Langweilig war es Matthias Baumann nicht, nachdem er vor einem Jahr als CEO beim Möbelhaus Pfister zurückgetreten war. So hatte der Ehemann von Läckerli-Huus-Chefin Miriam Baumann-Blocher mehr Zeit für Familie und Weiterbildungen.

Gefordert war er auch als Verwaltungsrat der österreichischen MTH Retail Group, als die Pandemie ausbrach. Nun ist er CEO des Unternehmens geworden, das in der DACH-Region rund 760  Filialen in den Bereichen Bürobedarf, Schreibwaren, Papier und Haushalt betreibt. Und zu dem Händler und Ketten wie Mäc-Geiz und Pfennigpfeiffer in Deutschland, Libro und Pagro Diskont in Österreich sowie Office World und der B2B-Onlinehändler Iba in der Schweiz gehören.

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Baumann hat es mit neuen Kundenstamm zu tun

Ein Wechsel also von Premium-Möbeln zu profaner Handelsware. Für Baumann hat dies durchaus seinen Reiz: «Wir haben ein spannendes Portfolio mit verschiedenen Marken und sind in mehreren Ländern vertreten.» Der Umsatz belief sich zuletzt auf 730 Millionen Euro – mehr also, als Pfister mit geschätzt noch rund 550 Millionen Franken gemacht haben dürfte.

Zwar schrumpft auch der Markt mit Bürobedarf. «Wir wollen aber weitere Unternehmen zukaufen.» Vor allem hat es Baumann nun mit einem teils völlig neuen Kundenstamm zu tun. Während etwa bei Office World oder Iba viele KMUs einkaufen, versorgen sich bei Mäc-Geiz oder Pfennigpfeiffer gerne Personen mit kleinem Budget, die oft keine Kreditkarte besitzen und daher auf stationäre Läden angewiesen sind. Er wolle zwar die digitalen Kanäle ausbauen, setze deshalb jedoch auf eine klare Omnichannel-Strategie.

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Kein Umzug nach Österreich

Dem Verwaltungsrat der Gruppe mit Sitz im Wiener Vorort Guntramsdorf trat Baumann 2017 bei, als Migros Office World an MTH verkaufte. Zustande gekommen war der Kontakt zu Martin Waldhäusl, der nun als Vorstandsvorsitzender der Holding seinen Schwiegervater und Patron Josef Taus abgelöst hat, bereits vor einigen Jahren. Zwischen 1999 und 2009 war Baumann nämlich CEO von Office World.

Steht nun der Umzug nach Österreich an? Baumann winkt ab: «Wir haben ja auch einen Standort in Bern-Bolligen, und an Videocalls haben wir uns inzwischen gewöhnt.»

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