Der schwarz gekleidete Superagent eilt über das Dach des Gebäudes und seilt sich ab. Er schneidet ein Loch in die Fensterfront und drängt sich durch Lüftungsschächte, dringt endlich vor ins Geheimlabor von Apple und entwendet einen für Macs reservierten Chip, den er ungerührt in ein iPad einsetzt. Dann zieht sich der Held die Maske vom Kopf – und enttarnt sich als freundlicher, älterer Herr mit grauen Haaren und schwarz eingefasster Brille: Tim Cook.

Der brave Konzernchef als Hauptdarsteller eines Werbevideos à la «Mission Impossible»? Das hätte vor zehn Jahren noch skurril und durchgeknallt, fast lächerlich gewirkt. Als der kommissarische Chef Cook im August 2011 den schwerkranken Steve Jobs an der Spitze des Konzerns ablöst, traut ihm kaum jemand Drive, Story und Spektakel, sprich: unternehmerisches Popcornkino, zu. Cook sei zu bürokratisch, zu blass, zu langweilig, heisst es in der Branche. Er könne Abläufe optimieren, aber keine neuen Wege einschlagen, Kulissen schieben, aber nicht Regie führen.