Die Vorzüge einer Ferienwohnung in den Bergen werden in einer Pandemie besonders deutlich. Steigende Nachfrage treibt bekanntlich die Preise. In welchen Gemeinden sich Ferienimmobilien besonders verteuerten, hat der Immobilienberater Wüest Partner für BILANZ untersucht. Basis bilden echte Transaktionen von Anfang April bis Ende September.

Zudem wurden neue Suchabonnements ausgewertet. «Nachdem sich die Verunsicherung durch die Zweitwohnungsinitiative bereits in den letzten Jahren gelegt hatte, brachte die Covid-Krise neue Dynamik in den Markt für Ferienimmobilien», sagt Robert Weinert, Leiter Immo-Monitoring bei Wüest Partner.

Unter den hochpreisigen Destinationen ragt bei der Preissteigerung Davos hervor. Während das Weltwirtschaftsforum das Weite sucht, scheint die 11'000-Seelen-Gemeinde als Zweitwohnsitz beliebt zu sein. Die Quadratmeterpreise stiegen im Beobachtungszeitraum um 4,4 Prozent. «Das liegt deutlich über dem Trend und dem zehnjährigen Schnitt von 2,2 Prozent.

Auch die Anzahl der Suchabos stieg deutlich», sagt Weinert. Davos ist mit durchschnittlichen Quadratmeterpreisen von 10'000 Franken ein teures Pflaster. Gefragt waren laut dem Experten erschwinglichere, kleinere und etwas ältere Wohnungen. In Davos sei die Nachfrage aufgrund der guten Infrastruktur gross, sei es im Bereich der Skigebiete, der Gastronomie oder des Verkehrs.

Anstieg in Disentis

Einen besonders hohen Preisanstieg von 5,1  Prozent weist Disentis GR auf. «Anziehend wirken sehr attraktive Preise und ein hoch gelegenes Skigebiet», sagt Weinert. Im Vergleich mit Davos sei die Anzahl der Transaktionen jedoch deutlich kleiner.

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In Wildhaus im Toggenburg registrierte Wüest Partner eine Preissteigerung von durchschnittlich 3,7  Prozent. Verglichen mit Davos und Disentis ist Wildhaus von St. Gallen und Zürich schneller erreichbar und in Zeiten, in denen der eine oder andere Tag im Homeoffice zum Standard wird, als Erstwohnsitz interessant.

In der Auswertung der Preisanstiege ragt auch Engelberg OW mit 4,9 Prozent hervor. Die Anzahl der Suchabos stieg zum Vorjahr um 50 Prozent. Gesucht werden vor allem Objekte im Wert von 500'000 bis 1,5 Millionen Franken. «Engelberg ist wegen der Steuersätze auch für vermögende Menschen interessant», weiss Weinert. Dies und die Nähe zur Stadt förderten dort eine stärkere Durchmischung von Erst- und Zweitwohnsitzen.