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Digital Switzerland
Digitale Fortbildung: Neue Plattform bündelt Angebote

 

Die Schweizer Konsumenten sind schon längst digital unterwegs. Die Wirtschaft indes kann oft noch nicht Schritt halten. Das Angebot Education Digital soll Unternehmen nun unter die Arme greifen.

Kommentar  
Von Mathias Ohanian
am 15.09.2016

In kaum einem anderen Land stehen die Menschen so sehr auf technische Neuerungen wie in der Schweiz. Nicht umsonst gilt man als iPhone-Land der ersten Stunde. Mittlerweile surfen vier von zehn Schweizerinnen und Schweizer mit drei verschiedenen Geräten im Netz – mit Computer, Smartphone und Tablet. Vor vier Jahren lag dieser Wert gerade mal bei 8 Prozent. Die Dynamik ist enorm.

Gleiches gilt für die Geschwindigkeit, mit der wir online unterwegs sind. Das Internet lädt hierzulande so schnell, wie kaum irgendwo sonst, die Glastfasertechnologie findet stetig Verbreitung, und ohnehin haben mittlerweile über 90 Prozent der Haushalte einen Anschluss ans World Wide Web. Diese Aufzählung liesse sich problemlos fortführen. Klar ist also: Die Digitalisierung ist bei den Schweizer Konsumenten weit fortgeschritten.

Für KMU spielen digitale Technologien noch keine Rolle

Das Problem: Während Grosskonzerne das Thema mittlerweile zur Chefsache erklärt haben, tun sich viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) schwer und können mit dem Entwicklungstempo nicht Schritt halten. So spielen für 65 Prozent der Unternehmen mit 30 bis 2000 Mitarbeitenden digitale Technologien noch kaum oder überhaupt keine Rolle, zeigte eine im Februar veröffentlichte EY-Studie.

Eine neue Erhebung von PWC offenbart nun: Der Aufholbedarf ist teils noch gewaltig. Je kleiner das Unternehmen und je älter die Geschäftsleitung, desto geringer ist im Schnitt der Grad der Digitalisierung. Auch zwischen den untersuchten Branchen variieren die Anstrengungen deutlich: Währen im Gesundheitswesen und im Bereich Energie bislang noch wenig passiert, sind die Branchen Telekommunikation und Medien bereits weiter.

Die Studie zeige auf, dass Digitalisierung für alle KMU ein Muss sei, sagt PWC-Experte Norbert Kühnis – wobei ein schrittweises Vorgehen oft am zielführendsten sei. Hier will neu auch die seit heute landesweit agierende Initiative Digital Switzerland ansetzen.

Die Macher haben mit der Webseite education-digital.ch eine Suchmaschine zu Angeboten rund um Fort- und Weiterbildung im digitalen Bereich lanciert. «Zum heutigen Start sind über 20 Anbieter von Fortbildung mit über 200 Kursen rund um Digital auf der Plattform live», sagt Patrick Warnking, Chef von Google Schweiz und Mitglied des Lenkungsausschusses von Digital Switzerland.

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Unternehmen und Privatpersonen können die Plattform kostenlos und ohne Registrierung nutzen, um sich zu orientieren und für Programme anzumelden. Zu den Anbietern gehören ETH, HSG, HWZ, kaufmännische Schulden, die Migros Clubschule und einige mehr.

Nachholbedarf bei Videos und mobilen Webseiten

Dass die Nachfrage nach Fortbildung hoch ist, bestätigt Google-Chef Warnking. Über die vergangenen Jahre hätten rund 30'000 Personen in der Schweiz kostenlose Google-Schulungen besucht. Dieses Jahr sind es demnach rund 6000 Personen, die sich zu Themen wie Analytics, digitalem Marketing, Youtube, Display, Mobile oder Export über digitale Kanäle Wissen angeeignet haben.

Wo sieht Warnking für Schweizer KMU am meisten Aufholpotenzial? Mobile Webseiten und Videos sind zwei Bereiche, in denen sich die Wirtschaft verbessern kann, sagt er. Denn immerhin wird das Internet übers Smartphone heute stärker als über stationäre Computer genutzt. Grundsätzlich sieht der Google-Mann indes keinen Standortnachteil gegenüber Digitalisierungszentren wie dem Silicon Valley.

Dennoch kann die Schweiz von anderen Hotspots lernen: 

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