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Digital Switzerland
Konzerne spannen mit Jungfirmen zusammen

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In Zürich kamen 300 Gründer und Unternehmer zusammen, um sich ein Bild der besten Start-ups zu machen. Schweizer Giganten wie UBS oder Swisscom haben neue Jungpartner gefunden.

Marco Brunner
Kommentar  
Von Marco Brunner
04.11.2016, Aktualisiert vor 17 Stunden

Es war ein Who is Who der Schweizer und internationalen Start-up-Szene. Anlässlich des finalen Demo-Days kamen in Zürich über 300 Investoren, Mentoren und Gründer zusammen, um sich ein Bild der besten Jungfirmen zu machen. Während 11 Wochen wurden diese auf Initiative des Vereins Digital Switzerland im dafür zur Verfügung stehenden EWZ Selnau auf den heutigen Tag vorbereitet. Während den «Pitching Sessions» wurden Konzepte vorgestellt, die besten Pitches durften zudem einen Award entgegennehmen (siehe unten).

Die anwesenden Investoren zeigten sich erfreut über die Innovationskraft, die aus dem Schweizer Start-up-Hub hervorzugehen scheint. Auch die Partner der Kickstart-Accelerator, so heisst die Plattform, die unter dem Label Digital Switzerland die Start-ups unterstützt, gaben sich zufrieden: «Die Zahl der angekündigten Proof of Concepts haben meine Erwartungen übertroffen», sagte Roger Wüthrich, Leiter der digitalen Geschäfte bei Swisscom, im Gespräch mit der «Handelszeitung». Wüthrich konnte sich am Freitag gleich doppelt feiern lassen. Er wurde nicht nur 55 Jahre alt, sondern konnte auch zwei vertiefte Kooperationen mit Schweizer Startups bestätigen. Ziel sei nun, die Entwicklung mit den Jungfirmen gemeinsam voranzutreiben und den konzeptionellen Erfolg der Geschäftsidee zu beweisen, so Wüthrich.   

UBS, CS und Swisscom an der Seite von Lenditapp

Konkret geht es zum einen um Lenditapp. Das Zürcher Startup bietet eine cloud-basierte Plattform, die Kreditanträge von Unternehmen digitalisiert. Der Fokus liegt insbesondere auf Schweizer KMUs, denen faire Kreditbedingungen gewährleistet werden sollen. Das neue Risikomodell will die Swisscom auch in Zukunft testen und prüfen.
 
Darüber hinaus kommt Notakey in den Genuss, in Zukunft gleich drei grosse Partner an der Seite zu haben. Neben der Swisscom beabsichtigen auch die UBS und Credit Suisse eine Zusammenarbeit einzugehen. Das Startup hat eine mobile Software-Anwendung entwickelt, die es Nutzern ermöglicht, Transaktionen und Verträge unter hohen Sicherheitsanforderungen digital zu beglaubigen. Im Proof of Concept soll der Funktionsnachweis des Systems erbracht werden – branchenübergreifend. Im Bereich Fintech und Digitale Identität sei es wichtig, Kollaborationspartner zu haben, so UBS-Experte Jan Rihak zur geplanten Zusammenarbeit.

«Kulturwandel muss auf Managementebene verankert werden»

Entsprechend gut kam das Projekt bei den Beteiligten an: «In der relativ konservativen Schweiz ist der Kickstart Accelerator ein Leuchtturm, weil Start-ups und traditionelle Grossfirmen zusammenkommen», sagte Holger Greif, Leiter Digitale Transformation bei PWC. Das Beratungsunternehmen arbeitet in Zukunft mit Veezoo zusammen. Das von drei ETH-Studenten gegründete Startup hat eine dialogbasierte, auf künstlicher Intelligenz aufbauende Technologie entwickelt, mit der Nutzer die Daten ihres Unternehmens analysieren können. Die Vereinbarung sieht zunächst einen PWC-internen Einsatz vor. Die Lösung soll weiterentwickelt und für den Einsatz in Unternehmen getestet werden. «Im schnellen digitalen Umfeld geht es ohne solche Partnerschaften nicht. Dieser Kulturwandel in der Zusammenarbeit sollte in Zukunft nicht nur situativ stattfinden, sondern auf Managementebene verankert werden», so Greif.

Bei Veezoo freut man sich natürlich über diese Partnerschaft ebenso: «Zusammen mit den Mentoren und Vertretern der Partnerunternehmen konnten wir ein Proof of Concept ausarbeiten. Das heisst, unsere Partner werden in einer Pilotphase den Mehrwert unserer Lösung in ihrem Geschäftsfeld testen», sagt Till Haug, Mitgründer von Veezoo. «All diese Führungskräfte zu treffen und von ihren Erfahrungen zu lernen, war wirklich das Highlight dieser 11 Wochen», freut sich Haug.

Jetzt müssen sich die Kooperationspartner beweisen

Auch die beiden grossen Detailhändler haben sich zu Tests bereit erklärt: Sowohl Coop als auch Migros wollen mit Faitron zusammenarbeiten. Das Start-up stellt Boxen her, in denen Mahlzeiten unterwegs und am Arbeitsplatz erhitzt werden können.

Viele der während den 11 Wochen zustande gekommenen Kollaborationen werden auch in Zukunft weitergeführt. Mentoren möchten auch weiter Jungunternehmer auf dem Weg zum Erfolg begleiten, war vielerorts zu vernehmen. Und gleichzeitig natürlich von ihren Errungenschaften profitieren. Ob das gelingt, werden die kommenden Monate zeigen – wenn Gründer und Etablierte ihre Zusammenarbeit vertiefen.

Zuerst einmal dürfen sie sich nun aber feiern lassen. Hier sind die vier Gewinner des Final Demo Days:

Kategorie FinTech: Surong360
Kategorie Food: Faitron
Kategorie Smart & Connected Machines: Smart Home Technology
Kategorie Future & Emerging Technologies: modum.io


 

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