmen sollten zu Beginn die jährlichen Unterhaltungskosten von 500'000 Dollar decken.

Jährlich lockte die Pilgerstätte jedes Jahr rund 600'000 Elvis-Fans an. Je nach Grösse der Tour bezahlt ein Erwachsener zwischen 36 und 77 Dollar pro Ticket. Mittlerweile ist Graceland die grösste Sehenswürdigkeit der Stadt. Allerdings fürchtet man sich vor einem Nachlassen der Besucherströme. Die Anlage ist alt und abgenutzt. Daher will eine lokale Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt und der Landkreis Shelby Graceland für 125 Millionen Dollar renovieren. Die Finanzierung soll über die Platzierung von Anleihen geschehen. Die Emission ist für Januar geplant.

Memphis erhofft sich eine Milliarde Dollar

Vom Millionen-Projekt will auch die von der Finanzkrise arg gebeutelte Stadt am Ufer des Mississippi profitieren. Seit der jüngsten Rezession sind in Memphis gut 36'000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Ein aufgemöbeltes Graceland dürfte den Unterstützern der Pläne zufolge eine Milliarden Dollar für die Wirtschaft von Memphis in den nächsten 15 Jahren bringen.

Millionen einbringen soll nun auch der Verkauf der zwei legendären Privatjets des Kings, welche auf dem Grundstück von Graceland zu besichtigen sind. Die «Lisa Marie» und die «Hound Dog II» werden zusammen versteigert. Das verantwortliche kalifornische Auktionshaus Julian's Auctions schätzt die Einnahmen auf 10 bis 15 Millionen Dollar.

Abheben kann man mit der «Lisa Marie» nicht

Abheben kann der potenzielle Käufer aber nicht. Die Jets können nicht mehr fliegen und sind blosse Ausstellungsobjekte. Wem die Jets derzeit noch gehören ist nicht bekannt. Ein Abkommen zwischen Graceland und den jetzigen Besitzern läuft im April aus.