An der Schweizer Börse geht ein besonders turbulentes Jahr zu Ende. Der Covid-Crash war kurz und heftig. Vom 21.  Februar bis zum 12.  März rauschten die Kurse in den Keller. In nur 16 Handelstagen verlor der Schweizer Leitindex SMI ein Viertel seines Wertes. Die Grossbanken und die Versicherungen wurden abverkauft.

Die CS war nach dem Börsengewitter fast nur noch die Hälfte wert, die UBS und die Versicherungen büssten mehr als ein Drittel ihrer Marktkapitalisierung ein. Mit Hilfe der geldpolitischen Lockerungen setzte eine rasante Erholung ein. Getrieben von starken Kurszuwächsen bei den Banken, ABB und Lonza, eroberte der SMI Anfang Juni die 10'000er-Marke zurück.

Vorübergehend kehrte die Unsicherheit an den Börsen im Vorfeld der US-Wahlen zurück. Der SMI tauchte vom 12. bis zum 28.  Oktober um 7  Prozent. Wieder standen die Versicherungen Swiss Life und Swiss Re auf den Verkaufslisten weit oben. Interessanterweise blieben die Banken in dieser Schwächephase verschont. Experten prognostizierten bei juristischem Hickhack um die US-Wahl Unsicherheit und einen Ausverkauf.

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Aufstieg im November

Doch der Ausverkauf blieb aus. Stattdessen warteten die Impfstoffhersteller mit überraschend positiven Daten auf. Der November ging als einer der stärksten Börsenmonate in die Geschichte ein, dank dem der SMI die Verluste bis auf 2  Prozent wieder wettmachte (Stand 15.  Dezember). Mit dieser Performance befindet sich der Schweizer Markt im internationalen Vergleich im Mittelfeld, das heisst unter 93 von Bloomberg gelisteten Primärindizes auf dem 41.  Rang. Nigeria, Südkorea und Dänemark führen das Börsenranking an.

«Der Schweizer Markt ist weder zyklisch noch technologielastig. Er hat aufgrund seines eher defensiven Charakters weniger verloren als die meisten anderen Märkte, danach aber auch weniger gewonnen», sagt Thomas Heller, CIO der Schwyzer KB.

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Acht der 20 SMI-Aktien lieferten einen Kursgewinn. Moderna-Partner Lonza sticht mit 54 Prozent weit hervor. Der Höhenflug der Sika-Aktie pausierte nur kurz. Im Jahresverlauf legte das Wertpapier 26 Prozent zu. Auch Givaudan erfreut ihre Anteilseigner mit einem Plus von knapp 20 Prozent.

Schwergewichte bestimmen Kurs

Schlusslichter im SMI bleiben 2020 die Versicherungen. Die Swiss-Re-Aktie gab in diesem Jahr ein Viertel ihres Börsenwerts ab, Swiss Life 18  Prozent. Die Unsicherheit, wie sich die Pandemie auf die Branche auswirkt, belastet. Die Zurich kommt mit einem blauen Auge davon und baut ihren Vorsprung auf die Swiss Re auf 30 Milliarden Franken aus. 2016 waren die beiden Konzerne an der Börse noch gleich viel wert. Auch CS und UBS drifteten weiter auseinander.

Die grössten Schwergewichte im SMI, Nestlé und Roche, bestimmen an den meisten Tagen, wohin der Index geht, und liegen auf Jahresfrist mit Verlusten von 2 und 5 Prozent etwas schlechter als das Mittelfeld. Roche stach Novartis in Sachen Performance 2020 um fast 10  Prozent aus.

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