Es ist ein beeindruckendes Wachstum, welches das Start-up Flex Suisse hingelegt hat: In zweieinhalb Jahren wuchs der Vermittlungsdienst für Juristen von null auf 75 Mitarbeitende und einen niedrigen zweistelligen Millionenumsatz. «Bei fast jedem SMI-Unternehmen sind wir Haus- und Hoflieferant für Juristen und Compliance Officers geworden», sagt Firmengründer Richard Ossen. 

Jetzt fusioniert Flex Suisse, das «Uber für Anwälte», mit dem grössten Konkurrenten in Deutschland, Perconex. «Nach so kurzer Zeit schon zu verkaufen, ist früh, aber das Angebot ist einmalig, und die Synergien sind gross», sagt Ossen. Der Verkaufspreis bewegt sich im unteren zweistelligen Millionenbereich, dazu erhalten Ossen und sein Co-Gründer Reto Picenoni eine Beteiligung an Perconex im zweistelligen Prozentbereich.

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Von einem «klaren Bekenntnis zum Gründerteam» spricht Ossen. Für die Kunden und Projektmitarbeiter in der Schweiz und Liechtenstein ändert sich nichts, auch der Name Flex Suisse bleibt hier erhalten.

Andrea Broggini, Praesident des Migros-Genossenschaftsbundes, aufgenommen am 14. November 2012 in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Quelle: Keystone

Andrea Broggini ist Mehrheitsaktionär und VR-Präsident von Kieger. 

Perconex nahm den Kontakt im Frühjahr auf, kurz nach einer Vorstellung von Flex Suisse in BILANZ. Unter dem neuen Eigner profitiert Flex Suisse von globalen Rahmenverträgen, etwa mit Bankkunden: «Da ist eine ganze Menge Musik drin», so Ossen. Gemeinsam kann man nun auf einen Talentpool von 3500 Anwälten zugreifen. Ziel ist es, grösster Anbieter in der DACH-Region zu werden. Dazu will man nächstes Jahr neue Ländergesellschaften eröffnen, etwa in Österreich oder Luxemburg.

Über den Eigentümer von Perconex will Ossen nichts sagen, Recherchen zeigen jedoch: Es ist ein Investmentfonds, der vom Zürcher Family Office Kieger verwaltet wird. Mehrheitsaktionär und VR-Präsident von Kieger ist Andrea Broggini, der von 2012 bis 2019 Migros-Präsident war.