Statt einer Schweizer Airline ist es nun eine Zürcher Beratungsfirma geworden, aber mit illustrem Personal: Oliver Otto Meier, der mit einem Airline-Projekt von sich reden machte, ist wieder aufgetaucht.

Meier ist ein früherer Pilot von Crossair und der Emirates in Dubai, der dann ins Management des Emirates-Flugbetriebs eintrat. 2014 wurden Meiers Pläne bekannt, mit einer neuen Airline, die erst Eurosky, dann Metropolitan heissen sollte, von Zürich aus Europaflüge zu wenig bedienten Destinationen anzubieten; gedacht war das vor allem als Angebot für Geschäftsreisende, mit denen sich kleinere Regionaljets profitabel hätten füllen lassen. Doch das Investoren-Konsortium zerfiel, die Finanzierung, eine zweistellige Millionensumme, kam nicht, Meier beerdigte die Pläne.

«Das ist im Nachhinein sehr schade, aber ich habe viel aus dem Projekt gelernt», sagt Meier heute. Er vertrieb sich die Zeit als Berater und Interimsmanager. Nun hat er eine illustre Truppe um sich geschart. Mitte 2020 taufte er seine Metropolitan in Metrocore um und holte den Schweizer Airline-Manager Peter Baumgartner als Verwaltungsratspräsidenten.

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15 Jahre bei Etihad

Baumgartner führte zweieinhalb Jahre, bis Mitte 2018, als CEO die Staatsfluglinie von Abu Dhabi, Etihad Airways, war dann bis Frühling 2020 strategischer Berater des CEOs der übergeordneten Holding. Insgesamt arbeitete Baumgartner 15 Jahre bei Etihad in verschiedenen Positionen im Management, während sich die Fluglinie vom Start-up zu einem grossen Player entwickelte.

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Als Associate Partner von Metrocore amten André Dosé, früherer CEO von Swiss und Crossair, später auch CEO der Bahrain-Fluglinie Gulf Air, sowie Wayne Pearce, der ebenfalls in der Golfregion tätig war, etwa als CEO bei Oman Air. Auch dabei ist Lucas Ochsner, der als Kapitän für die Schweizer Fluglinien Swissair, Balair und Belair flog. Belair führte er als CEO, bei Air Berlin war er bis zum Grounding Leiter des Flugbetriebs.

Von Wartung bis Lebensdauer

Metrocore berate Airlines in Europa und Asien punkto Strategie, sagt Meier, der keine Namen nennen will, wie auch punkto der Veränderungen, die etwa die Blockchain bringen werde. Dazu zählten etwa die Datenverwaltung rund um Wartung und Leistung eines Flugzeugs über dessen Lebensdauer, was insbesondere zur Dokumentation bei geleasten Flugzeugen benötigt wird und sich zu mehreren Regalmetern Papier ausweiten könne.

Aber auch die Finanzflüsse entlang einer Flugreise, wo zahlreiche Stakeholder wie Airline, Flughafen, Flugsicherung und viele andere Anteile am Ticketpreis einstreichen, die bisher aufwendig über Banktransfers verbucht werden müssen. Bis zu über 20 dieser Stakeholder können an diesen Transfers beteiligt sein. Allein in diesem Bereich, sagt Meier, liessen sich mit einer Umstellung auf Blockchain-Technologie bis zu zehn Prozent der Kosten einsparen.

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