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Boom: Bitcoin & Co. nun über 40 Milliarden Dollar wert

Noch ist Bitcoin der Primus. Aber Ethereum holt auf.   Fotolia

Bitcoin und andere neue digitale Währungen sind gefragt wie nie. Jetzt steigen institutionelle Anleger ein.

Kommentar  
Von Marc Badertscher
am 05.05.2017

Jeden zweiten Tag steigen die Kurse diesen Spätfrühling auf Höchststände: Ein Bitcoin ist nun über 1500 Dollar wert, ein Ether rund 100, ein Dash ebenfalls. In die neue Welt der digitalen Währungen kommt gerade enorm viel Bewegung. Einer der Gründe: Institutionelle Investoren beginnen vermehrt, in diese neue Asset-Klasse zu investieren.

2016 waren es vor allem noch Family Offices von vermögenden Privatkunden, die wagten, einen Teil ihres Geldes in diese hochriskante Anlage zu investieren – und einige spezialisierte Risiko-Fonds. Mittlerweile berichten Broker aber, auch zahlreiche reguläre Hedge Funds würden beginnen, Positionen in neuen digitalen Assets aufzubauen. Es ist simpel: Die steigende Nachfrage treibt den Preis nach oben.

Steile Kurve

Doch nBitcoin-Preis: Parabolische Kurve.un beschleunigt sich der Anstieg: Es dauerte 7 Jahre, bis alle Kryptowährungen zusammen eine Marktkapitalisierung von 10 Milliarden Dollar erreichten. Bis sie 20 Milliarden wert waren, brauchte es noch ein weiteres Jahr. Nur noch 3 Monate waren zuletzt nötig, um eine Marktkapitalisierung von 40 Milliarden Dollar zu erreichen.

Bitcoin ist immer noch der Primus. Täglich werden an den Börsen Bitcoins im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar gehandelt und verschoben. Doch die unangefochtene Stellung als Nummer 1 wankt. Vor allem Ether, die Währung der App-Plattform Ethereum, legt rasant zu und kommt inzwischen auf eine Marktkapitalisierung von über 8 Milliarden Dollar.

Boom der Start-Ups

Für den Boom gibt es neben dem Interesse von institutionellen Investoren zahlreiche andere Gründe:

- Jede Woche treten neue Blockchain-Start-ups auf den Plan, die Anwendungen entwickeln. So zum Beispiel eine Messenger-App mit Bezahlmöglichkeit, eine Vermögensverwaltungs-App, Wettplattformen, eine Versicherungs-App, eine Plattform zur Medienvermarktung. Ob die Projekte Erfolg haben, wird sich erst noch zeigen müssen. Aber sie versprechen dank Blockchains ganz neue Geschäftsmodelle und treffen den Nerv der Zeit. Investoren stellen den Start-Ups Dutzende von Millionen Dollar zur Verfügung. Das schafft ein Klima des Aufbruchs, das weit über die Branche hinausstrahlt. Alleine im Fall von Ethereum gibt es weltweit mittlerweile 30'000 Entwickler, die in irgendeiner Form mit dieser Blockchain zu tun haben. Die Start-Up-Bewegung verleiht auf diese Weise der gesamten Krypto-Welt Legitimität. Niemand will den neuen Trend verpassen. Davon profitiert nicht nur Ethereum, es hilft eben auch anderen Projekten und nicht zuletzt die stärksten Währung selber, Bitcoin.

- Die verschiedenen Blockchains machen rasch Entwicklungsfortschritte. Ethereum lanciert gerade ein eigenes Domain-Name-System. Das dürfte ein nächster Schritt Richtung einfacherer Handhabung für den Laien sein. Im klassischen Internet gibt heute auch niemand mehr IP-Adressen ein, sondern Namen. Zudem sind grosse Effizienzsteigerungen in der Pipeline. Das alles sind zwar bloss Versprechen für die Zukunft, aber genau darauf spekulieren die Anleger. Auch andere Plattformen wie Waves oder andere Währungen wie Zcash weisen eine erstaunliche Entwicklungskadenz auf.

Risiken nehmen zu

In der Branche vergleicht man die Situation mittlerweile mit den 90er Jahren vor der Dotcom-Blase. Damals stiegen die Preise von allem, was irgendwie nach Internet roch, ins Unermessliche. Es endete zumindest vorübergehend im Desaster. Ausserordentlich viele Projekte scheiterten, erzielten nie den erhofften Nutzen oder nachhaltige Gewinne – die Blase platzte. Es dauerte Jahre, bis sich die Kurse an den Börsen erholten.

Niemanden würde es erstaunen, wenn sich solches irgendwann auch in der Krypto-Welt wiederholen würde. Ebenso klar ist allerdings, dass niemand weiss, wann das der Fall sein wird. Vorderhand sind die neuen digitalen Währungen und Assets noch immer ein absolutes Nischenphänomen. Aber eben: Das Versprechen, dank öffentlichen Blockchains dem heutigen Internet eine Schwester zur Seite zu stellen, in welchem der Benutzer mehr Kontrolle, mehr Rechte und mehr Möglichkeiten erhält, hat offenbar für viele einen gewissen Reiz.

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