Uff, noch mal davongekommen. Das war die Reaktion in der Branche nach dem mit Spannung erwarteten Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom 19. September. Nicht nur sah Währungshüter Thomas Jordan davon ab, die Zinsen weiter ins Negative zu senken, den Banken wurde gar ein Zückerlein gewährt: die Strafzinsen, welche die Banken der SNB abliefern müssen, werden reduziert, indem Jordan den Freiraum erweitert. Damit liess er etwas Druck aus dem Kessel, denn der war zuletzt arg gestiegen.

Lange war es in der Branche tabu gewesen, die Nationalbank zu kritisieren, aber am Bankentag von Mitte September sprach Verbandspräsident Herbert Scheidt Klartext: Mehr als zwei Milliarden Franken würden die Banken jährlich über Negativzinsen zahlen. Das seien fünf Prozent der Gesamt­erträge der Schweizer Banken und ein «erheblicher Wettbewerbsnachteil im internationalen Vergleich».