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Digitaler Index
G wie «Gamification»

Der digitale Index der gehobenen Internetsprache – erstellt von der «Handelszeitung» und jede Woche mit einem neuen Begriff.

Warum Korrumpierung sagen, wenn es auch eleganter geht? Meistern Sie die Kunst der sinnfreien Internet-Kommunikation.

Von HZ Redaktion
am 15.09.2016

Das Nachschlagewerk für den Bullshit, der uns in der modernen Geschäftswelt tagtäglich um die Ohren fliegt.

Ga|mi|fi|ca|tion, die

(engl.) Spielifizierung, Anwendung spieltypischer Elemente (Geschicklichkeitsaufgaben, Ranglisten, Levels, Awards) in spassfremden Kontexten (Fitness, Französischkurs, wohltätiges Spenden, Verkauf von Versicherungspolicen, Stromsparen). Firmen nutzen G. als Mittel zum schnellen Aufbau eines Kundenstamms (Community). Die Strategie hilft speziell dann, wenn sich ein Produkt an sich weder durch Originalität noch durch Nützlichkeit auszeichnet. Ausschlaggebend für den Erfolg von G. ist, ob es gelingt, in der kurzen Zeitspanne, in der eine G.-Idee Spass macht (Pokémon go), damit extrem viel Kohle zu machen (500 Millionen Dollar). Der psychologische Clou an G. ist, dass statt der intrinsischen (Idealismus) die effektivere extrinsische (Korrumpierung) Motivation z. B. von Mitarbeitern angesprochen wird, allerdings ohne dass dafür echtes Geld bezahlt werden muss. G. könnte für die Bankbranche die Rettung sein.

Der Index wird Woche für Woche um einen Begriff erweitert. Einsendungen von Begriffen (und optional auch den dazugehörigen Lexikoneinträgen) nehmen wir gerne entgegen: Ein Mail an digi@handelszeitung.ch genügt.

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