Es ist eines der wichtigsten Investorentreffen Europas: Die NOAH Conference bringt Start-up-Gründer, VCs, Family Offices und Konzerne zusammen, um das digitale Ökosystem Europas zu pushen.

Seit 2009 sind insgesamt 20 '000 Gäste an die Konferenzen gekommen und 2500 Speaker aufgetreten, in Berlin, London und Tel Aviv. Heuer findet die NOAH Conference – Corona-bedingt mit einem Jahr Verspätung – erstmals in Zürich statt, am 6. und 7.  Dezember in «The Circle» am Flughafen.

Und mit einem neuen Schwerpunkt: «Sustainable is the new digital», fasst es NOAH-Gründer Marco Rodzynek zusammen. «Nur Geldverdienen reicht in der heutigen Zeit nicht mehr. Es geht um Purpose.»

Es ist eine kuratierte Konferenz, physische Teilnahme nur auf Einladung – «sonst würde sie aus allen Nähten platzen», so Rodzynek. Nur Firmen, Politiker, Wissenschaftler, NGOs und Investoren mit Nachhaltigkeitsbezug sind eingeladen.

Auf Sponsoren verzichtet Rodyznek erstmals, die Ticketpreise unterscheiden sich je nach Teilnehmergruppe – Start-ups etwa zahlen weniger als Corporates. Insgesamt rechnet er mit nicht weniger als 3000 Teilnehmern: «Es ist einerseits ein Networking-Event, aber auch ein historisches Zusammentreffen der Sustainability-Industrie», sagt der ehemalige Investmentbanker, der 1998 NOAH Advisors gründete, eine Corporate-Finance-Boutique für Internetfirmen.

Nicht weniger als fünf Bühnen sollen gleichzeitig bespielt werden: Neben der Main Stage gibt es etwa eine Bühne für Unicorns, die – wie GetYourGuide oder die Auto1 Group – bereits an früheren NOAH-Konferenzen aufgetreten sind, und eine für Workshops.

Auf einer weiteren Bühne können Corporates ihre ESG-Initiativen präsentieren, wobei Rodzynek mit «We Don’t Have Time» zusammenarbeitet, einer Art sozialem Netzwerk für Nachhaltigkeit. Insgesamt rund 500 Speaker sollen vor Ort auftreten, ebenso viele virtuell zugeschaltet werden.

Zugesagt haben bereits Starinvestor Klaus Hommels, Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner, Umweltministerin Simonetta Sommaruga, David Katz, der Gründer und CEO der Plastic Bank, sowie Nachhaltigkeitspionier John Elkingtonvon Volans. Angefragt sind unter anderem Tesla-Chef Elon Musk und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Big Data wird ein grosses Thema an der Konferenz: Rodzyneks Firma Juicy Data will die Umweltdaten von 250 Start-ups und NGOs konsolidieren und sie jenen Landbesitzern zur Verfügung stellen, die sich dem Naturschutz verschrieben haben: «Wir können nicht schützen, was wir nicht gemessen haben», so Rodzynek.

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Basierend auf diesen Auswertungen, sollen dann Umweltprojekte definiert und an der Konferenz vorgestellt werden. Zudem will man weitere Landgebiete finden, um sie durch Philanthropen zu kaufen und unter Naturschutz zu stellen.

Und sogar Vertreter von indigenen Völkern sind eingeladen: Sie sollen die Klimaschutzprojekte dann in 60 Ländern vor Ort umsetzen, etwa mit Hilfe von Drohnen die Biomasse im Regenwald messen. «Wir wollen keinen Aktionismus, sondern Projekte anschieben und Produkte bauen, die bleiben», sagt der Unternehmer mit Wohnsitzen in Horw LU und Ibiza.

Bei aller Neuausrichtung ist aber auch klar: Das Geldverdienen ist für die Konferenzbesucher immer noch wichtig. «Nachhaltigkeit muss profitabel sein, sonst funktioniert sie nicht auf lange Sicht», weiss Rodzynek. Offiziell will er über die Zürcher NOAH Anfang September informieren.