Da bimmelte die Glocke zum «Chriesisturm». Normalerweise rennen dann traditionsbewusste Zuger mit Holzleitern und Tragkörben los und beginnen mit der Kirschenernte. Doch auch in diesem Juni blieben die engen Altstadtgassen Corona-bedingt leer. Dafür füllen sich an schönen Tagen wieder die Terrassen am See, man gönnt sich ein Stück der berühmten Kirschtorte oder, wer es hochprozentig mag, ein Glas Zuger Kirsch. Die IG Chriesi startete gar eine Solidaritätsaktion für die heimischen Chriesibauern, Kirschbrenner und Konditoren. Diese litten zuletzt erheblich wegen der geschlossenen Gastronomie.

Wer nun für 40 Franken ein Chriesiprodukt kauft, bekommt 10 Franken zurückerstattet. Doch auch die Stadt selbst hat das heimische Gewerbe angekurbelt. Sie schenkte im vergangenen Jahr jedem Einwohner einen 100-Franken-Shopping-Gutschein. Und sie verabschiedete einen Corona-Fonds in Höhe von zehn Millionen Franken – für Organisationen etwa aus dem sozialen und kulturellen Bereich, die von Bund und Kanton keine Hilfsgelder erhalten.