An der Uraniastrasse mitten in der Zürcher City werden neuerdings Autos verkauft: Der kleine italienische Sportwagenbauer Ares hat einen Showroom eröffnet.

Darin warten ein Zweirad und zwei Vierräder auf Kundschaft – das wichtigste Exponat ist der S1, ein wunderschöner Supersportwagen, angetrieben von einem 6,2-Liter-Achtzylindermotor mit mehr als 330 km/h Höchstgeschwindigkeit, auf Basis des US-Renners Corvette, der als Coupé und offener Spider antritt.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Beide Versionen sind auf 24 Stück limitiert, das Coupé kostet 545 000 Euro, der Spider 585 000 Euro, jeweils zuzüglich Steuern – das kann man «günstig» nennen, verglichen mit anderen edlen Autoschmieden wie Koenigsegg oder Pagani.Im Showroom steht zudem ein mächtiger Jeep, der an den eingestellten Land Rover Defender erinnert, der je nach Motorisierung zwischen 200 000 und 300 000 Euro kosten soll, sowie ein futuristisch designtes Motorrad. Zudem soll Ares Insidern zufolge an Konzepten für «edle Urban Mobility» arbeiten.

Ares wurde bereits 2014 gegründet: vom ehemaligen Brand Manager bei Red Bull und Ferrari und späteren CEO der britischen Sportwagenmarke Lotus, Dany Bahar, sowie dem Geschäftsmann Waleed Al Ghafari, der im Mittleren Osten, in Nordamerika und Europa aktiv ist. In Dubai gilt er bei der Entwicklung staatsnaher Unternehmen als verlängerter Arm des Scheichs. Al Ghafari amtet als Chairman, Bahar als CEO.

Ares beschäftigt derzeit rund 160 Mitarbeiter, dürfte auf einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro und einen zweistelligen Vorsteuergewinn kommen. Design, Karosseriebau, Lackieren oder die Belederung des Innenraums – Ares macht alles selber am Firmenhauptsitz in Modena.

Ares

DER SUPERSPORTLER: Der Ares S1 zieht im Showroom in Zürich viel Aufmerksamkeit auf sich.

Quelle: ZVG

Neu ist: Einer der wichtigsten Aktionäre bei Ares ist Philippe Gaydoul. Er soll einen Anteil von 20 bis 30 Prozent halten, die Mehrheit liegt bei den beiden Gründern. Der frühere Denner-Chef und -Eigentümer soll erst seit einigen Monaten an Bord sein und dürfte einen hohen einstelligen Millionenbetrag investiert haben.

Gaydoul wollte auf Anfrage nicht Stellung nehmen, dementierte die BILANZ-Informationen aber nicht.

Philippe Gaydoul, entrepreneur and CEO of the Gaydoul Group, portrayed at the company headquarters of Navyboot, a company owned by the Gaydoul Group, in Zurich, Switzerland, on February 9, 2018. (KEYSTONE/Gaetan Bally)Philippe Gaydoul, Unternehmer und CEO der Gaydoul Group, portraitiert am 9. Februar 2018 in Zuerich am Firmensitz der Navyboot, einem Unternehmen der Gaydoul Group. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

NEUER INVESTOR: Philippe Gaydoul hat in die Autoschmiede Ares investiert und hilft bei der Expansion.

Quelle: Keystone

Offensichtlich verbindet sich mit seinem Einstieg aber eine Änderung des Geschäftsmodells.

Ares hat jüngst diverse Showrooms eröffnet, ist in Europa neben Zürich auch in St. Moritz, Kitzbühel, München, Modena oder London präsent, zudem in China, den Golfstaaten, Singapur und den USA.

Konzentrierte sich Ares bisher auf Umbauten und Sonderanfertigungen – hochrentable Aufträge, die sich aber nicht zu grösseren Stückzahlen hochskalieren lassen, soll nun mit professionellerem Management, darunter Ex-Ferrari-Kader, die Fertigung vereinheitlicht und die Kapazität ausgebaut werden auf bis zu 250 Fahrzeuge pro Jahr.

Vom ersten Modell S1 sollen bereits alle Coupés und die Hälfte der Spider vorbestellt sein, die Auslieferungen Anfang 2022 beginnen.