Einen erfolgreichen Seriengründer erkennt man daran, dass sich die Büros mit jedem neuen Start-up an besserer Lage befinden. Manuel Grenacher ist inzwischen im Zürcher Kreis 2 angekommen, unweit vom See.

Er kann es sich leisten: 2017 verkaufte er seine Firma Mila an die Swisscom, 2018 seine Cloud-Plattform Coresystems an SAP, für kolportierte 100 bis 150 Millionen. Es war einer der erfolgreichsten Exits der Schweizer Start-up-Szene.

Jetzt hat Grenacher den deutschen Softwaregiganten verlassen, «im Guten», wie er betont: «Ich habe die letzten drei Jahre unsere Software in die SAP-Welt integriert, das ist nun abgeschlossen.»

Nun hat Grenacher sein drittes Start-up gegründet, zusammen mit seinem langjährigen Compagnon und CTO Andreas Hauri («mein Tech-Genie»).

«Mein Traum war immer schon ein IPO, deshalb probiere ich es jetzt noch mal.»

Unique, so der Name, baut eine auf KI basierende Software, die sich in Videokonferenzen einklinkt, um Verkaufsgespräche auszuwerten: Die Software erstellt nach jedem Call vollautomatisch eine Zusammenfassung der Schlüsselmomente und gibt Insights (etwa ob die Message ankommt) und Empfehlungen (etwa weniger zu sprechen).

16 Mitarbeitende umfasst das Team bereits, in den nächsten Monaten soll es sich noch mal verdoppeln. In drei Jahren will Grenacher wieder bei 200 bis 300 Angestellten sein, ähnlich wie Coresystems bei der Übernahme durch SAP. Aber dieses Mal zielt er keinen Verkauf an, sondern einen Börsengang: «Mein Traum war immer schon ein IPO, deshalb probiere ich es jetzt noch mal.»

Das erste Auslandsbüro wurde bereits eröffnet – in Berlin, wo Grenacher aus Coresystems-Zeiten ein funktionierendes Netzwerk hat. Die Seed-Finanzierung haben die Gründer selbst gemacht, jetzt steht die Series A an. Insgesamt rechnet Grenacher mit einem Kapitalbedarf von 100 bis 200 Millionen über die nächsten drei Jahre.

Die Namensrechte für Unique lagen übrigens beim Zürcher Flughafen, der sich in den 90er Jahren so nannte. Grenacher und Hauri konnten sie für einen fünfstelligen Betrag übernehmen.