Noch im Frühjahr 2020 sah es danach aus, als ob Sonova heftig von der Pandemie getroffen würde. Doch bereits im Sommer registrierte der Marktleader für Hörgeräte und Innenohr-Implantate wieder eine steigende Nachfrage. Und so konnte CEO Arnd Kaldowski (54) für das im März abgeschlossene Geschäftsjahr 2020/21 gute Ertragszahlen melden. Die Aktien, die lange Zeit nicht vom Fleck kamen, setzten zu einem veritablen Höhenflug an und gewannen in sechs Monaten 60 Prozent.

Treiber der Hausse sind die Wachstumsprognosen des Managements für 2021/22: Umsatz 24 bis 28 Prozent, Ebitda 34 bis 42 Prozent. Der Optimismus ist berechtigt. Der Konzern ist technologischer Marktführer und lanciert laufend neue Produkte. Daneben wird mit AudioNova ein grosses Netz von Verkaufs- und Servicestellen betrieben. Pluspunkte sind die starken Margen, ebenso wie gesunde Finanzen sowie ein hoher Cashflow.

Ein cleverer Schritt war der von VR-Präsident Robert Spoerry (66) abgenickte Einkauf der Konsumelektroniksparte des Audiospezialisten Sennheiser, eine spannende Ergänzung der Wertschöpfungskette. Zu wünschen übrig lassen dagegen die Cochlea-Implantate.

Nach dem Kurssprung sind die Aktien kein Schnäppchen mehr. Das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis für dieses und nächstes Jahr stellt sich auf 32 respektive 28. Im Vergleich zu anderen Medtech-Aktien sind Sonova jedoch nicht überbezahlt, zumal das Unternehmen viel Wachstumspotenzial bietet. Mir gefallen die Valoren ausnehmend gut.