«Es ist leichter, Feriengäste zu finden als gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für jede Position», sagt Philippe Frutiger. Der Geschäftsführer der Giardino Hotels bringt mit seiner Feststellung die Achillesferse der Schweizer Hotellerie auf den Punkt: den Mangel an qualifizierten, warmherzigen und verlässlichen Menschen, die sich für einen Beruf im Gastgewerbe begeistern wollen. «Es fehlt der Nachwuchs und gleichzeitig wandern zu viele profilierte Köpfe früher oder später in andere Branchen ab», bedauert Frutiger.

Selbst vorbildlich geführte Häuser, zu denen die drei Giardino Hotels im Tessin und im Engadin seit vielen Jahren gehören, leiden unter dem Fachkräftemangel. Dessen Ausmass übertrifft seit der Pandemie alles Dagewesene in weiten Teilen der Hotelwelt, weil die Corona-Ära aufzeigte, dass der Sektor nicht krisenfest ist. Das führte dazu, dass viele junge Leute den Beruf im Hotel an den Nagel gehängt haben, um sich einer anderen Tätigkeit zu widmen – oder zumindest zum Nachdenken über neue Lebensentwürfe angeregt hat. Zugleich bremst der demographische Wandel das Personalangebot.