Das Nachschlagewerk für den Bullshit, der uns in der modernen Geschäftswelt tagtäglich um die Ohren fliegt.

Na|tel, das

Abk.: NAtionales AutoTELefon. Schweizerisches Synonym für Handy. Geschützte Marke der Swisscom AG. Das N. wurde einst nur zum Telefonieren verwendet («Natel-Tussi»). Erst später wurde es zur Plattform für Erotik- und Fintech-Businesspläne. Das erste Netz wurde 1978 in Betrieb genommen, wobei die Nutzer damals auch wirklich ein Auto brauchten, um ihr N. zu transportieren. Lange war N. in der Schweiz die gebräuchliche Bezeichnung für das mobile Empfangsgerät. «Handy» sagte schon nur deshalb niemand, weil bei der Hälfte der Schweizer das Spülmittel so hiess. 1999 meinte die Swiss­com jedoch, ihre Marke schützen zu müssen, und begann eine Jagd auf missbräuchliche Verwender (Natelinfo, BernByteBears). Damit leitete sie zugleich das schleichende Ende des Begriffs ein. Digital Natives verwenden ihn nicht mehr. Wohl auch, weil das N. meist eh ihr einziges Telefon ist.

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Na|tive Ad|ver|ti|sing, das

(engl.) Schleichwerbung. Bezeichnet den Versuch, kommerziellen Content in einem redaktionellen oder künstlerischen Umfeld zu platzieren, und zwar so, dass er vom User nicht oder erst mit der Zeit als ­solcher erkannt wird. Native steht dabei für angepasst. N. A. wird deshalb auch «good advertising» oder «good ad» genannt. Zu den frühen Erscheinungsformen des N. A. aus prädisruptiver Zeit zählen Publireportage und Product Placement. Der Digital Native zählt auch Virales Marketing und Suchmaschinenmarketing dazu.

Der Index wird Woche für Woche um einen Begriff erweitert. Einsendungen von Begriffen (und optional auch den dazugehörigen Lexikoneinträgen) nehmen wir gerne entgegen: Ein Mail an digi@handelszeitung.ch genügt.