Ein erfrischender Windstoss huscht durch die Äste. Tief unten glitzert das Wasser, oben ein Himmel aus blauer Seide. Das perfekte Naturidyll wird jäh gestört, als sich Ausflügler in Sandalen und Turnschuhen grölend vorbeischieben. Klar, Yukon-Romantik ist dieser Tage kaum noch zu finden in der Schweiz. So wie an diesem Sonntag auf dem Zürcher Uetliberg war es hierzulande in letzter Zeit fast überall. Heerscharen von Wanderwütigen pflügen sich bei Sonnenschein die Pfade hoch auf den Mythen, in den Alpstein oder zum Oeschinensee. Rentner jagen mit E-Bikes über Pässe, die Ufer von Bergseen verkommen zu wilden Camping­plätzen. Alphütte statt Strandbar, das ist die Devise in diesem Sommer und Herbst.

Corona hat die traditionelle Reisebranche in Schockstarre versetzt. Und eine neue Abenteuerlust geweckt. Wandern, Campen und Bergsport sind populär wie nie. Nicht nur der grösste Campingplatzbetreiber TCS meldet neue Rekordergebnisse und verlängert die Saison. Anbieter von Wander- und Campingaus­rüstung werden überrannt.