Herr Wolf, auf welche Änderungen müssen sich Ihre Gäste diesen Winter gefasst machen?
Auch bei uns gilt das Sicherheitskonzept der Branche, also Mund-Nasen-Schutz bei allen Bahnen und in ­allen Innenräumen. Zudem setzen wir stark auf digitale Konzepte: Tages- und Halbtageskarten werden nur noch online oder per App verkauft. Auch in den Selbstbedienungs-Restaurants wird online bestellt und dann das Essen an den Tisch gebracht. Das gibt uns die Gelegenheit, die Anzahl der Gäste gezielt zu steuern und notfalls zu reduzieren – die Rahmenbedingungen können sich ja rasch ändern.

Laax als Snowboard-Destination hat viele junge Gäste, die werden damit umgehen. Doch was ist, wenn ein ­älterer Gast nur mit Bargeld dasteht?
Der Umgang mit digitalen Tools ist keine Altersfrage. Und für Ausnahmefälle gibt es Kassen, an die sich weniger digitalaffine Gäste wenden können. Die Gäste haben die Änderungen bisher sehr gut aufgenommen.

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Wie bitte? Das sind doch Einschränkungen.
Es gibt aber auch viele Vorteile. Etwa, indem man schon am Tag vor dem Skiplausch seine Karte kauft und somit sicher einen Slot hat. Wir wollen die bisherige Anspruchshaltung – man läuft zur Kasse und kauft eine Karte – grundsätzlich ändern. Die Zeit der gedruckten Prospekte mit ­Öffnungszeiten ist ebenfalls vorbei.

Die Schweiz gilt wegen der vielen Fälle als Risikoland, andererseits herrscht hier Freiheit, die Restaurants sind offen. Was zieht mehr: ­Sicherheit oder Spass?
Es ist genau die Mischung aus beidem. Die Leute wollen einen sicheren, aber trotzdem möglichst unbeschwerten Skibetrieb erleben. Da bietet die Schweiz gute Voraussetzungen.

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Markus Wolf, CEO Weisse Arena Laax

Markus Wolf ist seit Mai CEO der Weissen Arena, welche die Destinationen Flims, Laax und Falera vereint. Er hat vom langjährigen Chef Reto Gurtner übernommen, der nun als Präsident wirkt.

Quelle: Fabio Baranzini

Wie wird die Saison geschäftlich laufen?
Wir rechnen für die ­gesamte Wintersaison mit einem Minus von 20 Prozent. Es wird eher mehr Gäste aus der Schweiz selber geben, jedoch weniger aus dem Ausland. Zudem läuft das Firmenkundengeschäft harzig, Firmenausflüge in die Berge samt Übernachtungen gibt es derzeit kaum.

Was wird sich nach Corona langfristig ändern?
Das Distanz­gefühl wird wohl bleiben. In Flims planten wir eine neue Grosskabinenbahn mit bis zu 160 Personen. Nun soll stattdessen ein ­System von kleineren Gondeln gebaut werden, bei denen die Fahrgäste das Ziel selber eingeben können.