Zwar haben die Regengüsse und das Hochwasser auf einigen Plätzen die Campingsaison beeinträchtigt – dennoch dürften die Campings des TCS auf Rekordkurs sein: Schon 2020, trotz neun Wochen Lockdown-Schliessung, zählten die 24 Plätze 780 000 Logiernächte, das waren 25 Prozent mehr als 2019.

Und 2021 hatte der grösste Campingbetreiber der Schweiz mit noch besseren Zahlen gerechnet: Die Campings im Tessin waren ausgebucht, in der Deutschschweiz an Seen und Flüssen sehr stark gebucht, nur in den Bergen hatte es noch freie Standplätze.

«Noch besteht die Chance, dass wir den Rekord von 2020 übertreffen, wenn im August die Sonne wieder lacht»

TCS-Chef Jürg Wittwer

Nun ist die Prognose unklar, weil einige Plätze geschlossen werden mussten: Das Wasser muss erst einmal abfliessen, Reinigung und Reparaturen müssen erledigt werden, und der Untergrund muss durchtrocknen und sich stabilisieren, bevor dort wieder Wohnmobile abgestellt werden können. Doch «noch besteht die Chance, dass wir den Rekord von 2020 übertreffen, wenn im August die Sonne wieder lacht», sagt TCS-Chef Jürg Wittwer.

Jürg Wittwer

TCS-Chef Jürg Wittwer ist weiter optimistisch für die Saison 2021. 

Quelle: PD

Seit 2016 nehmen die Übernachtungszahlen jedes Jahr zu, «und Corona hat diesen Boom nochmals befeuert», sagt Wittwer. Denn vor allem Schweizer nutzen diese Möglichkeit, zu Hause Ferien zu machen:

Liegt normalerweise das Gästeverhältnis auf den TCS-Campings von Schweizern zu Ausländern bei etwa 70 zu 30, so lag es 2020 bei rund 90 zu 10, so Wittwer.

Der TCS unterhält inzwischen rund 30 «Glamping»-Unterkunftsarten, also für glamouröses Camping.

Zudem sind Campingplätze heute mehr als Zeltstädte. Der TCS unterhält inzwischen rund 30 «Glamping»-Unterkunftsarten, also für glamouröses Camping, «von Indianerzelt bis Zirkuswagen», von Safarizelt bis Tipi oder «Mahal-Zelt-Suite» auf der Alp Nagens, inklusive Strom und Kühlschrank. Ausserdem etwa 900 Betten, in denen Gäste ohne eigenes Zelt übernachten können. Mit beidem erschliessen sich die Plätze neue Kundengruppen.

Wachstum nicht nur beim Camping

Wachstum verzeichnet der grösste Mobilitätsclub der Schweiz auch bei den Mitgliederzahlen, gut 1,5 Millionen sind es insgesamt. Seit 2017 kamen 83 000 dazu, davon allein in den vergangenen zwölf Monaten 48 000 – die Unsicherheit in den Zeiten der Pandemie dürfte den gestiegenen Zulauf zumindest teilweise erklären.

Denn die Covid-Beschränkungen bremsten zwar die Reisetätigkeit 2020 ein, dennoch fielen mehr als 1200 medizinische Abklärungen und rund 600 Patiententransporte zurück in die Schweiz an, was privat angesichts teils geschlossener Grenzen mühsamer hätte werden können. Seit die Beschränkungen gelockert und Reisen, vor allem ans Meer, wieder möglich sind, verzeichnet daher der Reise-Schutzbrief «ETI» einen regelrechten Boom:

Im Mai 2021 etwa verkaufte der TCS fünf Mal so viele wie im Vorjahresmonat. Wittwer hält das für ein Resultat der umfangreichen Versicherungsleistungen: So habe der ETI-Schutzbrief beispielsweise «sämtliche notwendigen Pandemiedeckungen».