Es ist eine unkonventionelle Truppe an der Spitze von Bitcoin Suisse, und unkonventionell ist auch ihr Ansatz in Führungsfragen: Innert weniger Wochen wechselt praktisch die ganze oberste Führungsriege.

Waren es im November noch Neubesetzungen von Schlüsselfunktionen wie jener des Finanzchefs, so ging es bald auch ganz oben los: Mitte Dezember gab Verwaltungsratspräsident Niklas Nikolajsen, als Gründer das Herz und die Seele der Firma, bekannt, dass er abtritt und seine Funktion an den langjährigen VR-Kollegen Luzius Meisser weitergibt.

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Anfang Januar folgte der CEO: Arthur Vayloyan kündigte an, dass ihn per Ende März Dirk Klee, bisher bei der britischen Barclays, ersetzen wird.

Volatil

Entwicklung des Index seit Anfang 2021.

sd
Quelle: Bloomberg

Nein, die Wechsel seien kein Zeichen einer Krise oder eines Zerwürfnisses, betont Vayloyan. Die Firma sei in den letzten Jahren stark gewachsen, nach den stürmischen Jahren des Aufbaus – allein seit seinem Antritt 2017 sei die Zahl der Mitarbeiter von 20 auf heute 300 gestiegen – komme die Phase der Etablierung und Internationalisierung. Unter anderem erwarte man im institutionellen Kundensegment das grösste Wachstum. Klee sei der ideale Mann für diese Aufgabe. Vayloyan bleibt VR und Aktionär.

Von Nikolajsen erzählen Vertraute, dass er die Rolle als Chairman immer weniger aktiv wahrnahm. Er will sich vermehrt seiner Familie sowie dem Ausbau seines Schlosses am Zugersee widmen. In den Firmenmitteilungen nennt er sich bereits Nikolajsen von Karlshof, obwohl die beantragte Namensänderung noch nicht durch ist. Auch eingebürgert ist der Däne noch nicht. Am Tag, als er in Zug zur üblichen «Schweizermacher»-Prüfung antreten musste, war er an Covid erkrankt und musste absagen. Die Sache soll nun nachgeholt werden.