Nach über fünf Jahren Verhandlungszeit ist es endlich so weit. Die beiden 67 Kilogramm schweren Boxer Floyd Mayweather und Manny Pacquiao steigen in der Nacht auf Sonntag in den Ring. Das Kräftemessen läutet eine neue Ära in der Geschichte der Sportvermarktung ein. Die kolportierten Zahlen sind astronomisch. Der Kampf soll der umsatzträchtigste der gesamten Boxgeschichte werden.

Ein Antrittsgeld von 120 Millionen Dollar

Floyd Mayweather wird seinem Übernamen «Money» allemal gerecht. Bei der Ausarbeitung des Vertrages bestand der US-Amerikaner auf einen Verteilungsschlüssel von 60 zu 40. Somit erhält der bestverdienende Sportler der Welt bereits 120 Millionen Dollar dafür, dass er zum Kampf antritt – ungeachtet dessen, ob er gewinnt oder verliert. Dieser Betrag kann je nach Höhe der endgültigen TV-Einnahmen massiv darüber liegen.

Der philippinische Kontrahent Manny Pacquiao bekommt seinerseits die hübsche Summe von 80 Millionen Dollar – nur damit er in den Ring steigt. Damit dürften diese beiden Athleten in diesem Jahr zu den weltweiten Bestverdienern gehören. Bereits 2014 lagen die Boxer laut US-Magazin Forbes im Einkommensranking weit vorne (siehe Bildergalerie oben).

Fernsehzuschauer zahlen 99 Dollar

In den USA werden grosse Boxkämpfe oftmals nach dem Pay-per-View-Modell angeboten – so auch diesmal. Jeder Fernsehzuschauer, der den Kampf am TV-Gerät mitverfolgen möchte, zahlt eine fixe Gebühr. Die beiden amerikanischen Bezahlsender Showtime und HBO zeigen den Kampf zu einem Rekordpreis von 99 Dollar. 

Alleine in den USA werden weit über drei Millionen zahlende Zuschauer erwartet, was den Privatsendern voraussichtlich einen Umsatz von bis zu rund 400 Millionen Dollar in die Kassen spülen soll. 

Wo kann ich den Kampf in der Schweiz anschauen?

Für den deutschsprachigen Raum hat sich der Bezahlender SKY die Übertragungsrechte gesichert. Der Kampf kann über SKY Select gegen eine Gebühr von 20 Euro (bis zum 1. Mai um 12 Uhr) respektive 30 Euro geschaut werden. 

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Deutschschweizer Swisscom- und Cablecom-Kunden gehen hingegen leer aus. Nur die Westschweizer haben Glück: Der über Swisscom-TV abrufbare Sender Ma Chaîne Sport (MCS) zeigt den Event live mit französischem Kommentar.

Teuerste Tickets kosten über 100'000 Dollar 

Die Bühne für diesen Kampf der Superlative bietet das drittgrösste Hotel der Welt, das MGM Grand in Las Vegas. Die Arena des Ressorts hat eine Kapazität von 16'800 Plätzen. Allerdings kamen nur 500 Tickets in den freien Verkauf. Deren Preis bewegte sich anfangs zwischen 1'500 und 7'500 Dollar.

Die restlichen Tickets teilen sich Organisatoren, Vermarkter und Sponsoren. Einige Eintrittskarten landeten zu absurden Preisen auf Internetportalen. Über 100'000 Dollar wird dort für privilegierte Plätze in den ersten Reihe geboten. Der Umsatz aus den Ticketerlösen beläuft sich damit laut ESPN auf rund 74 Millionen Dollar.

Zwei Vermarktungsgenies auf ihrem Zenith

Der bevorstehende Boxkampf zwischen den beiden Vermarktungskünstlern bricht mit hoher Sicherheit sämtliche Rekorde. Es ist der bisherige Höhepunkt einer Entwicklung, die im Jahr 2005 mit dem ersten Pay-per-View-Vertrag von Floyd Mayweather begann. Sein Gegner Manny Pacquiao folgte ein Jahr später. Zusammen lockten die beiden Athleten seit damals 28 Millionen Pay-per-View-Konsumenten vor den Bildschirm und generierten einen Umsatz von 1.6 Milliarden Dollar. 

Die Boxszene erwartet auch aus sportlicher Sicht einen Knaller. Kenner betrachten den Kampf als momentan attraktivstes Boxduell weltweit. Mayweather, der in seiner Karriere noch keinen seiner 47 Kämpfe verloren hat, gilt als Defensiv-Stratege mit starken Reflexen. Pacquiao hingegen sucht direkt die Konfrontation. Auch wenn Mayweather mit seiner lupenreinen Weste als Favorit in den Ring steigt, ist der Ausgang des Duells aufgrund der unterschiedlichen Kampfstile nur schwer vorauszusagen. 

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